Skizze des Neubauprojektes Strandstraße Großenbrode.
+
Werden die Pläne umgesetzt, würde an der Großenbroder Strandstraße dieser Gebäudekomplex entstehen. Das bestehende Haus würde um ein Stockwerk erweitert werden, vier Gebäude entstehen neu.

Pläne für den Umbau des Awo-Demenzhotels an der Strandstraße vorgestellt

Deutliche Worte im Großenbroder Bauausschuss: „Aus Bürgerbegehren nichts gelernt?“

  • Patrick Rahlf
    VonPatrick Rahlf
    schließen

Was wird aus dem früheren AWO-Demenzhotel in Großenbrode, das an einen Hamburger Investor veräußert wurde? Erste Pläne sind in der Sitzung des Großenbroder Bau- und Umweltausschusses vorgestellt worden. 

  • Auf dem Areal des früheren AWO-Demenzhotels soll gebaut werden.
  • 69 Ferienwohnungen sowie 24 Wohnungen für temporäre Arbeitskräfte sollen entstehen.
  • 4:3-Mehrheit für Minigolfplatz bleibt im Ausschuss bestehen.

Großenbrode – Wie die beauftragte Planerin Gabriele Teske vorstellte, soll das bestehende Gebäudeensemble erhalten bleiben, aber um ein Stockwerk aufgestockt werden. Zusätzlich sollen vier weitere Gebäude mit Wohnungen auf dem Grundstück errichtet werden – macht insgesamt 69 Ferienwohnungen, zwei Betreiberwohnungen sowie 24 Wohnungen in einem sogenannten „Bordinghaus“, welche saisonal an Personen vermietet werden sollen, die in der Gastronomie oder im Tourismus arbeiten. 

Und dann noch direkt gegenüber von unserer Schule und dem Kindergarten. Ich habe ein großes Problem damit.

Peer Knöfler (CDU), Vorsitzender des Großenbroder Bauausschusses

„Wenn ich mir das hier alles anhöre, dann denke ich, dass aus dem Bürgerbegehren gegen die Hotelpläne am Kai nichts gelernt worden ist. Die Bürger wollen keine weiteren touristischen Projekte in dieser Größenordnung mehr“, merkte Ausschussmitglied Markus Jordan (wählbarer Bürger) an. „Und dann noch direkt gegenüber von unserer Schule und dem Kindergarten. Ich habe ein großes Problem damit“, pflichtete Peer Knöfler (CDU) ihm bei. 

Ich will keine Bauruine mitten im Ort haben.

Stefan Kraus (FDP)
So würde das Areal zukünftig aus der Vogelperspektive aussehen.

Stefan Kraus (FDP) entgegnete, dass hier ein Investor mit klaren Vorstellungen ein überzeugendes Konzept vorgelegt hätte. „Ich will keine Bauruine mitten im Ort haben“, so Kraus. Auch Klaus Jäcker (FDP) gab Kontra: „Man kann das Bürgerbegehren gegen das Hotel doch nicht auf alles andere münzen.“ Christel Georgi (CDG) stellte derweil klar: „Es gibt keine Verdoppelung der touristischen Nutzung an diesem Standort.“ Sie spielte darauf an, dass das AWO-Demenzhotel bislang über 44 Zimmer verfügte. „Außerdem haben wir immer gesagt, wie dringend Wohnraum für Saisonkräfte benötigt wird“, so Georgi. Mit 4:3 Stimmen hat der Ausschuss die Empfehlung an die Gemeindevertretung gegeben, das Vorhaben weiter voranzutreiben. 

Auch Minigolfplat nimmt weitere Hürde

Mit 4:3 Stimmen ist auch das Thema Minigolfplatz auf der Freifläche vor dem „Vier Jahreszeiten“ erneut durchgewinkt worden. Hier fand Stefan Kraus eindringliche Worte: „Es ist so viel Schärfe in die Diskussion reingekommen, das hätte ich niemals für möglich gehalten. Wir wollten den Ort voranbringen und als Ergänzung zum Promenaden-Neubau eine weitere gute Sache für die Gemeinde schaffen.“ Dass von den Projekt-Gegnern derart scharf geschossen werde, empfinde er als sehr schade. „Anstatt alles rigoros abzulehnen, hätte man eher an einer Kompromisslösung mit dem Investor arbeiten können.“ 

CDG, FDP und SPD betonten am Montagabend einmal mehr, dass die Gemeinde seit Jahrzehnten im Besitz der Fläche sei und diese nun gerne entwickeln würde. „Es hätte auch etwas ganz anderes als eine Minigolfanlage entstehen können“, so Klaus Jäcker. 

Wie die HP aus Eigentümerkreisen des „Vier Jahreszeiten“ erfuhr, wird der Klageweg ins Auge gefasst. 90 Einwendungen waren gegen das Vorhaben eingegangen, die Abwägung umfasst 412 Seiten. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.