Ungebrochener Optimismus bei HVB-Geschäftsführung / Hermes sieht Chancen durch niedriges Zinsniveau

Mit Großprojekten Zeichen setzen

Auch wenn es aufgrund langer und manchmal verworrener Genehmigungswege mitunter mehrere Jahre dauert, bis Projekte umsetzungsreif sind, haben die HVB-Geschäftsführer Manfred Wohnrade (l.) und Joachim Gabriel (r.) – hier vor dem F-Plan-Entwurf der Stadt Heiligenhafen – ihren Optimismus noch nicht verloren. Foto: Höppner

HEILIGENHAFEN (hö)  • Hotel mit Shopping-Center und Seebrücke, „Dünenpark“, Binnensee-Südpromenade, Reisemobilstellplatz – die Liste der in Heiligenhafen geplanten Großprojekte ist lang.

Doch ehe der Startschuss für die konkrete Umsetzung gegeben werden kann, haben die Geschäftsführer der bei der Realisierung federführenden Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) nicht nur weitere Gespräche mit Investoren und Projektbetreibern zu führen, auch die bauleitplanerischen Voraussetzungen sind noch nicht abgeschlossen.

Zunächst einmal geht es um die 27. Änderung des Flächennutzungsplans (F-Plan). Dieser muss nach Angaben von HVB-Geschäftsführer Joachim Gabriel ein weiteres Mal öffentlich ausgelegt und die Träger öffentlicher Belange beteiligt werden. Ein entsprechender Beschluss könnte in einer im Februar stattfindenden Sondersitzung der Stadtvertretung – Bürgermeister Heiko Müller deutete dies auf dem Neujahrsempfang der CDU bereits an – gefasst werden, sodass Mitte des Jahres der F-Plan beschlossen und die sich darauf aufbauenden detaillierten Bebauungspläne (B-Plan) angeschoben werden können. Gabriel wie auch der zweite HVB-Geschäftsführer Manfred Wohnrade sind zuversichtlich, dass sich dieses Zeitfenster einhalten lässt.

Ein erstes kleines Zeichen, dass sich etwas bewegt, ist der Abriss des ehemaligen Café „Möwenblick“ gegenüber der DLRG-Hauptwache, mit dem am Dienstag begonnen wurde. Noch ist es aber nicht mehr als die Beseitigung eines Schandflecks, denn um das geplante Projekt mit einem laut Gabriel geschätzten Investitionsvolumen von acht bis zwölf Millionen Euro auch komplett verwirklichen zu können, fehlen der „Erschließungsgesellschaft Dünenpark“ noch drei Grundstücke. Doch hier sei man auf dem Wege einer Einigung, so Wohnrade optimistisch.

• Nutzung nur als

• Ferienwohnung

Der „Dünenpark“ soll aus zwei halbkreisförmigen Gebäudekomplexen bestehen. Einer ist für die Strandversorgung gedacht, der andere soll auf zwei Ebenen (1. und 2. Etage) jeweils 21 Wohneinheiten umfassen, darunter sollen ebenerdig die Pkw-Stellplätze angelegt werden. Für die Wohneinheiten, sagte Joachim Gabriel, sei die ausschließliche Nutzung als Ferienwohnung vorgesehen.

Einen Investor gibt es bislang noch nicht, im Frühjahr soll für den „Dünenpark“ eine erneute europaweite Ausschreibung erfolgen. Die erste war nicht von Erfolg gekrönt. Aufgrund des derzeit niedrigen Zinsniveaus sieht HVB-Aufsichtsratsvorsitzender Ekkehard Hermes in diesem Jahr größere Chancen, einen Investor für den „Dünenpark“ zu finden.

Ein weiteres Millionen-Projekt ist die Errichtung eines Hotels mit einem 2 000 Quadratmeter großen Shopping-Center und Seebrücke nördlich des „Gill-Hus“. Auch hier geht es nur schrittweise voran. Die Bereitschaft der Großen Bürgergilde Heiligenhafen, im Bereich des „Gill-Hus“ mit der HVB einen Tausch von Teilgrundstücken einzugehen (HP, 12. Januar 2009), ist ein Mosaikstein, der den Bau einer Seebrücke ein Stück näher bringt. Die HVB-Geschäftsführer sagten gegenüber der HP aber auch, dass sich die Teilprojekte Hotel mit 140 Zimmern, Shopping-Center und Seebrücke gegenseitig bedingen würden. Ein Betreiber für die Hotelanlage steht zur Verfügung, Gespräche mit Investoren müssen weiter geführt werden. Das Investitionsvolumen für das Hotelprojekt einschließlich Shopping-Center und Seebrücke sieht die HVB-Geschäftsführung bei rund 30 Millionen Euro.

Vehemente Kritik an der Planung wird von einigen Anwohnern des Graswarders geäußert. An der Spitze die Dipl.-Architektin Dr. Florentine Sack, die im Rahmen des Anhörungsverfahrens von einer überdimensionierte Planung sprach und äußerte, dass das Bauwerk mit einem Flugzeugträger vergleichbar wäre. Bürgermeister Heiko Müller hatte schon beim CDU-Neujahrsempfang harsch auf diese Behauptung reagiert („Alles Quatsch“) und gesagt: „Lieber Gott, mach, dass die, die von der Sache nichts verstehen, trotzdem schweigen!“

Trotz einiger Kritiker sehen sich die HVB-Geschäftsführer auf einem guten Weg, dieses Großprojekt realisieren zu können. Denn auch die Konkurrenz ruht nicht. Burg will ein Hotel bauen, Dahme einen Sportboothafen, Kellenhusen ist ebenfalls an einem Hotelbau interessiert und auch andere Ostseebäder hegen ähnliche Planungen.

Gute Hoffnungen auf einen ersten Spatenstich noch in diesem Jahr sieht die HVB für die rund 4,5 Millionen teure Binnensee-Südpromenade. Hier steht die fachtechnische Prüfung durch das zuständige Ministerium in Kiel noch aus, eine 60-prozentige Förderung der Maßnahme wird aber erwartet.

• Reisemobilplatz:

• Pech gehabt

Für 1,5 Millionen Euro soll der Reismobilplatz umgebaut werden, wobei die HVB davon ausgeht, dass ein Drittel der Kosten gefördert wird. Hier ist einer Verteuerung der Maßnahme eingetreten, da festgestellt wurde, dass der aufzunehmende Asphaltbelag des „Gill-Hus“-Parkplatzes mit Pech belastet ist. Die Entsorgungskosten würden sich laut Gabriel dadurch erhöhen.

Der neue Reisemobilplatz wird nach Angaben der HVB-Geschäftsführer mit hochwertigen Sanitäranlagen ausgestattet sein und Premiumqualität besitzen. Die bisherigen knapp 100 Stellplätze werden auf 135 ausgebaut. Davon sind 25 für Kurzzeitparker vorgesehen, 110 werden „Premiumplätze“ sein. Auch bei dieser Maßnahme rechnet die HVB-Geschäftsführung mit einem Baubeginn in diesem Herbst.

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