Marina stand komplett unter Wasser / Wohnrade: Abwarten, wie hoch Schäden sind

Heiligenhafen: Schon wieder Hochwasser

Land unter Sonntagnachmittag in der Marina: Die Stege standen völlig unter Wasser.
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Land unter Sonntagnachmittag in der Marina: Die Stege standen völlig unter Wasser.

Der Deutsche Wetterdienst hatte schon am Freitag eine Sturmflut für die Ostseeküste angekündigt. Beim Bauhof Heiligenhafen hatte man deshalb noch genug Zeit, den Hochwasserschutz hochzufahren und die mobilen Schutzwände am Kommunalhafen aufzubauen.

  • Stege beider Jachthäfen in Heiligenhafen überschwemmt 
  • Graswarder-Verein kämpft weiter für Buhnen
  • Neuer schwerer Sturm für Donnerstag angekündigt

Heiligenhafen –ft/ra– Am Sonntag um 12.30 Uhr zeigte der Heiligenhafener Pegel einen Wasserstand von 1,28 Meter über Normalnull. Die Stege in den beiden Jachthäfen waren nicht mehr zu sehen und die wenigen Jachten, die sich schon an ihren Liegeplätzen befanden, rissen an den Festmachleinen.

Laut Erlass der Landesregierung ist das Betreten der Hafenanlagen im Zuge der Corona-Schutzmaßnahmen verboten. Nun kam aber in der Nacht zum Sonntag das extreme Hochwasser, und die Schiffseigner waren zum Handeln gezwungen, wenn sie keine Schäden an ihren Boten haben wollten. 

„Wir können das verstehen“, sagte HVB-Geschäftsführer Manfred Wohnrade und drückte ein Auge zu. Wohnrade hatte sich am Sonntagmittag selbst ein Bild von der Hochwasserlage gemacht und dankte den Bauhofmitarbeitern, die für die Sicherheit der Stadt gesorgt hätten. 

Auch das Fluttor wurde rechtzeitig geschlossen. Doch der Sturm, der mit acht Beaufort aus Nordost über den Binnensee fegte, sorgte für Wellenschlag gegen die Binnenseepromenade.

Heiligenhafener Strand einmal mehr überflutet

Auch am Strand traf der Sturm wieder einmal auf die Küste. Diesmal jedoch nicht aus der verheerenden Nordwest-Richtung, die immer mit einem Sedimenttransport in Richtung Graswarder verbunden ist. Am Sonntag drückte der Nordost-Wind die Wellen direkt gegen den Strand, der so einmal mehr überflutet wurde.

Wie Manfred Wohnrade sagte, müsse man jetzt abwarten, was am Strand passiert sei und wie hoch die Schäden seien. Es bestehe die Hoffnung, dass mit der Windrichtung Nordost kein Sand weggeschwemmt worden sei. „Das wäre natürlich zu wünschen“, sagte Manfred Wohnrade unserer Zeitung in einem ersten Statement. 

Heiligenhafens Graswarder-Verein wünscht sich weiterhin vorgelagerten Küstenschutz

Vom Graswarder erreichten die HP Sonntag keine guten Nachrichten. Auf Facebook schrieb Henning Kreiselmaier, 1. Vorsitzender des Vereins für den Erhalt der Kulturdenkmale auf dem Graswarder, um 11 Uhr: „Der Düne kann man beim Verschwinden zusehen. Der Hochwasserschutz an den Häusern erfüllt dagegen seine Aufgabe. 20 Zentimeter soll das Wasser noch steigen.“ 

Der Verein wünscht sich unterdessen weiterhin einen vorgelagerten Küstenschutz. „Seitdem die alten Buhnen im Meer verschwunden sind, sind die Häuser schutzlos den Wellen ausgeliefert. Wir wollen den Bau von Holzbuhnen zur Genehmigung bringen und anschließend bauen“, erklärte Henning Kreiselmaier.

Nächster großer Sturm für Donnerstag angekündigt

Und die Sturmsaison ist noch nicht zu Ende. Amkommenden Donnerstag droht sogar ein neuer schwerer Sturm, und der könnte an das Orkantief „Sabine“ erinnern. Laut Vorhersage vom Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie (BSH) werden heftige Windböen mit bis zu 120 Stundenkilometern für die Ostseeküste erwartet.

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