Steilküstenwanderweg aus Sicherheitsgründen verlegt / Sturmfluten schuld an Rückgang

Gefährliche Abbruchstellen

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Holzzäune weisen einen sicheren Weg über die Steilküste. Betreut wurde das Projekt von Bauamtsmitarbeiter Max Hanne (l.). Bauamtsleiter Roland Pfündl (M.) und Erster Stadtrat Folkert Loose freuen sich, dass die neuen Wege so gut angenommen werden. Und auch Hund Akon ist glücklich über mehr Sicherheit bei seiner Gassirunde. 

Heiligenhafen -mf- Heiligenhafens Natur überzeugt nicht nur durch Graswarder, Meer und blühende Rapsfelder im Frühjahr. Sondern auch durch die Steilküste, die besonders Spaziergängern und Radfahrern einen traumhaften Blick über die Ostsee bietet. Aber wie lange noch? „In den letzten rund 35 Jahren sind etwa 40 bis 50 Meter Steilküste abgebrochen“, erzählte der Erste Stadtrat Folkert Loose am Freitag bei einer gemeinsamen Besichtigung.

Und auch Bauamtsleiter Roland Pfündl bestätigte den Rückgang der Küste. Nur in den vergangenen fünf Jahren, seit der Baumamtsleiter in Heiligenhafen arbeitet, seien bereits zwei weitere Meter Steilküste dem Meer zum Opfer gefallen. „In den 70er-Jahren haben wir noch in Zentimetern gemessen, heute messen wir schon in Metern“, so Loose über das Schwinden der Küste.

Besonders schlimm erwischt hat es die Steilküste Anfang des Jahres bei den zwei schweren Sturmfluten, die die Warderstadt in Mitleidenschaft gezogen hatten. „Das Meer peitscht dann mit aller Gewalt dagegen“, erklärte Pfündl die Ursache der erheblichen Verluste der Steilküste, die auch „kontinuierlichen Landverlust“ bedeuten, so der Bauamtsleiter. Eigentümer dieses schönen Fleckchens Erde ist die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die mit der Stadt die Vereinbarung getroffen hat, dass der Steilküstenwanderweg für Besucher zugänglich ist, solange sich die Stadt um die Unterhaltungsarbeiten kümmert. Und das macht sie. Denn durch die großen Abbrüche ist auch der Weg immer näher an die Abbruchkante gerückt und wurde teilweise so unterspült, dass das Betreten des Weges gefährliche Folgen mit sich bringen könnte.

Um Gefahren vorzubeugen, hat sich das Bauamt entschlossen, den Steilküstenweg von der Abbruchkante weiter nach hinten an den Weidezaun zu verlegen. Mehrere Holzzäune auf der Strecke weisen den Weg. Außerdem ist der Heiligenhafener Bauhof, der die gesamten Maßnahmen unter der Leitung von Bauamtsmitarbeiter Max Hanne umgesetzt hat, bemüht, den Weg von Bewuchs freizuhalten und die Strecke zu kontrollieren, damit diese auch richtig genutzt werden kann. „Durch den Trampelpfad sieht man, dass das System gut funktioniert“, freute sich Roland Pfündl, der gleichzeitig betonte, dass die Nutzung jedoch auf eigene Gefahr sei: „Jeder betritt die Steilküste eigenverantwortlich.“ Er rät außerdem dringend, nur die vorgegebenen Wege zu begehen. Übrigens: Die großen Brocken, die zu Beginn der Steilküste verteilt auf dem Boden liegen, sind die Reste eines ehemaligen militärischen Schießstandes, der sich vor einigen Jahrzehnten noch auf der Steilküste befand.

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