Eine FFP2-Maske von der Firma F&F aus dem Werk Grube
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Die Firma F&F aus Neustadt produziert an ihrem Standort in Grube FFP2-Masken zum Einsatz in der Corona-Pandemie.

Firma F&F produziert für ganz Norddeutschland

Grube: FFP2-Masken aus Ostholstein

  • Hans-Jörg Meckes
    vonHans-Jörg Meckes
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Im Werk der Firma F&F Lasertechnik in Grube werden seit einem halben Jahr FFP2-Masken hergestellt. Von hier aus beliefert die Firma Kunden in ganz Norddeutschland. Bald sollen hier eine Million Masken pro Monat produziert werden.

  • Die Firma F&F aus Neustadt produziert in ihrem Werk in Grube seit Juli 2020 FFP2-Schutzmasken.
  • Ihr Know-How in der Lasertechnik und der Metallverarbeitung kommt der Firma dabei zugute.
  • Im Werk Grube arbeitet ein 40-köpfiges internationales Team.

Grube – Die Nachfrage nach Masken ist in Corona-Zeiten uneingeschränkt hoch in Deutschland. Viele Situationen des alltäglichen Lebens lassen sich seit einem Jahr ohne die schützenden Präparate nicht mehr bewältigen. Deshalb entschieden sich die Geschäftsführer der Firma F&F aus Neustadt, Andreas Babbe, Jens Sager und Janine Kühl, bereits zu Beginn der Pandemie im März 2020, diese auch in ihrer Firma zu produzieren.

Die Firma F&F aus Neustadt hat seit Juli 2020 einen weiteren Produktionsstandort in Grube, wo sie ausschließlich FFP2-Masken für den professionellen Bereich in ganz Norddeutschland produziert.

F&F ist spezialisiert auf Metallverarbeitung und Lasertechnik, erzählt Jens Sager, der den Bereich der Maskenproduktion leitet. Nach dem Einstieg im März 2020 habe die Firma nach kurzer Zeit schon so viele Anfragen gehabt, dass sie eine größere Produktionsfläche und mehr Mitarbeiter benötigte. So kam es dazu, dass sich die Geschäftsführer im Juli 2020 entschieden, in Grube einen neuen Standort zu eröffnen. Dort investierte F&F circa fünf Millionen Euro in eine Halle und neue Maschinen.

Zwei Maskentypen für ganz Norddeutschland

„Wir sind jetzt 40 Leute verteilt auf drei Schichten“, erklärt Sager weiter. F&F produziere bis jetzt zwei Typen von Masken mit FFP2-Zertifizierung: Die sogenannten Cup-Masken würden extrem dicht abschließen und stünden für einen hohen Anspruch an Sicherheit, betont der Geschäftsführer. Davon produziere das Unternehmen 70000 Stück pro Woche. Der andere Typ sei eine FFP2-Faltmaske, die leichter und billiger zu produzieren sei. Sie hat in der Mitte einen Knick und ist auch bei vielen Privatpersonen im Alltag zu sehen. „Bis Ende März wollen wir davon 200000 pro Woche herstellen“, plant Sager und erklärt weiter, dass seine Firma aktuell überwiegend für die öffentliche Hand und den professionellen Bereich wie beispielsweise Rettungskräfte in ganz Norddeutschland produziere.

Der Produktionsprozess ist in verschiedene Abschnitte gegliedert. Zuerst werden die gelieferten Materialien im Labor überprüft und gehen dann in den Zuschnitt. Danach werden die Masken versiegelt und mit Gummibändern ausgestattet. Zum Schluss werden sie abgedichtet und erhalten ihre Verpackung, beschreibt der Geschäftsführer. Der Firma komme dabei ihre 30 Jahre lange Erfahrung in der Metallverarbeitung und der Lasertechnik in Neustadt zugute, denn so konnte sie ihre Maschinen sehr schnell für den Herstellungsprozess anpassen. „Wir haben es im Zeitraffer hochgezogen“, so Sager. Das Anbringen der Gummibänder funktioniere per Ultraschallschweißen mit Fingersonotroden, die den Kunststoff an den beiden äußeren Stellen so warm werden lassen, dass er verschmilzt.

Mit zwei Fingersonotroden werden die Gummibänder per Ultraschallschweißen links und rechts an den Masken befestigt. Ihr Know-How in der Lasertechnik kommt der Firma F&F bei der Maskenproduktion zugute.

Das Team ist durch Zufall entstanden, das sind hochmotivierte und tolle Leute.

F&F-Geschäftsführer Jens Sager

Mittlerweile verfüge der Standort in Grube über ein international geprägtes Team aus 40 Mitarbeitern. „Das Team ist durch Zufall entstanden, das sind hochmotivierte und tolle Leute“, lobt der Geschäftsführer. Der Ausländeranteil liege am Standort Grube bei circa 60 Prozent. Alle Mitarbeiter sollen auch in Zukunft erhalten bleiben, obwohl geplant werde, den Produktionsprozess stärker zu automatisieren. Sager: „Wir wollen in den nächsten Wochen und Monaten viel in die Automatisierung investieren und die Stückzahl nach oben treiben.“ Er gehe davon aus, in einem halben Jahr eine Million Masken pro Monat herstellen zu können. Arbeitsschritte, die dann automatisch durchgeführt werden könnten, seien etwa die Versiegelung und die Beschriftung der Masken.

Standort in Grube ist gebaut, um zu bleiben

Die Firma will auch in Zukunft in Grube weiter Masken produzieren. „Dieser Standort ist gebaut, um zu bleiben. Wir haben bisher keinen Grund für Kurzarbeit gehabt, es gibt genug zu tun“, betont Sager. Auch nach der Corona-Pandemie, ist sich der Geschäftsführer sicher, werde es weiterhin eine Nachfrage nach diesen professionellen Masken geben. So müssten Angestellte im Baugewerbe seiner Aussage nach immer wieder auf diesen Schutz zurückgreifen.

Bald möchte F&F auch die Produktion von FFP3-Masken beginnen, für die sie eine technische Zulassung erwirkt habe. „FFP3-Masken dürfen maximal einen Filterdurchlass von einem Prozent haben. Wir liegen bei 0,2 bis 0,4 Prozent“, so Sager.

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