Heiligenhafen: Die drei Bürgermeisterbewerber stehen Jugendlichen Rede und Antwort

Premiere an der Warderschule

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Die Schüler haben die Vorstellung der drei Kandidaten gestern Mittag mit großem Interesse verfolgt. Aus Datenschutzgründen dürfen die Jugendlichen leider nur von hinten fotografiert werden.

Heiligenhafen -ra- Für die Warderschule ist es gestern Mittag eine echte Premiere gewesen: Zum ersten Mal haben Schüler der achten, neunten und zehnten Klassen vor einer Bürgermeisterwahl den Bewerbern auf den Zahn gefühlt. Im WiPo-Unterricht sind im Vorfeld Vorschläge für Fragen gesammelt worden, die von den Schülern Linus Bargholz und Malte Zuch gestellt wurden.

Rund 45 Minuten dauerte die kurzweilige Veranstaltung in der Aula der Warderschule, die von allen Schülern aufmerksam verfolgt wurde. Kein Wunder, schließlich ging es hauptsächlich um Themen, die direkt die Heiligenhafener Jugend betreffen. So wurde unter anderem die Frage an Niclas Boldt, Kuno Brandt und Manfred Wohnrade gestellt, wie sie die Situation und Perspektiven der Jugendlichen in der Warderstadt beurteilen. „Das Freizeitangebot ist ganz sicher ausbaufähig. Mein Angebot ist, dass meine Tür für euch offen steht und wir gemeinsam schauen, was machbar ist“, sagte Kuno Brandt. Die Bandbreite der Berufsmöglichkeiten sei auf dem Land natürlich eingeschränkt, „aber genau deswegen werden wir versuchen, neue Gewerbeflächen auszuweisen, um weitere Jobs zu schaffen“, so Brandt.

Manfred Wohnrade berichtete, dass die Heiligenhafener Verkehrsbetriebe im Sommer zwei neue Azubis einstellen wollen, es bislang aber nur eine einzige Bewerbung gegeben hätte. „Das ist natürlich frustrierend für uns“, so Wohnrade, der allen Schülern empfahl, mutig zu sein und Chancen zu ergreifen. Ebenfalls ging er darauf ein, dass die Politik bereits vor einigen Jahren rund 100000 Euro in die Gründung des Jugendtreffs „Pier 15“ gesteckt hätte. „Leider hakt es dort derzeit in der Vorstandsarbeit des Trägervereins. Neue, motivierte Köpfe sind gerne gesehen“, sprach Wohnrade die Jugendlichen direkt an.

Auch Niclas Boldt richtete sich direkt an die Schüler. „Werdet laut, erhebt eure Stimme und tretet für eure Interessen ein. Wir wollen euch diese nicht vorschreiben.“ Der erste Schritt, um Jugendlichen eine Perspektive fernab der großen Städte zu ermöglichen, sei die Digitalisierung. „Hier müssen wir unbedingt am Ball bleiben“, sagte Boldt. Neben der Festen Fehmarnbeltquerung, dem Bau von mehr Wohnraum für Heiligenhafener Familien oder der ÖPNV-Anbindung Heiligenhafens interessierte die Schüler natürlich brennend, wie die Kandidaten zu den Schwimmbad-Plänen auf dem Steinwarder stehen. Hier unterscheidet sich Manfred Wohnrade bekanntlich von seinen beiden Mitbewerbern. „Die Schwimmausbildung für Schüler ist eine Chance. Es würde zudem keine Privilegien für Gäste des angrenzenden Hotels geben“, so Wohnrade. Boldt bezeichnete den Bau eines Schwimmbades als „geile Sache“, doch er gab zu bedenken, dass Heiligenhafen auch viele andere Baustellen hätte, wo das Geld dringend benötigt werde. Kuno Brandt sagte gegenüber den Schülern, dass ein Schwimmbad eine tolle Idee sei, doch man müsse die Kosten im Auge behalten. „Keiner kann abschätzen, wie sich alles in zehn bis 15 Jahren entwickeln wird.“

Schulleiterin Kristina Depenau zeigte sich am Ende vollends zufrieden. „Ich fand die Veranstaltung prima. Großes Kompliment an alle Schüler, die toll mitgearbeitet und interessiert zugehört haben.“

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