Marianne Altwicker, Axel Schröder-Wangen und Dr. Jürgen Johansson
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Marianne Altwicker, Axel Schröder-Wangen (M.) und Dr. Jürgen Johansson vom Förderverein für Heimatmuseum und Kultur wollen sich für die Pflege des Vernon-Denkmals einsetzen. Gestern wurde mit Reinigungsarbeiten der erste Schritt gemacht.

Ein Stück Heiligenhafener Zeitgeschichte

Denkmalpflege für den Gedenkstein von Admiral Vernon

  • Peter Foth
    vonPeter Foth
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Der Förderverein für Heimatmuseum und Kultur in Heiligenhafen reinigte den Gedenkstein von Admiral Vernon an der Außenmole der Segelschule Bennewitz. Die Stadt möchte den Gedenkstein demnächst wieder optisch ansprechend herrichten.

  • Britischer Admiral Edward Vernon hat das Getränk „Grog“ erfunden.
  • In Heiligenhafen wurde ihm vom Grogkollegium ein Denkmal gesetzt.
  • Momentan ist der Gedenkstein an der Außenmole der Segelschule Bennewitz in keinem guten Zustand.

Heiligenhafen – Wer hätte gewusst, dass der britische Admiral Edward Vernon 1740 ein heute besonders in der kalten Jahreszeit sehr beliebtes Getränk, den Grog, erfunden hat? Licht ins Dunkel brachte das Heiligenhafener Grogkollegium unter seinem Vormann Karl-Christian Schnoor, der auch zu Lebzeiten Kurdirektor in Heiligenhafen war. Das Grogkollegium hatte in langer Detektivarbeit herausgefunden, dass Admiral Edward Vernon durch seine „Order to Captains No.529“ am 21. August 1740 an Bord der HMS „Burford“ unfreiwillig den Grog erfunden hatte. Auf der Überfahrt nach Südamerika war auf dem Großsegler, dem Kommandoschiff des Admirals, das Wasser knapp geworden und da die Seereise noch Wochen dauern sollte, gab der Admiral die Order Nr. 529 aus, wonach das wenige Wasser an Bord doch mit Rum zu mischen sei. Kaltes Wasser mit Rum schmeckte den Seeleuten aber gar nicht, bis einer auf die Idee kam, das Wasser zu erwärmen.

Diesem britischen Admiral hatte das Grogkollegium in Heiligenhafen ein Denkmal gesetzt, um die Legende des Grogs am Leben zu halten. Karl-Christian Schnoor wurde nicht müde, diese Geschichte bei jeder Veranstaltung des Grogkollegiums zu erzählen. Auch den Ausschank des vom Admiral verordneten Gläschens Rum zelebrierten die „Groggis“. Das sprach sich auch in England herum, und so waren es 48 Seekadettinnen und Seekadetten an Bord von drei Ausbildungsschiffen, die im Rahmen ihres „Summerdeployments“ im Jahr 2011 der Warderstadt einen Besuch abstatteten, um ihrem alten Admiral zu huldigen. Die Angehörigen der Royal Navy marschierten in Gala-Uniform vom Hafen zum Ehrenmal an der Mole, ein Schauspiel, das viele Heiligenhafener verfolgen konnten.

Auch der Bürgermeister äußerte sich besorgt über den Zustand des Gedenksteins

Der Gedenkstein des Admirals Vernon steht noch heute verwaist an der Außenmole bei der Segelschule Bennewitz. Die meisten Mitglieder des Grogkollegiums haben das Zeitliche gesegnet, keiner kümmert sich noch um dieses Andenken Heiligenhafener Zeitgeschichte. Auch Bürgermeister Kuno Brandt äußerte sich besorgt über den Zustand des Denkmals und betonte, dass die Stadt Heiligenhafen den Gedenkstein entsprechend seiner Bedeutung optisch ansprechend herrichten wolle.

Beim Grogkollegium handelt es sich um ein Stück Heiligenhafener Zeitgeschichte, die nicht in Vergessenheit geraten sollte.

Axel Schröder-Wangen

Auf die Anfrage unserer Zeitung beim Vorstand des Fördervereins für Heimatmuseum und Kultur in Heiligenhafen, erklärten sich der Vorsitzende Dr. Jürgen Johansson, der zweite Vorsitzende Axel Schröder-Wangen und Beisitzerin Marianne Altwicker spontan bereit, den Gedenkstein zu reinigen und gemeinsam mit der Stadt an der Sanierung mitzuarbeiten. „Beim Grogkollegium handelt es sich um ein Stück Heiligenhafener Zeitgeschichte, die nicht in Vergessenheit geraten sollte“, stellten Axel Schröder-Wangen und Dr. Jürgen Johansson heraus. Als erste Maßnahme griffen die Vorstandsmitglieder des Fördervereins sodann zu Schrubber und Seife, um das Denkmal für den Admiral Edward Vernon vom Schmutz zu befreien. 

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