Die Hotels in Heiligenhafen von der Seebrücke aus gesehen.
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Wie geht es mit dem Tourismus im Land weiter? Neben Fehmarn will sich auch Heiligenhafen als Modellregion bewerben. Dann könnten sowohl Gastronomie als auch Hotellerie unter strengen Auflagen wieder öffnen.

Heiligenhafen will sich bewerben

Touristische Modellregion: Chance auf Öffnung?

  • Andreas Höppner
    vonAndreas Höppner
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  • Patrick Rahlf
    Patrick Rahlf
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Heiligenhafen will sich in der Corona-Krise als touristische Modellregion bewerben. Dafür sind allerdings hohe Anforderungen vorgesehen. Gastronomie und Hotels könnten dann unter strengen Auflagen wieder öffnen.

  • Städte, die zur Modellregion werden, müssen umfassende Voraussetzungen erfüllen.
  • Auch die heimische Wirtschaft kann sich an der Bewertung beteiligen.
  • Auch auf Fehmarn ist die Bewerbung als Modellregion aktuell ein Thema.

Heiligenhafen – Die dritte Corona-Welle hat Fahrt aufgenommen. Die Inzidenz steigt landesweit kontinuierlich leicht an und befindet sich schon seit einigen Tagen im 60er-Bereich, im Kreis Ostholstein liegt der Wert zumeist in der 30er-Region. Gestern betrug der Inzidenzwert in Ostholstein 36,9, was den fünftbesten Wert aller Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland bedeutete. Ostholsteins Nachbarkreis Plön steht mit einer Inzidenz von 26,4 sogar auf dem dritten Rang. Auch deshalb haben die Überlegungen des Landes Fahrt aufgenommen, für bestimmte Bereiche Lockerungen zuzulassen und Modellprojekte für den Tourismus oder kulturelle Veranstaltungen einzurichten.

Im Kern geht es darum, zu belegen, dass sicherer Tourismus möglich ist. Es sind umfassende Voraussetzungen zu erfüllen.

Manfred Wohnrade, Touristikleiter in Heiligenhafen

In Heiligenhafen ist das Interesse groß, sich als Modellregion zu bewerben. „Im Kern geht es darum, zu belegen, dass sicherer Tourismus möglich ist. Es sind umfassende Voraussetzungen zu erfüllen. Dabei geht es um Testmöglichkeiten, Gästeregistrierung und -nachverfolgung. Außerdem sind Themen wie Besucherlenkung sowie Hygienekonzepte der Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe zu dokumentieren“, erklärte Heiligenhafens Touristikleiter Manfred Wohnrade auf HP-Nachfrage. 

Ganze Orte oder Tourismusorganisationen können sich derzeit beim Land bewerben. „Nach Rücksprache mit dem stellvertretenden Bürgermeister soll sich Heiligenhafen bewerben. Das werden wir jetzt angehen und versuchen gerade, aussagekräftige Unterlagen zusammenzustellen. Schauen wir mal, ob es klappt und ob wir dann ausgewählt werden“, sagte Wohnrade.

Betriebe können bei Bewertung helfen

Auch die heimische Wirtschaft kann sich an der Bewerbung beteiligen und den Tourismus-Service Heiligenhafen unterstützen. „Wenn möglichst viele Betriebe mithelfen, können wir vielleicht die Chance realisieren und den Zuschlag für Heiligenhafen als Modellregion für einen Tourismus-Restart erhalten. Das wäre für viele Betriebe in Heiligenhafen ein rettender Anker“, heißt es von Cheyenne Brandt, Sprecherin des hiesigen Gewerbevereins.

Auch auf Fehmarn ist  eine Bewerbung aktuell Thema. Dabei handele es sich um einen „Zwölf-Punkte-Plan“, so Tourismusdirektor Oliver Behncke, der ergänzte: „Die Umsetzung ist eine Hausnummer.“ In enger Abstimmung mit weiteren Kommunen und dem Kreis solle entschieden werden, in welcher Form sich Fehmarn beteiligt. Möglicherweise als eine Kooperation im Nordkreis, eventuell auch komplett auf Kreisebene – da müssten die Gespräche abgewartet werden, erläuterte Behncke. Die Zeit drängt, denn bis zum 7. April (Mittwoch) müssen die Bewerbungsunterlagen beim Land eingegangen sein. Ein Modellprojekt, sofern der Zuschlag erteilt wird, könnte frühestens ab 19. April (Montag) starten.

Verluste von 30 Millionen Euro

Auf Fehmarn wird von Verlusten in Höhe von rund 30 Millionen Euro während des ersten Lockdowns im vergangenen Frühjahr gesprochen. Für viele Motivation genug, um sich nun um eine Bewerbung als Modellregion zu bemühen.

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