Überreichung des Konzeptes für Heiligenhafens Heimatmuseum
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Dr. Stefanie Janssen hat Bürgermeister Kuno Brandt das Konzept überreicht. Im Hintergrund: Petra Mischke, Jürgen Oswald und Axel Schröder-Wangen.

Andere Präsentation und Sprung ins digitale Zeitalter

Neues Konzept für das Heimatmuseum vorgestellt

  • Patrick Rahlf
    VonPatrick Rahlf
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Für das Heimatmuseum in Heiligenhafen ist nun ein neues Konzept vorgestellt worden. Künftig soll das Museum deutlich moderner werden und auch im Internet präsenter sein.

  • Dr. Stefanie Janssen hat seit September 2020 ein neues Konzept für Heiligenhafens Heimatmuseum ausgearbeitet.
  • Von einigen Dingen soll sich das Heimatmuseum vorläufig trennen.
  • Dem Museum fehlt ein externer Raum zur Lagerung von ausrangierten Stücken.

Heiligenhafen – Das Heiligenhafener Heimatmuseum soll attraktiver werden und eine deutliche Aufwertung erfahren. Die Kieler Kulturwissenschaftlerin Dr. Stefanie Janssen ist im September vergangenen Jahres damit beauftragt worden, ein neues Konzept zu entwickeln, das nun vorliegt und am Montag vorgestellt worden ist. Finanziert wurde dieses Vorhaben von der Fielmann AG, die sich seit Jahren für die Kultur- und Museumslandschaft in Schleswig-Holstein engagiert.

Janssen sprach sich dafür aus, die Ausstellung zukünftig anders zu präsentieren. Das fange bei der Beschriftung an, gehe über ein verändertes Beleuchtungskonzept und ende damit, dass man sich von einigen Dingen vorläufig trenne. „Die Ur- und Frühgeschichte würde ich reduzieren. Die Stadtgeschichte, die maritime Geschichte, der Flüchtlingsstrom aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten oder etwa die Tourismusentwicklung halte ich dagegen für sehr ausstellungswürdig.“ Einen Rundgang müsste man beispielsweise in Zusammenarbeit mit einer Firma für Grafikdesign entwickeln. 

Doch es gibt derzeit ein weiteres Problem: Das Museum verfügt über keinen externen Raum, in dem ausrangierte Stücke eingelagert werden können. „Das wäre ungemein wichtig und für die angestrebte Neuausrichtung unabdingbar“, sagte Jürgen Oswald von der Fielmann Stiftung, die 100 Museen in Schleswig-Holstein fördert.

Museum soll im Internet aktiv sein

Ebenfalls hält es die Volkskundlerin Dr. Stefanie Janssen für erforderlich, dass das Museum den Sprung ins digitale Zeitalter schafft. Das können sowohl digitale Bestandteile der Ausstellung sein (QR-Codes, E-Guides oder Monitore), aber auch im Internet und in den sozialen Medien sollte das Heimatmuseum für sich werben. „Zukünftig sollen auch die neuen digitalen Infoterminals im Stadtgebiet auf die Angebote und Veranstaltungen des Museums hinweisen“, erklärte Axel Schröder-Wangen, Vorsitzender des Fördervereins für Heimatmuseum und Kultur in Heiligenhafen. 

Petra Mischke, seit 29 Jahren Leiterin des Museums, ist Änderungen gegenüber aufgeschlossen. „Das Haus ist ein Zentrum der Begegnung. Viele schätzen die Gemütlichkeit bei Konzerten und Vorträgen. Auch das sollte zukünftig weiter berücksichtigt werden.“

Kuno Brandt: „Ein Neuaufbruch“

Bürgermeister Kuno Brandt freut sich, dass eine Neuausrichtung durch die Konzepterstellung angeschoben wurde. „Ich betrachte die ganze Angelegenheit als eine Art Neuaufbruch. Dazu gehört auch, dass man den einen oder anderen alten Zopf abschneidet. Die Ausstellungen müssen interessant und zeitgemäß aufbereitet werden“, erklärte Heiligenhafens Bürgermeister, der ergänzte: „Die Besucherzahlen sind definitiv steigerungswürdig.“ Auch der Büroleitende Beamte im Rathaus, Kai-Uwe Maurer, sprach sich im Zuge einer intensiven Konzeptbewertung für einen klaren Schnitt aus: „Vielleicht muss man alles einmal leerräumen und dann schauen, wie man sich ausrichtet.“ 

Doch wie geht es nun weiter? Mit dem Umgestaltungskonzept wird sich die Kommunalpolitik beschäftigen, schließlich kosten Veränderungen Geld. Höchstwahrscheinlich wird der Ausschuss für gesellschaftliche Angelegenheiten das Thema im Frühjahr auf seiner Tagesordnung wiederfinden.

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