Bernd Wiegand verabschiedet sich nach 20 Jahren Schulleitung in Heiligenhafen von der TSS

Ein halbes Leben Rektor

Bernd Wiegand war 20 Jahre lang Schulleiter in Heiligenhafen. Ab August geht der 65-Jährige in Pension und freut sich, die neugewonnene Zeit mit seiner Frau verbringen zu können.
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Bernd Wiegand war 20 Jahre lang Schulleiter in Heiligenhafen. Ab August geht der 65-Jährige in Pension und freut sich, die neugewonnene Zeit mit seiner Frau verbringen zu können.

Heiligenhafen -mf- Mit dem Scorpions-Welthit „Wind of Change“ verabschiedete das Kollegium der Theodor-Storm-Schule (TSS) am Mittwochmittag ihren Schulleiter Bernd Wiegand in den Ruhestand.

  • Abschied in der Heiligenhafener Theodor-Storm-Grundschule
  • Viele lobende Worte für Bernd Wiegand
  • Schulleitung wird zunächst kommissarisch übernommen

Weil aufgrund der Corona-Pandemie auf eine Live-Performance verzichtet werden musste, wurde das Lied nur abgespielt und nicht vorgesungen. Nach einer langen Ära wartet nicht nur auf die Heiligenhafener Grundschule ein „Wind der Veränderung“, sondern auch auf den Schulleiter, der ab August seine neugewonnenen Freiheiten voll und ganz genießen kann. „14 Jahre hast du als Kapitän auf der Brücke der Theo gestanden, jetzt musterst du ab“, sagte die Konrektorin Sabine Boschke.

Bernd Wiegand stammt nicht aus einer typischen Lehrerfamilie, er verbrachte seine Kindheit in der Konditorei seiner Eltern zwischen Marzipan und Torten. Nach seinem Abitur beschäftigte sich der Familienvater im Rahmen seines Zivildienstes zum ersten Mal mit Menschen, die unter besonderen Beeinträchtigungen litten. 

Ein Wegweiser für die Zukunft, denn der Entschluss zu einem Studium der Sonderpädagogik stand schnell fest. Es folgte ein Referendariat in einer Heimsonderschule mit verhaltensauffälligen Jungen, Bernd Wiegand eine Planstelle antrat.

Mit 32 Jahren schon Schulleiter

Bereits im Alter von gerade einmal 32 Jahren wurde der Sonderpädagoge zum ersten Mal Schulleiter an einer Sonderschule in Delmenhorst in Niedersachsen. „Mehr als dein halbes Leben bist du nun schon Rektor“, stellte Boschke bei ihrer Rede anerkennend fest. Vor 20 Jahren wagte Bernd Wiegand mit seiner Familie den großen Schritt und zog nach Schleswig-Holstein, um dort die Leitung der damaligen Gorch-Fock-Schule in Heiligenhafen zu übernehmen. 

Wolfgang Knoll, der seit vielen Jahren mit Bernd Wiegand zusammenarbeitet, erinnerte sich noch gut an die „bunte Zeit“ an der Gorch-Fock-Schule. Damals habe es noch vier Schulen in der Warderstadt gegeben, „in diesem Gebäude war damals noch eine andere Schule“, sagte Knoll und erklärte weiter, dass Bernd Wiegand unter anderem maßgeblich dazu beigetragen habe, dass das Ganztagsschulangebot ausgebaut wurde. Außerdem lobte Wolfgang Knoll die Begabung des Schulleiters, Gespräche zu führen, durch die er stets „meisterhaft Lösungen gefunden“ habe.

„Dem Schulträger waren Sie immer ein verlässlicher Partner. Fordernd, aber immer konstruktiv“, sagte Bürgermeister Kuno Brandt, der zurückblickte auf die Zeit, als er selbst an dieser Schule mal Schulsprecher gewesen ist.

Auch Schulrat Thomas Panten fand positive Worte und sagte: „Bernd Wiegand hat immer das Beste für die Schüler, die Kollegen und die Schule heraufgeholt.“

Sichtlich gerührt ergriff auch der baldige Pensionär das Wort. Mit dabei seine braune Ledertasche, die ihn von seiner Referendariatszeit bis heute täglich begleitet hat. Kindern auf die Sprünge zu helfen und Zugang zu dieser Welt zu verschaffen, war für den 65-Jährigen das Wichtigste in den vergangenen 40 Jahren. Der Schulleiter appellierte aber auch: „Wir bekommen von den Kindern so viel zurück, das dürfen wir nie vergessen.“ Jetzt wolle Wiegand Platz für Neues schaffen.

 „Wenn man geht und sich eine Tür schließt, dann öffnet sich gleichzeitig eine neue Tür für jemand anderen“, sagte der Lehrer und kämpfte dabei mit den Tränen. Zum Abschluss erhob Bernd Wiegand das Glas und stieß auf „das beste Kollegium der Welt“ an. Und auch für seine Frau fand Bernd Wiegand liebe Worte: „Du hast mich über so viele Hürden getragen. Du bist das größte Glück meines Lebens.“

Nachfolger noch nicht gefunden

Wie es für die TSS nun weitergeht, steht noch nicht sicher fest. Bewerbungen für die Stelle als

Schulleiter

seien zwar da, aber durch die Corona-Pandemie habe sich alles etwas verzögert, erklärte Thomas Panten, der ergänzte: „Ich bin guter Dinge, dass es bald eine neue Schulleitung geben wird.“ Nur ab wann genau und ob es bis zum 1. August zu schaffen ist, sei noch nicht klar. Bis dahin wird Sabine Boschke die Leitung der Grundschule kommissarisch übernehmen.

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