Jörn Koch und Dr. Christel Happach-Kasan.
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Die Auszeichnung zum „Wald des Jahres 2021“ nahm der Vorsitzende des Fördervereins für Heimatkunde und Landschaftspflege im Großenbroder Winkel, Jörn Koch, von der Landesvorsitzenden des Naturschutzverbandes Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Dr. Christel Happach-Kasan, entgegen.

„Großenbroder Holz“ wurde feierlich als „Wald des Jahres 2021“ ausgezeichnet

Auszeichnung: Ein ganz besonderer Wald in Großenbrode

  • Hans-Jörg Meckes
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Jedes Jahr vergibt der Naturschutzverband Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) die Auszeichnung für den „Wald des Jahres“. Jetzt war Großenbrode an der Reihe.

  • Das „Großenbroder Holz“ wurde im Jahr 1998 angelegt.
  • 85 Prozent der Kosten in Höhe von 135000 DM sind seinerzeit gefördert worden.
  • „Die Gemeinde Großenbrode war ihrer Zeit weit voraus“

Großenbrode – Mit der Auszeichnung sollen Besitzer kleiner Privatwald- oder Gemeindeflächen ausgezeichnet werden, die mit der Bewirtschaftung ihres Waldes beispielhaft die Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllen, erklärt Dr. Christel Happach-Kasan, Landesvorsitzende des SDW Schleswig-Holstein. In diesem Jahr geht die Auszeichnung an den Förderverein für Heimatkunde und Landschaftspflege im Großenbroder Winkel, der den im Jahr 1998 angelegten Jungwald „Großenbroder Holz“ betreut.

„Ich möchte mich recht herzlich bedanken, dass Sie unser ‚Großenbroder Holz‘ ausgewählt haben“, brachte der Vorsitzende des Fördervereins, Jörn Koch, zum Ausdruck. In seiner Rede ging Koch auch auf die Entstehung und Entwicklung des Waldes auf der circa 40 Hektar großen Fläche ein, die davor ehemalige Marineliegenschaft war und als Ackerland genutzt worden sei. „Hauke Kobarg, Jürgen Detlef-Reise und Heiner Schröder hatten 1997 die Idee, dort einen Wald in Großenbrode zu schaffen“, so der Vorsitzende weiter. Um die Idee in die Tat umsetzen zu können, sei am 2. Februar 1998 der Förderverein gegründet worden, der auch seitens der Gemeinde um den damaligen Bürgermeister Hartmut Deiterding die nötige Unterstützung für das Vorhaben erhielt, erzählte Koch. „Nach nicht einmal einem Jahr konnte mit der Aufforstung begonnen werden, und die Entstehung des ‚Großenbroder Holzes‘ war mit nur 135000 DM zum Großteil vollbracht. Hiervon hat die Landwirtschaftskammer 85 Prozent übernommen, die weiteren Kosten wurden von der Gemeinde Großenbrode getragen.“

Christel Happach-Kasan bezeichnete die Initiative, die hier vor 23 Jahren entstand, als „etwas ganz Besonderes“. Vor allem in der heutigen Zeit werde vielen immer mehr bewusst, wie wichtig der Wald mit seinen Funktionen für die Nachhaltigkeit sei. So würden Wälder CO2 aufnehmen, Sauerstoff produzieren und Tieren einen Lebensraum geben, verdeutlichte die Landesvorsitzende. „Die Gemeinde Großenbrode war ihrer Zeit weit voraus.“ In Schleswig-Holstein gebe es verhältnismäßig nur wenige Waldflächen, erklärte Happach-Kasan. Nur elf Prozent der Landesfläche seien mit Wäldern bedeckt. „Wir haben eine gute Wahl getroffen, wenn wir hier in Großenbrode diesen Jungwald auszeichnen.“

Schön kühl war es beim Rundgang durch das „Großenbroder Holz“ am Mittwoch. Wälder spenden viel Schatten und laden zum Spaziergang ein.

„Hier ist eine ganz besondere Leistung gelungen“, sagte SDW-Kreisvorsitzender Henning von Ludowig, der Ideengeber war, den Wald in Großenbrode auszuzeichnen. Es sei beeindruckt davon, dass es gelungen ist, einen solchen Wald an einem Tourismusort zu entwickeln. Dennoch gelte es jetzt weiterhin, den Mischwald mit seinem kräftig wachsenden Forstbestand zu betreuen und zu pflegen.

„Die aktuelle Bedrohung durch den Klimawandel zeigt die Bedeutung, die Wälder erlangt haben.“ 

Ostholsteins Kreispräsident Harald Werner (CDU)

Ostholsteins Kreispräsident Harald Werner (CDU) beglückwünschte den Förderverein zur Auszeichnung und zeigte sich erfreut, dass es in der kleinen Gemeinde am Sund eine Gruppe mit einer so großen Initiative für den Naturschutz gibt. „Die aktuelle Bedrohung durch den Klimawandel zeigt die Bedeutung, die Wälder erlangt haben. Die weltweite Waldfläche schrumpft dramatisch.“

Aus der Politik richteten auch Bürgermeister Jens Reise (CDG) sowie CDU-Bundestagsabgeordneter Ingo Gädechens und CDU-Landtagsabgeordneter Peer Knöfler ihre Glückwünsche an den Förderverein. Jörn Koch erwähnte nach dem musikalischen Abschlussstück der Bläsergruppe: „Wir leben an einem Ort mit drei Seiten Wasser und einem Wald. Wer hat das schon?“

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