1. Fehmarnsches Tageblatt
  2. Heiligenhafen

Großenbrode: Bürgermeister Jens Reise sucht nach alternativer Unterkunft für DLRG-Rettungsschwimmer

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Patrick Rahlf

Kommentare

Jens Reise zeigt ein mögliches Grundstück für ein DLRG-Dorf in Großenbrode
Bürgermeister Jens Reise zeigt auf das Areal, auf dem ein reines DLRG-Dorf entstehen könnte. Das Grundstück grenzt an die neue Bootshalle von Patrick und Manfred Obereiner. © Patrick Rahlf

Nachdem die bisherigen Pläne, die DLRG in Großenbrode in einer neuen Unterkunft neben den Seenotrettern unterzubringen, wegen immer höherer Kosten zunehmend auf Kritik stießen, schlägt Bürgermeister Jens Reise nun eine Alternative vor.

Großenbrode – Die DLRG hat erst kürzlich eine neue Wachstation direkt am Seebrückenvorplatz in Großenbrode bekommen, doch spätestens seit der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung sind die Planungen für eine neue Unterkunft der Ehrenamtler in aller Munde. Die Zählgemeinschaft (CDG, FDP und SPD) hatte sich dafür ausgesprochen, zwei Millionen Euro im Wirtschaftsplan der GTS GmbH & Co KG für das Jahr 2022 einzustellen, CDU und BfG kritisierten im Dezember das Vorhaben stark und verwiesen auf „komplett aus dem Ruder gelaufene Kosten“. Ganz am Anfang sei lediglich von 800000 Euro für das Projekt die Rede gewesen, hieß es damals.

Aktuell wird für den Neubau, der direkt neben der DGzRS-Station am Kai entstehen soll, mit Kosten von 2,6 Millionen Euro gerechnet. Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss soll die DLRG untergebracht werden, im zweiten Obergeschoss soll eine Penthouse-Etage für Vermietungszwecke entstehen – so die vorgestellten Planungen in der jüngsten Gemeindevertretersitzung, die mit 7:6 Stimmen durchgewinkt wurden. 

Doch Bürgermeister Jens Reise (CDG) ist mittlerweile ins Grübeln gekommen. „Die Kosten explodieren und sind wirklich nicht mehr verhältnismäßig“, sagte Reise der HP. Deshalb werde das Thema in der nächsten Sitzungsrunde erneut auf der Tagesordnung stehen. „Alternative eins wäre eine abgespeckte Version der geplanten Unterkunft am Kai – ohne zweites Obergeschoss und ohne Ferienvermietung“, erklärte der Bürgermeister. Dafür seien vor einigen Jahren rund 900000 Euro kalkuliert worden, aufgrund der stark gestiegenen Baupreise rechne man nun mit 1,2 Millionen Euro. Da der Untergrund aber noch diverse Fragen aufwerfe, könnte es noch teurer werden. „Das ist die Krux an diesem Grundstück. Im Gegensatz zu CDU und BfG, die einfach nur dagegen stimmen, setzen wir uns hin und suchen nach Alternativen.“

Idee: Ein DLRG-Dorf neben der neuen Bootshalle an der Straße Am Kai

Skizze des möglichen DLRG-Dorfes in Großenbrode
Eine erste Skizze des DLRG-Dorfes mit mehreren Mobilheimen. © Privat

In der Tat gibt es auch noch eine neue Idee, die Jens Reise der HP vorstellte: ein reines DLRG-Dorf westlich der neu gebauten Bootshalle von Patrick und Manfred Obereiner an der Straße Am Kai. „Dort gehört der Gemeinde ein Grundstück, das sich wunderbar dafür eignen würde, um dort Mobilheime aufzustellen. Es wäre auch genügend Platz für ein Gemeinschaftshaus, und auch eine Grillecke könnte problemlos angelegt werden.“ Hier wird mit Kosten von rund 600000 Euro inklusive der Erschließung gerechnet. Laut Jens Reise wäre der Vorteil, dass die Kosten hierbei gut kalkulierbar seien, da die Mobilheime bei einem Anbieter bestellt werden. „Ein reines DLRG-Dorf hätte definitiv seinen Charme und wäre sicher einzigartig im Land.“

Auch interessant

Kommentare