Erster Stresstest: Kuno Brandt zieht gemischtes Fazit nach erstem Feiertagswochenende

Kein Urlaub, wie man ihn kennt

Wo es möglich war, waren die meisten Menschen bemüht, sich an die Abstandsregeln zu halten. Auch hier auf der Treppe am Jachthafen saßen hauptsächlich Familien nah beieinander, zu Fremden wurde Abstand gehalten.
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Wo es möglich war, waren die meisten Menschen bemüht, sich an die Abstandsregeln zu halten. Auch hier auf der Treppe am Jachthafen saßen hauptsächlich Familien nah beieinander, zu Fremden wurde Abstand gehalten.

Heiligenhafen –mf– Das erste große Feiertagswochenende nach dem Lockdown ist geschafft. Nach vielen menschenleeren Wochen war erstmals wieder richtig was los in der Warderstadt. Bürgermeister Kuno Brandt zog ein gemischtes Fazit zum Himmelfahrtswochenende. Der überwiegende Teil habe sich an die Regeln gehalten, „aber ein paar Dinge sind uns aufgefallen, da wollen wir jetzt versuchen, nachzujustieren“, sagte Heiligenhafens Verwaltungschef.

  • Sicherheitsleute halten Geschehen an Heiligenhafens Hotspots im Auge
  • Straßensperrungen bei Bedarf möglich
  • Große Urlaubsnachfrage für Herbst und Winter

Um die Menschen weiter für die Sicherheitsmaßnahmen – die wichtig sind, um die Verbreitung des Coronavirus gering zu halten – zu sensibilisieren, werden in der Stadt und im Bereich der Seebrücke große rote Aufkleber platziert, die an die bekannten Abstandsregeln erinnern. „So sollen die Regeln nochmal visuell ins Gedächtnis gerufen werden“, erklärte Brandt, der für Pfingsten auch wieder zusätzlich auf Security-Kräfte setzen möchte. Bereits am vergangenen Wochenende haben sich die Sicherheitsleute an Heiligenhafens Hotspots aufgehalten, um das Geschehen im Auge zu behalten und im Notfall bei Regelverstößen einzugreifen.

Aufgefallen sei Kuno Brandt, dass viele Familien auch mit Großeltern unterwegs gewesen seien: „Das vermittelte zum Teil auch den Eindruck von Menschenansammlungen“, sagte der Bürgermeister und ergänzte, dass es Richtung Stadt dafür „sehr überschaubar“ gewesen sei. Die Straßensperrung für Autos, die in der Brückstraße schon parat gestanden hatte, musste daher nicht zum Einsatz kommen.

Auch die Straße Steinwarder könnte bei Bedarf gesperrt werden. „Hier dürften dann nur Personen mit ihren Autos durchfahren, die ihre Wohnung oder ihr Hotel am Steinwarder haben“, sagte Brandt, der sich diese Optionen für den Notfall offenhalten möchte. Ziel dieser Maßnahme wäre es, mehr Platz für Fußgänger zu schaffen, damit diese es einfacher haben, mindestens anderthalb Meter Abstand voneinander zu halten. Strandabschnitte hingegen sollen erst einmal nicht unzugänglich gemacht werden. „Wir würden somit ja nur Flächen verkleinern. Wir wissen es ja zu schätzen, dass wir die weiten Räume haben“, erläuterte der Verwaltungschef.

Kein Saufgelage am Vatertag in Heiligenhafen

In erster Linie gehe es aber besonders um Selbst- und Eigenverantwortung. „Es ist zwar voll gewesen, aber trotzdem war mein Eindruck, dass die meisten doch rücksichtsvoll waren“, blickte Kuno Bran dt positiv auf das Wochenende zurück. Glücklich war der Bürgermeister außerdem auch darüber, dass es „mit Saufgelagen am Vatertag gar keine Probleme“ gab.

Dennoch habe nicht jeder Gast für alles Verständnis. „Ich habe schon von Menschen gehört, dass so keine richtige Urlaubsstimmung aufkommen würde“, sagte Heiligenhafens Verwaltungschef, dem durchaus bewusst ist: „Das ist kein Urlaub, wie man ihn aus den letzten Jahren kannte.“ Und das Wochenende sei ja auch erst der erste Stresstest gewesen: „Nach Pfingsten geht es erst in die Hochsaison. Dann wird das bald täglich so sein“, sagte Brandt abschließend.

Heiligenhafen weiterhin ein beliebter Urlaubsort

Tourismuschef Manfred Wohnrade freute sich darüber, dass Heiligenhafen nach wie vor so beliebt ist. Dennoch müsse die Situation auf den Prüfstand. Das Interesse an Unterkünften in der Warderstadt sei riesig und auch die Nachfragen für den Herbst und Winter steigen bereits. Auf der einen Seite sei man froh, sagte Wohnrade, „denn davon leben wir“. Auf der anderen Seite würden aber auch noch allgemeine Unsicherheiten bleiben. Was in den nächsten Wochen passiert, könne jetzt aber noch niemand beantworten.

Einig waren sich Kuno Brandt und Manfred Wohnrade darin, dass es jetzt wichtig sei, mit den anderen Küstenorten Kontakt aufzunehmen, um abzuklären, wie es dort gelaufen ist. Für jeden Ort andere Regeln einzuführen, wäre jetzt nicht sinnvoll. „Es ist wichtig, dass man jetzt eine gemeinsame Sprache spricht“, so Wohnrade.

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