Joachim Zuza übergibt Bürgermeister Jens Reise das Konzept zum Dorfzentrum
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Übergabe des Konzeptes zur Nutzung des Dorfzentrums in Großenbrode: Joachim Zuza überreicht Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise den 14-seitigen Plan. Im Hintergrund ist die Dorfschmiede zu sehen.

Ein Ort für Begegnung und Kultur: Nutzungskonzept für das neue Dorfzentrum in Großenbrode übergeben

  • Hans-Jörg Meckes
    VonHans-Jörg Meckes
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In Großenbrode hat die Projektgruppe das Nutzungskonzept für das neue Dorfzentrum an Bürgermeister Jens Reise übergeben. Es soll Begegnungsstätte und Kulturzentrum werden. Eine kommerzielle Nutzung ist ausgeschlossen.

  • Joachim Zuza, Rüdiger Ehler, Peter Faecks und Frauke Fahrenkrog haben ein Nutzungskonzept für das neue Dorfzentrum in Großenbrode erstellt.
  • Dieses Konzept geht jetzt zur Förderbehörde des Landes-Schleswig-Holstein.
  • Die Kultur- und Begegnungsstätte soll ein Platz für Einheimische und Gäste werden.

Großenbrode – Letztes Jahr im September feierten die Einwohner der Gemeinde Großenbrode das Richtfest für das Kulturzentrum und die Hochzeitsschmiede. Die beiden Gebäude sollen mit einem sich direkt daneben befindenden Pavillon der erste Baustein zur Neugestaltung des Dorfzentrums sein. Doch das Projekt, das mit 750000 Euro vom Land-Schleswig-Holstein gefördert wird, darf nicht kommerziell bewirtschaftet werden, sagt Bürgermeister Jens Reise. Eine Projektgruppe zur Dorfentwicklung, die die Gemeinde beratend unterstützt, hat deshalb ein Konzept erstellt, das darstellt, wie das Dorfzentrum künftig zu einem Treffpunkt und Ort der Geselligkeit werden soll und wie dort die Kultur gepflegt werden kann. Zentral ist dabei auch der Bezug zur Geschichte des Dorfes.

Schauten sich die Arbeiten im Spritzenhaus an: Rüdiger Ehler (l.) und Peter Faecks betonen, dass das Gebäude eng mit der Geschichte Großenbrodes verknüpft sei.

Als Gruppenleiter Joachim Zuza Bürgermeister Jens Reise das nun fertiggestellte Nutzungskonzept übergibt, stehen beide auf dem runden Stein-Fundament, auf dem bald ein Pavillon entstehen soll. Gemeinsam mit Rüdiger Ehler, Frauke Fahrenkrog und Peter Faecks hat er sich Gedanken um die künftige Nutzung des neuen Dorfzentrums gemacht. „Seit 30 Jahren reden wir über die neue Nutzung des Spritzenhauses. Die Idee ist nun, es umzubauen und die alte Schmiede dazuzustellen“, erklärt Rüdiger Ehler. In der Gemeinde habe es mal drei Schmieden gegeben, fährt er fort. Nur wenig verwertbares Material sei über sie erhalten geblieben, schreibt die Gruppe in ihrem Konzept.

Das Ziel sei es, fährt Peter Faecks fort, das Dorfzentrum wieder zum Mittelpunkt der Gemeinde zu machen. „Es hieß immer, es geht alles zum Strand hin, aber hier wollen wir wirklich was für das Dorf machen. Wir wollen auch die Touristen hier binden und nicht nur am Strand unten“, betont Faecks.

Alle Vereine und Verbände sind eingeladen, dort ihre Sitzungen und Feierlichkeiten zu veranstalten.

Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise (CDG)

Platz für bis zu 60 Personen im Spritzenhaus

Für das Spritzenhaus, in dem bis zu 60 Personen Platz finden, schlägt die Projektgruppe eine ganze Reihe an Nutzungsmöglichkeiten vor. So können hier Familienfeierlichkeiten wie Geburtstage, Konfirmationen, Trauerfeiern, Hochzeiten und Jubiläen organisiert werden. Ebenso haben Vereine, Verbände und Politiker die Möglichkeit, sich hier zu versammeln. „Alle Vereine und Verbände sind eingeladen, dort ihre Sitzungen und Feierlichkeiten zu veranstalten“, ergänzt Jens Reise. Auch für Sprechstunden der Verwaltung, für Bildung und Kultur sowie Angebote für Senioren und die Jugend könne das Spritzenhaus genutzt werden.

Wir leben aus der Vergangenheit heraus. Wir wollen das hier wieder zur Schau tragen. Das ist wichtig für die Menschen.

Peter Faecks, Mitglied der Projektgruppe

In der alten Schmiede, die bis zu 20 Personen aufnehmen kann, sollen Hochzeiten stattfinden. Darüber hinaus soll dort die Geschichte von Großenbrode anhand von Exponaten und Bildern aufgezeigt werden. „Wir leben aus der Vergangenheit heraus“, unterstreicht Faecks und bemängelt, dass er kein Foto von der alten Schmiede mehr findet. „Wir wollen das hier wieder zur Schau tragen. Das ist wichtig für die Menschen.“ So soll Geschichte mit der Überlieferung des Schmiedehandwerks zum Beispiel für Kindergartenkinder, Schulklassen und andere Besuchergruppen auch erlebbar werden.

Keine Konkurrenz zur örtlichen Gastronomie

Da die gewerbliche Nutzung laut Zuwendungsbescheid auszuschließen sei, soll eine Konkurrenz zur örtlichen Gastronomie verhindert werden. Beim Catering müssten die jeweiligen Nutzer der Räumlichkeiten die örtliche Gastronomie einbeziehen und eine Nutzungsvereinbarung mit der Gemeinde abschließen. Die Gemeinde dürfe keine Gewinne durch die Vermietung der Räumlichkeiten erzielen, sie könne aber für Veranstaltungen einen Kostendeckungsbeitrag erheben, schlägt die Projektgruppe in ihrem Konzept vor. „Ein Ansprechpartner für diesen Gebäudekomplex sollte in den Großenbrode Tourismus Service eingelagert werden“, merkt Rüdiger Ehler an.

Die Hauptverantwortlichen für das Konzept sind Joachim Zuza (v.l.), Rüdiger Ehler und Peter Faecks. Nicht anwesend war Frauke Fahrenkrog.

Großenbrodes Tourismus-Chef Ubbo Voss ist überzeugt von dem Plan: „Dieses Konzept ist so verfasst, dass es von der Förderseite keine Kritik geben kann.“ Selbstverständlich müssten auch Nutzer einen kleinen Anteil für die Heizkosten und die Sauberkeit der Räumlichkeiten zahlen, erwähnt Voss. Spätestens zum Dorffest im Juli sollen die Gebäude fertig sein. „Das Konzept ist jetzt auf dem Weg zur Förderbehörde“, sagt Joachim Zuza.

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