1. Fehmarnsches Tageblatt
  2. Heiligenhafen

Heiligenhafen investiert Millionen in die Infrastruktur

Erstellt:

Von: Patrick Rahlf

Kommentare

Neubaugebiet in Heiligenhafen
Die Bagger rollen im Neubaugebiet von Heiligenhafen. 1,8 Millionen Euro bezahlt die Stadt für die Erschließung. © Patrick Rahlf

Die Stadt Heiligenhafen will in 2023 Millionen in Straßen, Schulen und Sportanlagen investieren – und das mit einem ausgeglichenen Haushalt.

Heiligenhafen – „Wir haben viel vor dieses Jahr und werden einige Projekte anschieben“, erklärte Heiligenhafens Bürgermeister Kuno Brandt (parteilos) anlässlich eines Pressegesprächs, bei dem er die größeren Vorhaben in 2023 ansprach. Es werde kräftig in die Infrastruktur investiert – und das mit einem ausgeglichenen Haushaltsplan, der seit langer Zeit wieder ein kleines Plus aufweist.

Straßensanierung schreitet weiter voran

Ein Dauerthema bleibt die Straßensanierung. Alleine 1,7 Millionen Euro werden in den dritten und letzten Bauabschnitt Am Wachtelberg fließen. Aktuell steht der 300 Meter lange zweite Abschnitt der grundhaften Sanierung kurz vor dem Abschluss, der auch 1,4 Millionen Euro verschlungen hat. „800.000 Euro für weitere Straßen- und Gehwegsanierungen sind ebenfalls eingeplant, hinzu kommen 600.000 Euro für Regenwasserkanäle“, berichtete Bauamtsleiter Roland Pfündl. Ein großes Projekt steht derweil in Strandhusen an: Alle Straßen werden grundhaft erneuert und ausgebaut, ebenso die Kanalisation und die Trinkwasserleitung. „Die Niederschlagswasserbeseitigung ist in Strandhusen bei Starkregen äußerst problematisch“, nannte Pfündl als Begründung für die Gesamtmaßnahme, die 3,6 Millionen Euro kosten wird. Ein unterirdisches Regenklärbecken ist ebenfalls eingeplant.

Straße in Strandhusen in Heiligenhafen
Die Straßen in Strandhusen werden in 2023 grundhaft erneuert. Grund ist die Niederschlagswasserbeseitigung. © Patrick Rahlf

Weitere Investitionen in Sportanlagen

In Sportanlagen wird ebenfalls weiter investiert. Nachdem die Laufbahn am Lütjenburger Weg für eine halbe Million Euro komplett erneuert wurde, ist nun der Platz am Sundweg an der Reihe. 1,3 Millionen Euro sind für eine neue Laufbahn, einen neuen Rasenplatz und eine Flutlicht-Beleuchtung eingeplant. „Damit soll die Sportanlage wieder wettkampftauglich gemacht werden. Seit längerer Zeit ist sie bereits gesperrt, die Verletzungsgefahr ist zu hoch“, sagte Bürgermeister Kuno Brandt. Mit 250.000 Euro erhält die Stadt die Maximalförderung des Landes für das Vorhaben. Des Weiteren ist die Sanierung der sanitären Anlagen und der Umkleidekabinen in der Großsporthalle am Sundweg in vollem Gange. 40.000 Euro kostet die Maßnahme. 

Anbau für Kindergarten

Der Kindergarten „Blauer Elefant“ soll im hinteren Bereich des Bestandsgebäudes einen Anbau erhalten. Kostenpunkt: 400.000 Euro. Die Container-Übergangslösung soll perspektivisch gesehen verschwinden, wird aber noch längere Zeit erhalten bleiben – auch nach Fertigstellung des Anbaus. „Wir müssen den Bedarf abwarten“, so Kuno Brandt.

Neubaugebiet wird erschlossen

Die Erschließungsarbeiten für Heiligenhafens Neubaugebiet nördlich der Carl-Maria-Von-Weber-Straße, die die Stadt 1,8 Millionen Euro kosten, gehen mit großen Schritten voran. „Aktuell ist schon gut ersichtlich, wo die neue Straße entlangführen wird“, sagte Marcus Schmidt aus dem Heiligenhafener Bauamt. Insgesamt 27 Grundstücke, die allesamt nach dem Einheimischenmodell vergeben werden, warten auf neue Besitzer. Die Kaufverträge sollen zeitnah unterzeichnet werden. „Die Erschließungsarbeiten werden bis Mai abgeschlossen sein, dann könnte mit dem Bau der Häuser begonnen werden“, erklärte Roland Pfündl. Ein riesengroßes Regenrückhaltebecken ist in diesem Zusammenhang schon ausgehoben worden, die Energieversorgung wird über ein Blockheizkraftwerk sichergestellt. Übrigens: Spätestens zwei Jahre nach Beurkundung muss mit der Bebauung der Grundstücke begonnen werden. 15 Jahre lang dürfen die Immobilien nicht veräußert werden. Die rund 500 Quadratmeter großen Grundstücke kosten im Schnitt 100.000 Euro – Ostseeblick inklusive. Durch die anspruchsvolle Hanglage kommen auf die Bauherren aber erhöhte Kosten zu.

Entschlammung der Regenrückhaltebecken

Die Entschlammung des Regenrückhaltebeckens im Stadtpark ist abgeschlossen, weiter geht es in der Feldstraße und am Hohlgrund. Insgesamt 650.000 Euro kostet die dringend notwendige Entschlammung dieser drei Becken. Im Anschluss kommen weitere an die Reihe.

Theodor-Storm-Schule: Barrierefreiheit als letzter Schritt

Die Sanierung der Theodor-Storm-Schule soll in diesem Jahr abgeschlossen werden. Für 600.000 Euro wird der Innenbereich der Schule barrierefrei gestaltet – hierfür werden unter anderem ein Aufzug und weitere Treppenlifte eingebaut. „Nach der umfangreichen energetischen Gebäudesanierung und der Umgestaltung des Schulhofes ist die Grundschule nach den nun noch folgenden Arbeiten fit für die Zukunft“, sagte Bürgermeister Kuno Brandt. Eine Rampe im Außenbereich ist bereits vorhanden.

Neben 180.000 Euro für Baumpflegearbeiten in diesem Jahr werden auch in 2023 zwei Spielplätze im Stadtgebiet für jeweils 20.000 Euro auf Vordermann gebracht (Jägerstraße und Op Stolp).

Feuerwehrgerätehaus: Planungen fortgeschritten

Nebenbei läuft auch die Vorplanung für die Realisierung eines neuen Feuerwehrgerätehauses am Höhenweg.  Knackpunkt hierfür waren lange Zeit verkehrsrechtliche Bedenken bei der An- und Abfahrt von Einsatzfahrzeugen. Mittlerweile hat die Stadt mit allen beteiligten Behörden unter anderem darüber eine Einigung erzielt, dass zukünftig eine Ein- und Ausfahrt auf den Edeka- und Aldi-Parkplatz über die Bergstraße möglich sein wird. Bislang biegen Autofahrer ausschließlich vom Höhenweg auf den Parkplatz ein. „In Verbindung mit dem Bau eines Feuerwehrgerätehauses war auch Lärm ein großes Thema, das uns lange beschäftigt hat“, so Brandt, der auf den ersten Spatenstich noch in 2023 hofft. Weitere Bausteine am Höhenweg, wie ein Kindergarten oder eine Sporthalle, werden später konkretisiert.

Einkaufsmärkte am Ortseingang in der Bergstraße in Heiligenhafen
Die Zufahrt zu den Einkaufsmärkten soll zukünftig über die Bergstraße erfolgen. Hintergrund ist die neue Feuerwache. © Patrick Rahlf

Auch interessant

Kommentare