Paul Struck steht in der Segel-Werkstatt in Großenbrode.
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Bester Geselle: Paul Struck aus Heiligenhafen an seinem Arbeitsplatz in Großenbrode.

Heiligenhafener konnte überzeugen

Paul Struck ist Deutschlands bester Segelmachergeselle

  • Manuel Büchner
    vonManuel Büchner
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Der Heiligenhafener Paul Struck begann 2017 seine Ausbildung bei der Segelmacherei Jan-Segel in Großenbrode. Nun ist er Deutschlands bester Segelmachergeselle geworden.

  • Paul Struck wurde mit seinem Gesellenstück Bundessieger im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks.
  • Struck ist einer von 16 Azubis in seinem Jahrgang.
  • Sein Chef Janik Matschuk von der Segelmacherei Jan-Segel ist stolz auf die Entwicklung seines Schützlings.

Großenbrode – Angefangen hatte für den Heiligenhafener Paul Struck alles mit einem Schulpraktikum bei der Segelmacherei Jan-Segel in Großenbrode. Jetzt ist der 23-Jährige, dank des Leistungswettbewerbs des Deutschen Handwerks, Deutschlands bester Segelmachergeselle in diesem Jahr. Mit seinem Gesellenstück konnte er überzeugen und wurde Bundessieger. Ganz zufällig ist er aber nicht in den Beruf reingerutscht. Sein Vater war Bootsbauer in Heiligenhafen, Struck segelt zudem bereits sein ganzes Leben.

Seine Ausbildung hatte er im September 2017 in dem Großenbroder Betrieb begonnen und diese im August 2020 erfolgreich abgeschlossen. Jetzt arbeitet er bei Jan-Segel als Geselle. „Der Betrieb hat mir sofort gut gefallen. Wir sind ein junges Team. Mein Chef ist mit 34 der Älteste.“ Ein weiterer Faktor sei die komplette Fertigung in Deutschland, berichtet Struck von seinem Arbeitgeber, der einer von fünf Segel-Manufakturen ist, die sich in der Allianz Deutscher Segelmacher der Produktion ausschließlich in Deutschland verpflichtet haben.

Nur 16 Azubis in einem Jahrgang

Paul Struck arbeitet gerade am automatisierten Zuschnitt bei Jan-Segel in Großenbrode. Früher erfolgte dieser Arbeitsschritt auf Knien und per Hand.

Seine Klassenkameraden gönnen ihm den Erfolg, sagt der Heiligenhafener. „Wir kennen uns alle.“ Struck war nur einer von 16 Azubis in seinem Jahrgang. Alle kamen aus den Landesinnungen in Schleswig-Holstein oder Hamburg. Deutschlandweit gibt es nur eine weitere Innung in Bayern. Wenn der Heiligenhafener nicht im Betrieb gelernt hat, dann war er für den Theorieteil auf dem Priwall, der einzigen Berufsschule für seine Zunft.

Also durchaus ein exotischer Ausbildungsberuf. Was in anderen Ländern Learning by Doing oder über kleinere Lehrgänge erfolgt, ist nur in Deutschland ein Ausbildungsberuf. „Deutsche Segelmacher sind daher weltweit gefragt“, weiß Struck, der nicht nur während seiner Lehre zu einem einmonatigen Austausch im westfranzösischen La Rochelle war, sondern auch  mit dem Gedanken spielt, eine gewisse Zeit ins Ausland zu gehen – nach Neuseeland oder Australien, also die großen Segelsportnationen im Auge hat.

Lobende Worte vom Chef

Strucks Chef, Janik Matschuck, ist sehr zufrieden und auch ein wenig stolz auf die Entwicklung seines Schützlings: „Er ist fleißig und bringt das Talent mit.“ Wichtig sei, die „eigenen Lehrlinge nicht kurz zu halten“, so der 34-Jährige, der ebenfalls an seiner jetzigen Wirkungsstätte gelernt hat – damals noch unter dem alten Chef Jan Heinritz. Der hat übrigens noch einen guten Riecher bewiesen und Paul Struck als Azubi ins Boot geholt.

Jan-Segel-Geschäftsführer Janik Matschuck ist stolz auf seinen Mitarbeiter.

Eine möglichst freie Entfaltung ist also ein Erfolgsrezept bei Jan-Segel. „Sie sollen möglichst alle Arbeitsbereiche abdecken können – dann ist es eine vielfältige, facettenreiche Arbeit, die Spaß macht“, betont Matschuck, der sich die Geschäftsführung mit Simon Henzel teilt. 

Apropos Spaß: Eine im Prinzip weitere Grundvoraussetzung sieht Matschuck in der Verbindung zum Segelsport. Wie sein Geselle ist auch der Segelmachermeister mit dem Segeln groß geworden. Das gilt übrigens für das gesamte siebenköpfige, junge Team aus Großenbrode.

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