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Jonas Hentschel ist deutschlandweit bester Segelmacher

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Von: Hans-Jörg Meckes

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Segelmacher Jonas Hentschel an seiner Nähmaschine bei Oeverdiek & Heinritz in Heiligenhafen
Jonas Hentschel in seinem Element: Segelmacher verbringen einen Großteil ihrer Arbeit an der Nähmaschine. © Hans-Jörg Meckes

Der Heiligenhafener Segelmacher Jonas Hentschel hat den bundesweiten Leistungswettbewerb im Handwerk gewonnen. Seine Ausbildung machte er bei Jan-Segel in Großenbrode.

Großenbrode/Heiligenhafen – Glücklich kann sich schätzen, wer im Leben einen Beruf gefunden hat, für den er leidenschaftlich brennt und den er jeden Tag aufs Neue mit viel Herzblut ausüben möchte. Jonas Hentschel scheint an diesem Punkt angekommen zu sein – letztes Jahr schloss er seine Ausbildung als Segelmacher ab und wurde Bundessieger im Leistungswettbewerb des Handwerks.

Hentschel kommt ursprünglich aus Wedel und absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Industriemechaniker. Richtig angekommen fühlte er sich in diesem Beruf jedoch nicht und suchte deshalb nach einem anderen Weg. „Segeln war schon immer meine große Leidenschaft“, sagt der 25-Jährige, den seine Tante wenig später auf die Idee brachte, genau die zu seinem Beruf zu machen. Seine Ausbildung zum Segelmacher begann er in Kiel, wechselte aber kurz darauf zum Betrieb Jan-Segel in Großenbrode.

Chef ist mit Hentschels Leistung sehr zufrieden

„Ich bin gewechselt, weil ich mich in Großenbrode besser entfalten konnte“, so der Geselle. Bei Jan-Segel schloss er seine Ausbildung in verkürzter Zeit im Februar letzten Jahres ab und hat im praktischen Teil mit seinem Gesellenstück die besten Ergebnisse abgeliefert. Pro Jahr lernen etwa 15 bis 25 Segelmacher in Deutschland aus. Sein damaliger Chef bei Jan-Segel, Janik Matschuck, ist immer noch voll des Lobes: „Wir sind mit seiner Leistung sehr zufrieden gewesen und stolz auf ihn.“ Drei Bundessieger absolvierten in den vergangenen sieben Jahren ihre Ausbildung bei Jan-Segel.

Traumberuf ist definitiv gefunden

Mittlerweile arbeitet Jonas Hentschel in Heiligenhafen bei Oeverdiek & Heinritz. „Hier kann ich mein Portfolio noch erweitern mit Polstern, Sprayhoods, Kuchenbuden und Persenningen“, sagt der ausgelernte Segelmacher, der sich sicher ist, seinen Traumberuf gefunden zu haben. „Seit Tag eins der Ausbildung habe ich keinen einzigen Tag darüber nachgedacht, etwas anderes zu machen. Ich stehe mit einem Grinsen auf und gehe mit einem Grinsen wieder nach Hause.“

Jeder, der sich für die Ausbildung als Segelmacher interessiert, sollte handwerkliches Geschick, Feingefühl und technisches Verständnis mitbringen, rät der 25-Jährige. Außerdem sei es von Vorteil, selbst zu segeln. „Die meisten Segelmacher sind mit dem Sport eng verbunden“, betont Jonas Hentschel. Circa Zweidrittel aus seiner Ausbildungsklasse waren selbst Segler.

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