Das „Kurhaus Baltic“ in Großenbrode
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Das „Kurhaus Baltic“ in Großenbrode soll voraussichtlich im Jahr 2023 geschlossen werden. Unterstützer einer Petition mit derzeit knapp 1000 Unterschriften fordern Politiker auf, sich für den Erhalt der 70 Arbeitsplätze einzusetzen.

Fast 1000 Unterschriften

Großenbrode: Petition für den Erhalt der Kurklinik Baltic

  • Hans-Jörg Meckes
    VonHans-Jörg Meckes
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Zwei Frauen aus Berlin haben eine Petition zum Erhalt der Kurklinik Baltic in Großenbrode ins Leben gerufen. Ob die Petition im Landtag behandelt wird, ist aber zurzeit noch nicht klar.

  • Irina Olschewski und Sabrina Wenzlaff-Gülyaz haben eine Petition zum Erhalt der „Kurklinik Baltic“ ins Leben gerufen.
  • Die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn begrüßt den Einsatz der beiden Frauen und hofft, dass sich der Petitionsausschuss noch vor der Landtagswahl am 8. Mai damit beschäftigt.
  • Der Schleswig-Holsteinische Landtag kann bislang noch nicht sagen, ob und wann er sich mit dem Anliegen der Petition beschäftigt.

Großenbrode – Die geplante Schließung zum Ende des Jahres 2023 der Mutter-Kind-Einrichtung „Kurhaus Baltic“ in Großenbrode hat vier Monate nach dem Bekanntwerden mit Irina Olschewski und Sabrina Wenzlaff-Gülyaz zwei Frauen dazu animiert, eine Petition ins Leben zu rufen, die sich für den Erhalt der Klinik und der insgesamt circa 70 Arbeitsplätze ausspricht. Gerichtet ist das Schreiben, das bereits 939 Bürgerinnen und Bürger mit ihren Unterschriften unterstützen, an Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU), den Petitionsausschuss des Landtags Schleswig-Holstein, SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn und den Betreiber, die AW Kur und Erholungs GmbH.

Die beiden Berlinerinnen schreiben, dass sie sich im September 2021 selbst vom Team der Klinik überzeugen konnten und betonen, dass das Haus eine der wenigen Kliniken bundesweit sei, die Kinder unter vier Jahren sowie Kinder mit Behinderungen aufnehme. Olschewski und Wenzlaff-Gülyaz fordern die lokalen Politiker dazu auf, sich bei den Geschäftsführern der AW Kur und Erholungs GmbH, Uwe Hildebrandt und Andreas Frank, dafür einzusetzen, den aktuellen Standort in Großenbrode an der E47 zu sichern und in der Zwischenzeit ein Ersatzgrundstück für einen neuen Standort der Klinik zu finden, wie es ursprünglich geplant war. Geschäftsführer Andreas Frank bestätigte im September letzten Jahres, dass für das bestehende Gebäude bereits ein Kaufvertrag mit einem Immobilieninvestor unterzeichnet wurde und kein Ersatzgrundstück mehr in Großenbrode gekauft werden soll.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn, die sich Anfang Oktober selbst ein Bild von der Lage machte, begrüßte die Petition von Olschewski und Wenzlaff-Gülyaz: „Ich finde es richtig toll, dass sie diese Petition einreichen.“ Der Betreiber habe den Standort verkauft und bemühe sich jetzt nicht um einen Ersatzstandort. „Damit droht, dass ein bundesweit wertvolles Haus keine Zukunft haben wird“, so Hagedorn weiter. Gerade nach zwei Jahren Pandemie sei die Belastung für viele Familien groß und „deshalb finde ich es richtig, für einen solchen Standort zu kämpfen“. Die SPD-Politikerin wünscht sich, dass die Petition von den Landtagsmitgliedern noch vor der Landtagswahl im Mai behandelt wird. „Es wäre ein absoluter Jammer, wenn dieser Standort nicht mehr da ist.“

Behandlung im Landtag ist derzeit noch offen

Vivien Albers, Pressesprecherin des Schleswig-Holsteinischen Landtags, teilte auf Nachfrage mit, dass die Petition derzeit geprüft werde. Gleichzeitig wies sie aber auch darauf hin, dass der Petition eine Unterschriftenliste beigefügt wurde, die beim privaten Online-Portal „openpetition“ geführt wurde. Dieses erkenne der Petitionsausschuss nicht an. Ob sich der Landtag noch vor der Landtagswahl mit der Petition befasst, könne laut Albers derzeit nicht sicher gesagt werden, da ein Petitionsverfahren einige Wochen bis hin zu Monaten dauern könne. Zudem werde eine Stellungnahme der Landesregierung eingeholt, ob überhaupt eine Zuständigkeit gesehen wird. Generell müsse eine öffentliche Petition von mindestens 2000 Personen unterstützt werden, damit der Petitionsausschuss eine öffentliche Anhörung des Hauptpetenten durchführt.

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