Schweinswal im Jachthafen von Heiligenhafen
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Dieses Foto vom Schweinswal im Heiligenhafener Jachthafen hat Manfred Kiau gemacht. Er ist als NABU-Naturschutzwart auf dem Graswarder tätig und attestiert dem Tier eine gute Verfassung.

Tier fühlt sich in Heiligenhafens Jachthafen wohl

Schweinswal wird zum Dauergast

  • Patrick Rahlf
    VonPatrick Rahlf
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In Heiligenhafen wird derzeit immer wieder ein Schweinswal gesichtet. Der NABU in Heiligenhafen weist aber ausdrücklich darauf hin, das Tier in Ruhe zu lassen und ihm nicht zu nah zu kommen.

  • In Heiligenhafen wird seit zwei Wochen ein Schweinswal beobachtet.
  • Der NABU weist darauf hin, dass der Schweinswal ein Wildtier ist, dem man sich nicht nähern sollte.
  • Vor einigen Wochen sorgte in Grömitz ein Fall für Schlagzeilen, als ein Schweinswal nach dem Kontakt mit Menschen starb.

Heiligenhafen – Seit circa zwei Wochen wird in Heiligenhafen ein Schweinswal beobachtet. „Den Makrelen folgend, ist das junge Tier in unseren Jachthafen gelangt. Es ist munter und scheint gesund zu sein, bittet aber darum, in Ruhe gelassen zu werden“, heißt es auf Nachfrage vom NABU-Ortsverein Heiligenhafen. 

Die Naturschützer sind sich derweil sicher: Wenn das Tier möchte, wird es den Weg ins offene Meer von selbst finden. „Auf keinen Fall sollte man sich dem Schweinswal mit Booten, SUPs oder gar schwimmend nähern. Er ist kein Spielzeug, sondern ein Wildtier“, heißt es von NABU-Pressesprecherin Christiane Stephan und Eva Witt ergänzt: „Inzwischen zählt diese kleine Zahnwal-Spezies leider zu den bedrohten Arten und ist streng geschützt. Fischernetze, in denen sie sich verfangen, oder Motorboote und deren Unterwasserlärm sind einige Ursachen dafür, dass wir nur noch wenige Exemplare in der Ostsee haben.“ Besonders schlimm seien schnelle Boote, wie etwa Speedboats, welche dem Meeressäuger schwere Verletzungen zufügen können, gibt Eva Witt zu bedenken. 

Fall in Grömitz machte bundesweit Schlagzeilen

Vor wenigen Wochen hatte ein Fall in Grömitz bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Über 20 Kinder sollen von Erwachsenen ins Wasser gerufen worden sein, um einen eingekesselten Schweinswal umarmen und streicheln zu können – und dabei Selfies zu machen. Augenzeugen berichteten, dass das etwa einen Meter lange Tier zunächst noch agil gewesen, dann aber schwächer geworden sei. Schlussendlich sei es im Badegebiet verendet. Schweinswale gehören zu den streng geschützten und stark gefährdeten Tierarten, daher wurde der Wal im Anschluss in Büsum seziert. Bei der Sektion stellte die zuständige Ärztin fest, dass der Schweinswal Herz- und Lungenwürmer hatte. Die Ärztin schloss aber nicht aus, dass der Wal aufgrund des Kontakts mit Menschen verendet ist.

„Wir appellieren noch einmal an alle Menschen, dem Schweinswal aus dem Heiligenhafener Jachthafen nicht zu nahe zu kommen. Aus der Ferne beobachten darf man ihn gerne“, so der NABU. Wer sich weiter über die Arbeit des Ortsvereins informieren möchte, kann dies im Internet auf www.graswarder.de tun. 

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