Bürgermeister Heiko Müller: Wir sind uns bewusst, dass ein vernünftiger Strand unabdingbar ist

Gutachten ist nicht vor März fertig

Bürgervorsteher Norbert Suhr verliest die Küstenschutz-Resolution, die die Stadtvertretung einstimmig auf den Weg brachte. Rechts: Ute Hapke.

Bürgervorsteher Norbert Suhr verliest die Küstenschutz-Resolution, die die Stadtvertretung einstimmig auf den Weg brachte. Rechts: Ute Hapke.                                                         

Von Andreas Höppner

HEILIGENHAFEN • Die Wiederherstellung des durch den Novembersturm großflächig weggespülten Strandes auf dem Steinwarder ist für viele Warderstädter das dringendste Problem, das es bis zur kommenden Saison zu lösen gilt. Auch die Stadtvertretung unterstrich dies in ihrer Sondersitzung mit Nachdruck. „Wir sind uns bewusst, dass ein vernünftiger Strand unabdingbar ist“, so Bürgermeister Heiko Müller.

Allerdings ist noch etwas Geduld gefragt. Zunächst einmal müsse ein beim Ingenieurbüro „Wald &  Kunath“ in Auftrag gegebenes Gutachten zum Küstenschutz abgewartet werden, um sinnvolle Entscheidungen treffen zu können. „Das Gutachten wird Ende Januar erwartet“, ließ Müller die Stadtvertreter sowie die zahlreichen Besucher wissen. Dipl.-Ingenieur Matthias Pülsch vom zuständigen Ingenieurbüro teilte der HP hingegen auf Nachfrage mit, dass man zwar  „schwerpunktmäßig“ an den Planungen arbeite, diese aber wohl nicht vor März vorlegen könne. Dafür seien die Arbeiten zu umfangreich.

Resolution der Stadtvertretung

Die Stadt Heiligenhafen hatte das Hochwasser in der Nacht zum 2. November 2006 besonders hart getroffen (wir berichteten). In einer in der Stadtvertretung einmütig verabschiedeten Resolution an die Landesregierung wird auf einen nachhaltig drohenden Schaden der Tourismusentwicklung hingewiesen, sollte es nicht gelingen, bis zum Saisonbeginn den Strand wiederherzustellen. Da Strandaufspülungen nicht förderfähig sind, bittet die Stadt nun um finanzielle Unterstützung durch das Land und verweist parallel auf ähnlich gelagerte Fälle in Mecklenburg-Vorpommern (Usedom), wo die dortige Landesregierung durch Umschichtung von Fördermitteln Strandaufspülungen unterstützt habe.

Nach Berechnungen von „Wald & Kunath“ wären rund 60000 Kubikmeter Sand notwendig, um den Strand wiederherzustellen. Allein hierfür betrügen die Kosten bis zu 700000 Euro, so Müller. Geld, das die Stadt Heiligenhafen nicht hat.

Umso wichtiger sei es, so CDU-Fraktionssprecherin Helga Wiedersich, im Bereich des Küstenschutzes nur sinnvolle Maßnahmen in Angriff zu nehmen. Da die Zeit der Winter- und Frühjahrsstürme noch nicht vorbei sei, wäre „es  sinnlos, jetzt schon Sand aufzuspülen“. Eine Sandaufspülung sei ohnehin nur in Begleitung mit Küstenschutzmaßnahmen sinnvoll, um zu erreichen, dass der Sand über einen längeren Zeitraum am Strand verbleibe.

„So schnell wie möglich und so gut wie möglich“

Den unbedingten Willen zum Handeln unterstrich SPD-Fraktionssprecher Peter Ascheberg wie folgt: „So schnell wie möglich und so gut wie möglich wird es neuen  Strand geben.“ Dabei läuft es darauf hinaus, das Material aus Dänemark zu importieren.  Das sei die wahrscheinlich  kostengünstigste Variante, so Bürgermeister Heiko Müller. Möglich wäre auch eine Ausbaggerung östlich des Graswarders. Doch hier könnte es nicht nur naturschutzrechtliche Bedenken geben. Auch über die Qualität (z.B. Körnung) des Baggergutes könnten keine Aussagen gemacht werden, so Bauamtsleiter Jürgen Bahr.

Dass die Stadtvertretung dem Küstenschutz oberste Priorität beimisst, verdeutlichte auch die Verabschiedung des neuen Haushalts. „Wir haben gekürzt, gekürzt und gekürzt“, so Peter Ascheberg. Geschoben werden demnach als größte Posten die Erneuerung der Feldstraße sowie die Sanierung der Dammbrücke zum Steinwarder. Geplante Anschaffungen für den Bauhof wurden ebenfalls aus dem Vermögenshaushalt gestrichen. So konnten für den Küstenschutz immerhin 150000 Euro eingestellt werden.

Bei zwei Enthaltungen segnete die Stadtvertretung den Haushalt ab, der im Verwaltungshaushalt mit einem Minus von 698500 Euro abschließt. Noch im Dezember hatte das Stadtparlament dem Zahlenwerk die Zustimmung verweigert. Grund war der Stellenplan. Hier hatten die Fraktionen weiteren Informationsbedarf angemeldet. In einer vor der Sondersitzung der Stadtvertretung abgehaltenen Sitzung des Hauptausschusses  hatte Bürgermeister Heiko Müller offenbar zufriedenstellende Aufklärungsarbeit geleistet, sodass eine öffentliche Diskussion der Thematik ausblieb.

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