Die FIrma CP Kelco in Großenbrode
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Bei CP Kelco in Großenbrode arbeiten rund 150 Menschen.

Nach langer Diskussion

Großenbrode: CP Kelco-Erweiterung auf gutem Weg

  • Patrick Rahlf
    vonPatrick Rahlf
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Die Firma CP Kelco möchte sich in Großenbrode erweitern, um sich in Zukunft weiterentwickeln zu können. Die Gemeindevertretung fand nach lebhafter Diskussion einen Kompromiss durch einen städtebaulichen Vertrag.

  • CP Kelco will sich erweitern, hat aber noch keine konkreten Pläne wie genau.
  • Der Gemeindevertretung fehlten bislang Informationen, was die Firma genau plant.
  • Einer Erweiterung wurde mit Einbezug eines städtebaulichen Vertrages zugestimmt.

Großenbrode – Mit rund 150 Mitarbeitern ist CP Kelco größter Arbeitgeber in Großenbrode. Um den Standort langfristig zu sichern, benötigt das Unternehmen, das Produkte der Nahrungsmittelindustrie herstellt, sowohl Planungssicherheit als auch Erweiterungsoptionen.  Darüber ist in der jüngsten Sitzung der Großenbroder Gemeindevertretung lebhaft diskutiert worden. Am Ende gab es einen Kompromissvoranschlag, mit dem alle Beteiligten gut leben konnten. 

Wir haben bislang kaum Informationen darüber erhalten, was dort genau geplant wird. Wir sind uns alle einig, wie wichtig CP Kelco für den Ort ist, dennoch hätte ich mir eine andere Vorgehensweise gewünscht.

Monika Klein, SPD-Fraktion

„Wir planen derzeit nichts Konkretes, wollen aber unseren Bestand sichern und gegebenenfalls in der Zukunft die Option haben, uns weiterzuentwickeln“, sagte Mathias Krause, Geschäftsführer und Werksleiter von CP Kelco Germany, der ebenfalls im „MeerHuus“ anwesend war. Für den Geschmack von CDG, SPD und FDP ging das am Mittwochabend alles etwas schnell. „Wir haben bislang kaum Informationen darüber erhalten, was dort genau geplant wird. Wir sind uns alle einig, wie wichtig CP Kelco für den Ort ist, dennoch hätte ich mir eine andere Vorgehensweise gewünscht“, sagte Monika Klein (SPD). Das sah auch Hans-Heinrich Schröder (CDG) so. „Keiner weiß, wem das Gelände in zehn oder 20 Jahren gehört. Für mich sind noch viele Fragen zu klären, deshalb können wir heute Abend keinen Freifahrtschein ausstellen.“ 

Geschäftsführer von CP Kelco Germany: Mathias Krause.

Nicht ganz geklärt ist in diesem Kontext die Frage, ob die Zeit drängt oder nicht. Entlang von Nord- und Ostsee muss künftig auch innerorts ein Küstenschutzstreifen von 150 Metern von jeder Bebauung freigehalten werden. Die planungsrechtliche Deadline läuft in diesem Zusammenhang bis 21. Juni dieses Jahres. Während der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) sagt, dass diese Regelung für diesen Standort nicht gilt, weil es sich bei dem Gewässer lediglich um einen Binnensee handelt, sieht die Untere Naturschutzbehörde die Lage anders. 

Keine falschen Signale senden

„Wir sollten nichts riskieren und die Planungen anschieben, dann sind wir auf der sicheren Seite“, regte Peer Knöfler (CDU) an. Jörn Koch (CDU) ergänzte: „Wir sollten tunlichst vermeiden, heute Abend falsche Signale an die Firma zu senden.“ Planerin Gabriele Teske, die den Bebauungsplan vorstellte, gab unterdessen zu bedenken: „Eine Firma, die keinerlei Entwicklungsmöglichkeiten hat, bleibt sicher nicht für ewig.“

Was produziert CP Kelco?

CP Kelco – mit Produktionsstandorten in Asien, Europa, Südamerika und den USA – produziert und vertreibt weltweit ein breites Spektrum an Lebensmittelzusatzstoffen und Biopolymeren. Im deutschen Werk in der Gemeinde Großenbrode werden Pektine für den internationalen Vertrieb hergestellt. Pektin ist ein Naturprodukt und wird aus pflanzlichen Rohstoffen, wie zum Beispiel Äpfeln, Zitrusfrüchten oder Zuckerrüben, gewonnen. Als vielseitig einsetzbares Gelier-, Verdickungs- und Stabilisierungsmittel ist Pektin ein wichtiger Bestandteil vieler Produkte in der Nahrungsmittelindustrie. 

Im engen Austausch hat sich CP Kelco in den vergangenen Wochen mit den Anwohnern der angrenzenden Von-Herwarth-Straße befunden. „Wir haben sehr gute Gespräche geführt, das Verhalten der Firma ist vorbildlich“, sagte Anwohner Dirk Lange. Und dennoch: Die Angst, dass irgendwann die Produktionsstätte erweitert wird, bleibt. „Der Lärm ist nachts bei Ostwind teilweise schon jetzt grenzwertig“, so Anwohner Jürgen Zuch. CP Kelco-Chef Mathias Krause: „Wir versuchen, die Geräusche immer weiter zu reduzieren.“

Schlussendlich stimmte die Zählgemeinschaft einer Erweiterung des Unternehmens zu, forderte aber gleichzeitig, einen städtebaulichen Vertrag aufzusetzen, in dem genau festgelegt wird, was auf der Betriebsfläche gebaut werden darf.

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