Grafik des Neubaus auf dem jetzigen Kursaal-Gelände
+
Auf dem jetzigen Kursaal-Gelände in Heiligenhafen soll ein zehngeschossiger Neubau mit 90 Ferienwohnungen entstehen. Im Hintergrund der Grafik ist der Ferienpark angedeutet zu sehen.

Zehngeschossiger Komplex vor dem Heiligenhafener Ferienpark

Politik steht hinter XXL-Neubau auf dem Kursaal-Gelände

  • Patrick Rahlf
    vonPatrick Rahlf
    schließen

Im Heiligenhafener Stadtentwicklungsausschuss steht die große Mehrheit hinter dem geplanten zehngeschossigen Neubau auf dem Grundstück des Kursaals im Ferienpark. Die Initiative Ferienpark ist hingegen entsetzt über die Abstimmung.

  • Stadtentwicklungsausschuss stimmt mit 11:2 Stimmen für den Neubau.
  • Grundfläche des geplanten Baus sei von 4450 auf 4000 Quadratmeter zurückgegangen.
  • Gerold Krüger von der Initiative Ferienpark befürchtet Dumpingpreise für einige Ferienwohnungen.

Heiligenhafen – Einen Tag nach dem Bürgerentscheid hat sich Montagabend im Kursaal der Heiligenhafener Stadtentwicklungsausschuss eingefunden und über das nächste touristische Großprojekt beraten. Nachdem die Stadtvertretung dem Investor bereits im Dezember 2018 mehrheitlich grünes Licht für weitere Planungsschritte gegeben hatte, ist das Vorhaben auch im jüngsten Ausschuss mit 11:2 Stimmen durchgewinkt worden. Konkret geht es um den geplanten zehngeschossigen Neubau auf dem Grundstück des heutigen Kursaals im Ferienpark. 

Der Investor hat die vergangenen zwei Jahre dafür genutzt, um die benötigten Gutachten anfertigen zu lassen, die für einen Bau an dieser Stelle verpflichtend sind. Hintergrund: Derzeit gibt der aktuelle Bebauungsplan lediglich eine eingeschossige Bauweise auf dem Areal vor. Insgesamt sind 90 Ferienwohnungen geplant, im Erdgeschoss wird es gastronomische Einrichtungen, ein Kino, ein Bowlingcenter sowie einen Supermarkt geben. Eine Tiefgarage sowie eine zusätzliche gastronomische Einrichtung mit großer Dachterrasse im neunten Stock sollen das Gesamtpaket abrunden.

Planer: „Keine negativen naturschutzrechtlichen Auswirkungen.“

„Die Grundfläche des geplanten Baus ist von 4450 auf 4000 Quadratmeter zurückgegangen“, erklärte Andreas Nagel vom Planungsbüro Ostholstein am Montagabend. „Es gibt keine negativen naturschutzrechtlichen Auswirkungen, und auch der zusätzliche Verkehr wird sich gut einfügen“, so Nagel, der aus den vom Investor in Auftrag gegebenen Gutachten zitierte. Auch die Frage, ob das neue Gebäude viel Schatten werfe, entkräftete Andreas Nagel: „Der Ferienpark verschattet sich selbst am meisten durch seine U-Form.“ Den freien Blick würden einige Wohnungen natürlich verlieren, räumte der Planer in seinen Ausführungen ein, „für die breite Masse der Ferienpark-Immobilien wird das Vorhaben aber keine Auswirkungen haben“.

Alleine im Ferienpark gibt es über 1600 Wohnungen. Dass es auch an dieser Stelle Heiligenhafens zukünftig wieder einen Einkaufsmarkt gibt, halte ich für absolut richtig.

SPD-Fraktionsvorsitzende Monika Rübenkamp

Die große Mehrheit der Ausschussmitglieder verspricht sich von dem Vorhaben eine deutliche Aufwertung des Ferienpark-Areals mit neuen Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Niko Rickert (Liberale_BIsS-Fraktion) sieht die Entscheidung dagegen kritisch: „Hier wird ein neues starkes Subzentrum mit Gewerbe aufgebaut, was den Bestrebungen, unsere Innenstadt zu stärken, komplett widerspricht.“ Das sah die Ausschussvorsitzende Monika Rübenkamp (SPD) anders: „Alleine im Ferienpark gibt es über 1600 Wohnungen. Dass es auch an dieser Stelle Heiligenhafens zukünftig wieder einen Einkaufsmarkt gibt, halte ich für absolut richtig.“ Manfred Ebken (Fraktion Zukunft 20): „Ich bin von dem Projekt überzeugt, endlich passiert auch in dieser Ecke Heiligenhafens etwas.“ Im Ausschuss stimmte neben Niko Rickert nur Michael Vollmer (Grüne) gegen das Vorhaben. „Es ist zu hoch“, so Vollmer. Insgesamt 39 Einwendungen von Privatpersonen habe es gegen das geplante Vorhaben im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung gegeben, erklärte Planer Andreas Nagel.

Hier wird ein neues starkes Subzentrum mit Gewerbe aufgebaut, was den Bestrebungen, unsere Innenstadt zu stärken, komplett widerspricht.

Niko Rickert, Liberale_BIsS-Fraktion

Ferienpark-Initiative zeigt sich entsetzt

Gerold Krüger von der Initiative Ferienpark hat sich gestern ebenfalls gegenüber der HP zu Wort gemeldet. „Der geplante Gebäudekomplex von über 110 Metern Länge und einer Höhe von 40,5 Metern – diese Höhe entspricht 14,5 Vollgeschossen des Ferienparks – mauert den Ferienpark regelrecht zur Hälfte ein.“ Der immer wieder verwendete Begriff „Aufwertung“ müsse den Eigentümern von Ferienwohnungen unterdessen als blanker Hohn vorkommen, da sie zukünftig an Stelle des Blicks auf Ostsee und Binnensee auf eine über 40 Meter hohe Wand schauen müssten. „Wenn überhaupt, so ist demnächst die Vermietung ihrer Ferienwohnung nur über Dumpingpreise möglich“, heißt es von der Ferienpark-Initiative, die die Empfehlung des Ausschusses „mit großem Entsetzen“ zur Kenntnis genommen habe.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.