Initiative wurde ins Leben gerufen / Start für ein Bürgerbegehren ist damit gemacht

Steinwarder-Bündnis steht

Mit dem Bau eines weiteren Hotels, eines Schwimmbades (Projektname „Badedeck“) und eines Parkdecks wäre die Umsetzung des Tourismus-Masterplans auf dem Steinwarder abgeschlossen. Doch nun gibt es Widerstand.
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Mit dem Bau eines weiteren Hotels, eines Schwimmbades (Projektname „Badedeck“) und eines Parkdecks wäre die Umsetzung des Tourismus-Masterplans auf dem Steinwarder abgeschlossen. Doch nun gibt es Widerstand.

Heiligenhafen –ra– Nachdem die Heiligenhafener Stadtvertretung in ihrer Sitzung am Donnerstagabend mehrheitlich einen Bürgerentscheid zur weiteren Bebauung des Steinwarders abgelehnt hatte (wir berichteten), werden nun, wie bereits vermutet und angekündigt, Heiligenhafener Bürger aktiv. „Der Start zum Bürgerbegehren ist gemacht. Das Bündnis Steinwarder steht“, hieß es gestern Morgen von Olaf Gülzow, gemeinsam mit Kathrin Geipel Sprecher der „Meerkieker-Initiative“.

  • 850 Unterschriften müssen gesammelt werden
  • Naturschutz, Infrastruktur, Finanzen und Übertourismus im Fokus
  • Infostand am Marktplatz

Doch die „Meerkieker“ stehen nicht alleine da. Als Bündnissprecher fungiert Jörn Brauer, der gemeinsam mit Friedrich Bohnes und Hans Jürgen Detlef den Antrag für das Bürgerbegehren stellen wird. „Montagabend haben wir uns mit sechs Initiatoren aus allen Bereichen der Bürger Heiligenhafens getroffen, um ein erstes größeres Treffen mit weiteren Mitstreitern vorzubereiten“, erklärte Brauer. Diese Zusammenkunft hat bereits gestern Abend stattgefunden, die HP wird in ihrer Ausgabe am Freitag ausführlich darüber berichten.

Doch wie sieht nun der weitere Fahrplan aus? Jörn Brauer, der das Bürgerbegehren als Privatmann beantragt und nicht als Vorsitzender des hiesigen Grünen-Ortsverbandes, erklärte: „Wir werden nun versuchen, insgesamt mehr als 850 Unterschriften zu sammeln, um den Bürgern Heiligenhafens zu ermöglichen, für oder gegen ein Schwimmbad auf dem Steinwarder zu stimmen.“ Das Bündnis Steinwarder sei generell für ein Schwimmbad in Heiligenhafen, „aber nicht an diesem Standort des naturbelassenen Stückes des Steinwarders, das für diverse Tiere, unter anderem für Zugvögel, ein wichtiges Rückzugsgebiet ist“, so der Bündnissprecher und fügte hinzu: „Wir sind für eine gründliche und seriöse Planung mit verschiedenen Alternativen und Finanzierungsmöglichkeiten, insbesondere angesichts der Situation der Corona-Krise, die die Finanzen von Stadt und Land gründlich verändert hat.“ Bei der Begründung des Bürgerbegehrens wird der Fokus auf die Themen Naturschutz, Infrastruktur, Finanzen und Übertourismus in Heiligenhafen gelegt. „Es hat sich ein gutes Kern-Team von engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus verschiedenen Gruppen zusammengefunden, diese wichtige Aufgabe zu übernehmen und mit viel Energie und Motivation voranzutreiben“, sagte „Meerkieker“-Sprecher Olaf Gülzow.

Unterschriftenlisten für das Bürgerbegehren gemäß Paragraph 16g der Gemeindeordnung für Schleswig-Holstein liegen bereits vor, in den kommenden Tagen soll die Sammlung Fahrt aufnehmen. „Ob direkt an den Haustüren oder in der Innenstadt an Markttagen – wir werden uns einbringen“, so Jörn Brauer.

Da der Wochenmarkt am kommenden Sonnabend aufgrund des Feiertages auf Freitag verschoben ist, soll die erste größere Unterschriftensammlung am 10. Oktober auf dem Marktplatz stattfinden.

Sollte das vom Steinwarder-Bündnis initiierte Bürgerbegehren Erfolg haben, steht die nächste Hürde bevor: Bei einem Bürgerentscheid ist die gestellte Frage in dem Sinne entschieden, wenn sie von der Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen beantwortet wurde, sofern diese Mehrheit in Gemeinden bis zu 10000 Einwohnerinnen und Einwohnern mindestens 20 Prozent der Stimmberechtigten beträgt.

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