Zahlreiche Veranstaltungen in Ostholstein abgesagt / Loose: „Richtige Entscheidung“

Wie Corona den Alltag verändert

Auf das sonst übliche Händeschütteln wird im Heiligenhafener Rathaus schon länger verzichtet. Der Grund ist natürlich das Coronavirus.
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Auf das sonst übliche Händeschütteln wird im Heiligenhafener Rathaus schon länger verzichtet. Der Grund ist natürlich das Coronavirus.

Heiligenhafen –mf/ra– Es ist geradezu unwirklich, was aktuell in Deutschland passiert und mittlerweile auch für alle spürbar in Ostholstein angekommen ist. Das Coronavirus hält alle in Atem und hat inzwischen Einzug in unseren Alltag erhalten. 

  • So gut wie alle Sitzungen, Veranstaltungen und Versammlungen in Heiligenhafen wurden abgesagt
  • Das Coronavirus ist spürbar im Alltag zu merken
  • Folkert Loose befürchtet wirtschaftlichen Kollaps

Kulturelle Veranstaltungen, Jahreshauptversammlungen und politische Sitzungen in und um Heiligenhafen wurden bereits massenhaft vorsorglich abgesagt.Auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Heiligenhafen erhielten am Mittwochnachmittag von Wehrführer Michael Kahl die Nachricht, dass alle Ausbildungsdienste und Zusammenkünfte mit sofortiger Wirkung bis Ostern ausgesetzt werden.

 „Wir halten uns an Vorgaben des Innenministeriums und des Landesfeuerwehrverbandes. Wir handeln nach dem, was von oben kommt, ich kann das nicht beurteilen“, so Kahl, der allerdings auch mitteilte, dass Einsätze weiterhin professionell abgearbeitet werden.

Der noch amtierende Bürgermeister und 1. Stadtrat Folkert Loose kann die Vorsichtsmaßnahmen und die Absagen vieler Veranstaltungen gut nachvollziehen. „Generell ist es richtig, zu sagen, wir verzichten auf Menschenansammlungen. 

Du hast immer die Gefahr, dass du jemandem begegnest, der gerade von einer Reise zurückkommt. Trotzdem ist eine Absage immer ein Risiko und mit Kosten verbunden.“ Die Frage sei, wie man es momentan richtig mache. „Die Folge könnte einen wirtschaftlichen Kollaps bedeuten, wenn die Leute auf einmal anfangen, nicht mehr in Restaurants zu gehen. Bundesweit bedeutet das eine Rezession, wenn es so weitergeht“, befürchtet Loose. Ein Lichtblick ist, dass sich die Heiligenhafener gerade in diesen Zeiten unterstützen

Das eigentlich am kommenden Donnerstag stattfindende Dialogforum zur Festen Fehmarnbeltquerung in Oldenburg, kulturelle Veranstaltungen wie der Winterabend im Heimatmuseum nächste Woche Sonnabend sowie zahlreiche Jahreshauptversammlungen sind nur einige der Zusammenkünfte, die aufgrund des Coronavirus schon abgesagt wurden. 

Vom stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins für Heimatmuseum und Kultur in Heiligenhafen, Axel Schröder-Wangen, heißt es: „Die Ereignisse um die Ausbreitung des Coronavirus überschlagen sich gerade. Deshalb haben wir beschlossen, zunächst das nächste Konzert im Heimatmuseum abzusagen.“ Bereits erworbene Karten können in der Buchhandlung „Ton & Text“ in Heiligenhafen zurückgegeben werden.

Wie diesem Verein geht es vielen anderen. Auch die Stiftung Oldenburger Wall hat bis auf weiteres alle Veranstaltungen gecancelt, genauso wie die Stadt Heiligenhafen. Die gestrige Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses wurde gestern Nachmittag abgesagt – und es wird nicht die letzte Absage gewesen sein. 

Ob die politischen Gremien vor Ostern noch zusammentreffen, ist zweifelhaft. Auf Fehmarn wurden bereits alle Sitzungstermine gestrichen.

Offen bleiben hingegen die Schulen, hieß es am Donnerstag noch. „Wir sprechen viel mit den Kindern, was die Hygieneregeln betrifft“, sagte TSS-Schulleiter Bernd Wiegand. Klassenfahrten, die über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus geplant waren, müssen abgesagt werden, stand schon Mitte der Woche fest. „Bis zum Sommer sind diese erst mal ausgesetzt. Das betrifft auch leider unsere vierte Klasse“, so Wiegand. Mittlerweile ist allerdings klar, dass auch der gesamte Schulunterricht in Schleswig-Holstein ausfällt und auch die gesamten Kitas geschlossen werden müssen.

Während sämtliche Fußballspiele am Wochenende abgesagt sind, finden die Gottesdienste dagegen statt. „Wir sagen nicht ab“, so Pastor Carsten Sauerberg. Die Kirche sei ein riesiger Raum und die rund 60 bis 80 Besucher würden weit voneinander entfernt sitzen.

Bis Donnerstag gab es in Schleswig-Holstein 31 bestätigte Corona-Fälle, im Kreis Ostholstein ist weiterhin eine Person mit dem Virus infiziert.

Da sich die Ereignisse rund um den Virus derzeit überschlagen, kann es sein, dass bereits in Kürze andere Informationen zum Thema aktuell sind. Wir geben unser Bestes, Sie auf dem Laufenden zu halten.

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