Gunhild Gille symbolisch beim Impfen gegen das Coronavirus
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Die Heiligenhafener Hausarztpraxen beginnen nach Ostern mit den Corona-Schutzimpfungen. Gunhild Gille (r.), die sich für ein Symbolbild zur Verfügung stellte, sagt: „Wir haben uns intensiv mit der Thematik befasst.“

Regeln für Terminvergabe

Hausärzte impfen nach Ostern

  • Patrick Rahlf
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Hausärzte in Heiligenhafen beginnen nach Ostern in ihren Praxen mit der Corona-Schutzimpfung. Die Termine dafür müssen telefonisch oder per E-Mail vereinbart werden.

  • Momentan ist noch unklar, wie viel Impfstoff jeder Praxis zugeteilt wird.
  • Zum Impftermin müssen die Krankenversicherungskarte sowie der Impfpass mitgebracht werden.
  • Auch in Großenbrode sollen ab 14. April COVID-19-Impfungen vorgenommen werden.

Heiligenhafen – Die Heiligenhafener Hausärzte werden nach Ostern mit der Corona-Schutzimpfung in ihren Praxen beginnen. Das teilte die Hausärztin Gunhild Gille auf Anfrage unserer Zeitung mit, nachdem sie von ihren Kollegen ein Feedback eingeholt hatte. Geimpft wird der Impfstoff, der den Praxen zugeteilt wird. Dabei halte man sich an die neusten Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), den Impfstoff von Astrazeneca nur noch an Menschen, die älter als 60 Jahre sind, zu verimpfen. 

Allerdings werden den Arztpraxen in der Woche nach Ostern vorläufig noch wenig Impfdosen zur Verfügung stehen, danach soll die Impfstoffversorgung besser werden. Zurzeit sei die Verimpfung mit allen zugelassenen Impfstoffen in den Praxen möglich, da auch der Biontech-Impfstoff für wenige Tage bei Kühlschranktemperaturen aufbewahrt werden könne.

„Wir Hausärzte wissen, dass es unter unseren Patienten auch Risiko-Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen gibt, da müssen wir genau hinschauen, welcher Impfstoff zum Einsatz kommt“, so Gille. Richtig eingesetzt sei auch der Impfstoff von Astrazeneca weiter hochwirksam, und bevor man an Corona erkranke, sei das eine sehr wirksame Möglichkeit, das Virus zu bekämpfen, meinte die Hausärztin. Übergeordnetes Ziel sei es, die Pandemie zu bekämpfen und bald wieder in ein normales Leben zurückkehren zu können. Und das gehe eben nur übers Impfen, da ist sich Heiligenhafens Ärzteschaft einig. 

Es müssen vorher Impftermine vereinbart werden

Die Regeln für einen Impftermin in einer der Heiligenhafener Hausarztpraxen definierte die Allgemeinärztin Gunhild Gille mit den Worten: „Bitte nicht in die Praxen laufen, sondern einen Impftermin telefonisch oder per E-Mail vereinbaren oder einen Zettel in den Briefkasten werfen. Wir führen Impflisten und melden uns bei den Patienten. Wir haben uns intensiv mit der Thematik befasst und halten alle Impfstoffe für besser als weiter in der Pandemie zu leben.“ Auch bei den Hausärzten gelte, dass zuerst die Patienten der Gruppe eins – also über 80 Jahre – geimpft werden. Dazu gehören insbesondere die Leute, bei denen wegen ihres Alters oder einer schweren Erkrankung Hausbesuche notwendig seien. Danach komme die zweite Prioritätengruppe dran.

Bitte nicht in die Praxen laufen, sondern einen Impftermin telefonisch oder per E-Mail vereinbaren oder einen Zettel in den Briefkasten werfen. Wir führen Impflisten und melden uns bei den Patienten. Wir haben uns intensiv mit der Thematik befasst und halten alle Impfstoffe für besser als weiter in der Pandemie zu leben.

Gunhild Gille, Hausärztin in Heiligenhafen

Für die Hausarztpraxen ist die Corona-Impfung auch eine logistische Herausforderung. Zurzeit wisse man noch nicht genau, wie viel Impfstoff jeder Praxis zugeteilt werde. Dazu komme der Arbeitsaufwand für das Ausstellen von Impfbescheinigungen und Impfpässen. Die Allgemeinärztin machte gegenüber unserer Zeitung aber auch deutlich, dass Impftermine in Impfzentren unbedingt weiterhin wahrzunehmen sind. „Wir sind keine Konkurrenten, sondern arbeiten gemeinsam daran, die Pandemie zu bekämpfen“, sagte Gunhild Gille.

Auf die Frage unserer Zeitung, ob das von der Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgegebene Ziel, bis September allen Bürgern einen Impfwunsch erfüllen zu können, realistisch sei, sagte Gunhild Gille: „Wenn genügend Impfstoff vorhanden ist und Impfzentren und Hausärzte mit Hochdruck impfen können, sollte das zu schaffen sein.“

In Großenbrode ist der Impfstart am 14. April

Auch in Großenbrode wird das geplante Impfzentrum  im „MeerHuus“ an den Start gehen. Der Startschuss soll dort am 14. April fallen. Ab dann werden jeweils mittwochs COVID-19-Impfungen und -Testungen im „MeerHuus“ in Großenbrode vorgenommen. Wie berichtet, kümmert sich die „Praxis am Dorfteich“ um die Organisation und Abwicklung mithilfe von freiwilligen Helfern, die sich zahlreich gemeldet haben. Dafür sind Dr. Sebastian Möhle und sein Team sehr dankbar. „Ein Riesendank für die überwältigende Anzahl an freiwilligen Meldungen zur Unterstützung“, so der Großenbroder Hausarzt.

Geimpft wird streng nach Prioritätengruppen – aktuell noch Prioritätengruppe 2 (70- bis 80-Jährige sowie Menschen mit Vorerkrankungen und Beschäftigte von Kitas oder Grundschulen). Alle Praxispatienten und Großenbroder Bürger, die zu dieser Gruppe gehören, können sich impfen lassen. Seitens der Patienten besteht Nachweispflicht in Form einer Bescheinigung oder eines Arztbriefes. Diejenigen, die keine Praxispatienten sind, aber ihren Erstwohnsitz in Großenbrode haben, werden gebeten, sowohl für die Impfung als auch für die Testung unbedingt ihren Personalausweis mitzubringen. 

Ebenso ist es erforderlich, dass zum Impftermin und zum Termin für den Testabstrich die Krankenversicherungskarte mitgebracht wird. Darüber hinaus müssen die Impflinge im Vorfeld ihrer Impfung den Aufklärungs- und den Anamnesebogen von der Homepage www.fehmarnsund.care herunterladen und ausgefüllt neben ihrem Impfpass zum Termin mitbringen. 

Anmeldungen in Großenbrode nur über Corona-Hotline

Anmeldungen für die Impfungen und Testungen in Großenbrode sind ausschließlich über die folgende Corona-Hotline möglich: 015142028992. Außerdem werden alle Patienten gebeten, ihre Fragen zum Thema Corona-Virus ausschließlich über die Hotline zu stellen, nicht über die Hausarztpraxis. Die Hotline ist ab Freitag (9. April) immer freitags- sowie montags- bis mittwochsvormittags von 8.15 bis 12.15 Uhr geschaltet. Hintergrund: Immer donnerstags wird bekanntgegeben, wie viel Impfstoff für die Folgewoche zur Verfügung steht, so der Hausarzt.

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