Der Campingplatz von Jens Reise in Großenbrode
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Der Campingplatz von Bürgermeister Jens Reise stand im Fokus der jüngsten Sitzung der Großenbroder Gemeindevertretung.

Antrag zur Einleitung des Bauleitplanverfahrens abgelehnt

Großenbrode: Keine Zustimmung zum Campingplatz

  • Hans-Jörg Meckes
    vonHans-Jörg Meckes
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In Großenbrode hat die Gemeindevertretung den Antrag von Jens Reise (CDG) zur Vergrößerung seines Campingplatzes abgelehnt. Dieter Ketels (BfG) warf unterdessen Hans-Heinrich Schröder (CDG) vor, beim Thema Awo-Haus befangen zu sein.

  • Jens Reises Antrag auf die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens zur Vergrößerung seines Campingplatzes wurde abgelehnt.
  • Später wurde ihm jedoch signalisiert, dass die Großenbroder Gemeindevertretung zu einem späteren Zeitpunkt nochmal über das Thema abstimmen will.
  • Dieter Ketels warf Hans-Heinrich Schröder vor, beim Thema Awo-Haus befangen zu sein, ohne Beweise dafür vorzulegen.

Großenbrode – Am Südstrand in Großenbrode möchte Bürgermeister Jens Reise (CDG) seinen Campingplatz vergrößern. Dazu brachte er einen Antrag zur Einleitung eines Bauleitplanverfahrens in die Sitzung der Gemeindevertretung ein.

Reise geht es darum, seinen Campingplatz, der laut seiner Aussage momentan 426 Plätze umfasse, die circa 90 Quadratmeter groß seien, zu erweitern und zu modernisieren. „Es geht darum, den Ansprüchen der neuen Camper gerecht zu werden“, betonte er. In seinem Antrag beschrieb er, die Erschließung des Platzes künftig nicht mehr nur von der Strandstraße aus realisieren zu wollen, sondern auch nordöstlich des Platzes von der Zuwegung zum Strandpark. Reise plant, eine 16000 Quadratmeter große angrenzende Grünfläche zu entwickeln.

CDU und BfG wollten Antrag zurückstellen lassen

Während der Beratung in der Gemeindevertretung verließ der Bürgermeister aufgrund von Befangenheit den Raum. Dieter Ketels (BfG) sagte: „Wir würden uns freuen, wenn der Antragssteller seinen Antrag zurückstellt auf Ende des Jahres.“ Er sehe es als eine sinnvolle Lösung an, das Verfahren zu verschieben.

Der Meinung schloss sich auch Peer Knöfler (CDU) an: „Aus heutiger Sicht mit dem Wissen der letzten eineinhalb Jahre fehlt mir da einiges an Vertrauen. Wir haben hier einen Fall, wo etwas sehr schnell vorangebracht werden soll.“ Es sei deshalb ein wohlgemeinter Rat von Ketels, den Antrag zurückzustellen, betonte Knöfler. „Wir wollen es verschieben, nicht ablehnen.“

Jens Reise kann den Antrag nochmal einbringen

Hans-Heinrich Schröder (CDG) hielt dagegen. Die Gemeinde schade sich damit nicht und „es kostet uns nichts.“ Er sprach sich dafür aus, dem Aufstellungsbeschluss zuzustimmen.

Nach einer Sitzungsunterbrechung kam bei der Abstimmung zu dem Antrag ein Patt zustande, womit er abgelehnt wurde. Jens Reise erklärte jedoch einen Tag nach der Sitzung auf Nachfrage, dass ihm signalisiert worden sei, dass das Thema noch einmal aufgenommen werden könne. Den Antrag auf die Einleitung des Bauleitplanverfahrens könne er in Zukunft wieder einbringen, so Reise.

Eklat zu Dieter Ketels Befangenheitsvorwürfen

Für Aufsehen sorgte im Anschluss Dieter Ketels, der Hans-Heinrich Schröder vorwarf, beim Thema Awo-Haus, das von einem Hamburger Investor erworben wurde, befangen zu sein. Die Firma sei mit anderen Unternehmen vernetzt, die im Ort tätig sind. Ketels warf Schröder vor, in Verbindung zu dem Investor zu stehen. „Für mich ist das Ganze etwas zu nah“, betonte er. Beweise konnte Ketels jedoch nicht für seine Behauptungen vorlegen.

Schröder verteidigte sich daraufhin und wies die Vorwürfe ausdrücklich zurück: „Ich bin lediglich Geschäftsführer im Nahkauf Großenbrode.“ Er sei mit den anderen Gesellschaftern nicht verwandt, sagte Schröder. Er habe mit dem Awo-Haus nichts zu tun und begleite das Projekt auch nicht. Die Zählgemeinschaft aus CDG, SPD und FDP zeigte sich empört über die Vorwürfe. Reise betonte, man könne dies nicht einfach behaupten, ohne Beweise dafür anzuführen. Es bestehe weder ein verwandtschaftliches Verhältnis, noch stehe Schröder in einem Angestelltenverhältnis zu den anderen Firmen. Reise bat nach der Diskussion die Verwaltung darum, den Vorwurf der Befangenheit Schröders zu überprüfen. 

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