Graswarder-Häuser: Besitzer gründen Verein / Küstenschutz ist großes Thema

Mit einer Stimme

+
Die 14 Graswarder-Häuser sind deutschlandweit bekannt und schon lange ein Markenzeichen der Stadt Heiligenhafen.

Heiligenhafen -ra- Um zukünftig mit einer Stimme zu sprechen, haben sich die Besitzer der Graswarder-Häuser am Wochenende zu einem Verein zusammengeschlossen. Das Ziel: die Entwicklung eines einheitlichen Konzeptes für einen vorgelagerten Küstenschutz in Form von Buhnen.

Henning Kreiselmaier, 1. Vorsitzender des Vereins für den Erhalt der Kulturdenkmale auf dem Graswarder, erklärte der HP: „Der Graswarder ist nicht nur unter touristischen Aspekten das Aushängeschild der Stadt Heiligenhafen. Er hat darüber hinaus die Funktion, den dahinter liegenden Küstenbereich zu schützen. Es besteht somit ein großes öffentliches Interesse am Erhalt des Graswarders.“

Für den Hochwasserschutz direkt an den Gebäuden seien die Besitzer zweifelsfrei selbst zuständig. „Das ist auch für uns unfraglich. Der vorgelagerte Küstenschutz in Form von Buhnen sollte in unseren Augen jedoch öffentlich unterstützt und gefördert werden. Die Kosten für eine solche Anlage belaufen sich auf eine Summe von geschätzten 1,2 bis 1,5 Millionen Euro für den gesamten Graswarder“, so Kreiselmaier.

Besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden die Graswarder-Häuser durch die beiden Sturmfluten Anfang dieses Jahres als auch Anfang 2017. „Die Hochwasserschutzanlagen direkt an den Gebäuden weisen großteils Unterspülungen und Beschädigungen auf. Diese Schadensbilder sind unter anderem auf den stark zurückgegangenen Strand zurückzuführen. War in den letzten Jahren hauptsächlich der Verlust des Sandes vor den Häusern zu beklagen, sind bei den Hochwasserereignissen ‚Zeetje‘ und ‚Benjamin‘ zusätzlich die Dünen zwischen den Gebäuden stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Dieser Prozess muss verlangsamt werden“, sagte Vereinssprecher Henning Kreiselmaier. Langfristiges Ziel müsse es sein, wieder einen höheren Sandbestand zu erreichen. „So würden die Wellen weit vor den Häusern und Dünen brechen und ihre zerstörerische Wucht verlieren.“

Ein vorgelagerter Küstenschutz sei die einzige Möglichkeit, für Besserung zu sorgen. Der Verein will nun das Gespräch mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz in Kiel suchen und auch weitere Institutionen mit ins Boot holen. Denn eins ist klar: Ganz ohne öffentliche Gelder wird die Situation immer schlimmer werden.

Dem Vereinsvorsitzenden ist es unterdessen wichtig, zu betonen, dass nicht jeder Hausbesitzer vermögend sei. „Die Immobilien haben natürlich ihren Marktwert, dennoch haben viele Eigentümer ihre normalen Jobs und die Häuser geerbt. Meine Familie hat in den letzten Jahren bereits viel Geld investiert. Wenn alleine die Eigentümer für den vorgelagerten Küstenschutz aufkommen müssen, werden wir unser Haus wohl verkaufen müssen“, sagte Henning Kreiselmaier, dessen Familie die Immobilie seit Jahren als privates Feriendomizil nutzt. Sein Schwiegergroßvater hatte das Grundstück, auf dem heute das Haus Nummer 15 steht, im Jahr 1958 für 500 Mark gekauft und anschließend neu darauf gebaut.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.