1,60 Meter hoher Schutzzaun weiter Thema / Erhebliche Sandverluste nach „Herwart“

Graswarder in aller Munde

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Ende Oktober ist auf dem Graswarder viel Strand weggespült worden.

HEILIGENHAFEN -ra- Diskussion um den geplanten 1,60 Meter hohen Schutzzaun gegen Raubtiere wie Fuchs und Marder auf dem Heiligenhafener Graswarder: Während Bürgermeister Heiko Müller (parteilos) im Haupt- und Finanzausschuss am Montagnachmittag kritisierte, dass die Vorstellung durch einen Ministeriums-Mitarbeiter im nichtöffentlichen Teil der Sitzung stattfinden sollte, blieben die Ausschussmitglieder bei der ursprünglichen Ansetzung – die Öffentlichkeit musste den Raum verlassen.

„Das ist ein wichtiges Thema, das alle Bürger angeht. Deshalb sollte darüber öffentlich gesprochen werden“, sagte Müller. Der Ausschussvorsitzende Stephan Karschnick (CDU) erwiderte: „Es war der ausdrückliche Wunsch des Ministeriums, das Projekt erst einmal ohne Öffentlichkeit vorzustellen. Dem habe ich entsprochen.“ Eine Entscheidung würde es ohnehin nicht geben, das Thema soll in der kommenden Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses umfangreich diskutiert und vorgestellt werden.

Müller sagte gestern auf Nachfrage in Bezug auf die nichtöffentliche Vorstellung: „Prinzipiell hat sich an den Plänen des Ministeriums nichts geändert. Es wird an den Plänen, den Schutzzaun zu errichten, festgehalten. Lediglich die Verlaufstrecke des 1,60 Meter hohen Zaunes, der auch teilweise durch das Wasser verlaufen soll, wurde geändert.“

Der Bürgermeister hatte sich mit Vertretern der Kreisjägerschaft ausgetauscht, die allesamt seine Einschätzung teilen würden: „Der Zaun wird kein wirksamer Schutz vor Raubtieren wie Fuchs und Marder sein.“ Raubwild habe es dagegen schon immer auf dem Graswarder gegeben, für den Rückzug vieler Vögel gebe es zahlreiche andere Gründe. Klaus Dürkop vom NABU-Ortsverein unterstützt bekanntlich die Pläne des Ministeriums und hält einen Schutzzaun für sinnvoll, gerade um Bodenbrüter zu schützen (wir berichteten).

Ebenfalls thematisiert wurden die Folgen des Sturmtiefs „Herwart“. Der Ostsee fiel Ende Oktober abermals viel Sand zum Opfer (wir berichteten). „Am Ende war es genau die richtige Entscheidung der Stadtvertretung, auf die geförderte Sandaufspülung zu verzichten. Unser Eigenanteil von 600000 Euro wäre weggespült worden“, so Müller. Was den Strand betreffe, müsse man jetzt Ruhe bewahren und die Lage genau analysieren. „Es sollte auf keinen Fall etwas angetastet werden. Wir stehen im Kontakt mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz und müssen schauen, wie es weitergeht. Wir hoffen, dass die Düne im Verlauf der Sturmsaison nicht weiter beschädigt wird, denn hier geht es um sehr viel Geld.“

Heikel sei auch die Situation auf dem Graswarder, wo die Strandflächen nach „Herwart“ deutlich eingebüßt hätten. „Dort ist sehr viel Strand abhanden gekommen. In diesem Zusammenhang wird es Gespräche mit den Eigentümern der Graswarder-Häuser geben. Wenn wir nicht aufpassen, dann bekommen die Häuser in einigen Jahren richtig große Probleme“, so Heiko Müller abschließend.

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