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Große Nachfrage nach Immobilien in Heiligenhafen

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Von: Peter Foth

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Hauke Marbach.
Immobilienmakler Hauke Marbach, der auch Vorsitzender von „Haus & Grund“ in Heiligenhafen ist, äußert sich im HP-Interview zur Immobilienlage in der Warderstadt. © Foth

Das Immobiliengeschäft an der Ostsee boomt. Wie andere Ostseebäder erlebt auch Heiligenhafen seit einigen Jahren verstärkt eine Art von „Syltisierung“. 

Heiligenhafen – Wohnen im eigenen Heim oder in einer Mietwohnung wird immer teurer in Ostholstein. Das geht aus dem Immobilienmarktatlas hervor, den die Landesbausparkasse (LBS) jetzt veröffentlichte. Die Einheimischen können sich Heiligenhafen kaum noch leisten und werden oft durch hohe Mieten an den Rand der Peripherie gedrückt. Neubürger, die aus den Ballungsgebieten größerer Städte kommen, dominieren bei der Suche nach einer geeigneten Immobilie in Heiligenhafen.

Die Stadtvertretung hat mit einer Veränderungssperre für die Altstadt dafür gesorgt, dass kein Wohnraum in diesem Gebiet zu Ferienwohnungen umgebaut werden kann. Mit Neubauten in Eigenregie, gebaut von einer kürzlich gegründeten städtischen Wohnungsbaugesellchaft, wollen alle politischen Parteien in Heiligenhafen zukünftig für bezahlbare Mieten sorgen. Doch bisher konnte das Konzept, das in den Startlöchern steht, noch nicht umgesetzt werden.

Über die derzeitige Situation auf dem Heiligenhafener Immobilienmarkt sprach die HP jetzt in einem Interview mit dem Vorsitzenden der Interessengemeinschaft „Haus & Grund“ Heiligenhafen, Hauke Marbach, der auch als Immobilienmakler bei „Immobilien Fuxx“ tätig ist.

Herr Marbach, wie haben sich die Immobilienpreise und Mieten in Heiligenhafen entwickelt?

Seit 2015 ist ein extremer Anstieg bei den Immobilienpreisen kontinuierlich zu beobachten. Grundstückspreise haben sich innerhalb von zwei Jahren mit rund 30 bis 40 Prozent im Durchschnitt erhöht. Die steigenden Baukosten, Verknappung von Materialien und vor allem natürlich die immer kleiner werdenden Grundstücksflächen sorgen für eine kontinuierliche Preissteigerung in allen Bereichen und allen Teilen Heiligenhafens. Das betrifft nicht nur den unmittelbaren Strandbereich, sondern vor allem auch den zu dauerhaften Wohnzwecken nutzbaren Stadtbereich. Preissteigerungen in den letzten 18 Monaten sind von bis zu 40 bis 50 Prozent tatsächlich keine Seltenheit mehr.

Wenn in Heiligenhafen auf privatem Grund etwas neu gebaut wird, wie am Lütjenburger Weg, sind es meistens Eigentumswohnungen, keine Ferienwohnungen, die schnell an auswärtige Interessenten verkauft werden. Diese Wohnungen werden oft als Geldanlage oder Zweitwohnungen gekauft und sind oft nicht dauerhaft bewohnt. Ist diese Entwicklung für Heiligenhafen von Vorteil?

Wir haben in den letzten zwei Jahren das Projekt „Hillighöft“ am Stadtpark fertiggestellt. Hier ist zu beobachten, dass eine gemischte Nutzung von Zweitwohnungen und Wohnungen zu dauerhaften Wohnzwecken sich durchgesetzt hat. Ein Teil der Wohnungen ist auch von Kapitalanlegern zur dauerhaften Vermietung erworben worden. Die Entwicklung für Heiligenhafen sehe ich bei solch einer gemischten Nutzung nicht als bedenklich, solange der Teil der Zeitwohnungen nicht überwiegt.

Wie hoch ist die Nachfrage nach Wohnraum, Grundstücken und Häusern in Heiligenhafen?

Stetig wachsend, sowohl von jungen einheimischen Familien, die noch immer den Wunsch hegen, sich hier dauerhaft niederzulassen, als auch von Zuzüglern aus dem ganzen Bundesgebiet.

Wie haben sich die Grundstückspreise in Heiligenhafen entwickelt? Nach welchen Faktoren richten sich die Mieten für Altbau- und Neubauwohnungen in Heiligenhafen?

Im überwiegenden Teil von Heiligenhafen belaufen sich die Grundstückspreise auf 190 Euro pro Quadratmeter gemäß dem Gutachterausschuss. Die Kaltmieten in der Warderstadt liegen zwischen acht und zwölf Euro pro Quadratmeter. Das ist schon eine Steigerung von rund 40 Prozent im Vergleich zu vor fünf Jahren. Das Geld, was von außen nach Heiligenhafen reinkommt, wird für einen weiteren Preisanstieg sorgen.

Die Mitgliederzahlen bei „Haus & Grund“ haben auch in Heiligenhafen rasant zugelegt. Worauf ist diese Entwicklung Ihrer Meinung nach zurückzuführen?

Es ist zu beobachten, dass sich in den letzten 15 Monaten der Pandemie durch das verstärkte Aufhalten der Menschen zu Hause, sich doch der eine oder andere Streit mit den Nachbarn vermehrt hat. Der Wunsch vieler, einer rechtlichen Auseinandersetzung frühzeitig aus dem Weg zu gehen durch eine umfangreiche kostenlose Erstberatung von „Haus & Grund“, kann hier helfen, Probleme zu lösen. Erster Anlaufpunkt ist das Büro von „Immobilien Fuxx“, das täglich geöffnet ist. Meistens können wir hier schon helfen.

Heiligenhafen stößt überall an die Grenzen der Gemarkung und neue Baugebiete können kaum noch erschlossen werden. Was bedeutet das für die Zukunft?

Grund und Boden wird weiter teurer werden. Neue Baugebiete auch für junge Familien zu erschließen, wird in Zukunft immer schwieriger werden.

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