Menschenleeres Osterfest / Boote bereit für´s Wasser – dürfen aber nicht: Brief soll helfen

Heiligenhafener unter sich

„Bleibt gesund – bis bald“, ist die Botschaft der Gastronomie an Einheimische und Gäste.
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„Bleibt gesund – bis bald“, ist die Botschaft der Gastronomie an Einheimische und Gäste.

Heiligenhafen –Von Peter Foth– „Bleibt gesund – bis bald“, diese Worte am Fester des Restaurants „Seestern“ geben Hoffnung in dieser schweren Zeit, in der der Tourismus zum Erliegen gekommen ist und die Heiligenhafener Abstand halten zu ihren Touristen und zu Hause bleiben.

  • Heiligenhafens Promenaden so leer wie noch nie zu Ostern
  • Brandbrief an Wirtschaftsminister Bernd Buchholz
  • Hafenfesttage noch nicht abgesagt

Heiligenhafen präsentierte sich zum Osterfest 2020 mit menschenleeren Straßen und Stränden. Auch das gute Osterwetter mit viel Sonne hatte nur wenige Menschen nach draußen auf die Promenaden und ans Meer gelockt. Vereinzelt sah man Familien mit dem Fahrrad durch den sonnigen Frühjahrstag radeln. Den Strandausflug genossen besonders Hundebesitzer, denn die Landesregierung hatte alle Strände auch für die Vierbeiner freigegeben.

Unsere Zeitung sprach mit Tourismusleiter Manfred Wohnrade, auch er genoss das Osterfest mit der Familie beim Grillen im Garten und Spaziergängen. „Ich war jedes Mal sehr erschrocken, wenn ich zur Seebrücke durch eine Geisterstadt ging. Das schmerzt und tut weh. Wo früher viele Leute anzutreffen waren, herrschte an diesem Osterfest gähnende Leere.“ Auch der Strand war verwaist, berichtete Wohnrade. Nur wenige Menschen nutzten die Sonne zu einem Spaziergang an der ruhigen Ostsee.

Wann kommen Touristen wieder nach Heiligenhafen?

Wann kommen die Touristen wieder, wollte die HP vom Tourismusleiter wissen. Nach Pressemeldungen von Ostermontag hat Manfred Wohnrade wenig Hoffnung, dass im Mai alles wieder gelockert werde. Wie der Leiter der Uni-Kliniken Kiel in der Presse sagte, müsste man in Schleswig-Holstein noch diverse Wochen mit diesen Einschränkungen leben. Wohnrade hofft allerdings, dass es ab Mai ein paar positive Meldungen geben könnte. Auch die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder wollen zeitnah tagen und einen Weg aus der Pandemie suchen.

Wohnrade: „Ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir so eine Art Zeitplan an die Hand bekommen, damit wir uns auf die Zeit danach einstellen können. Wenn die Einschränkungen im Tourismus über den 20. April hinaus weitergehen, kommt viel Arbeit auf die Mitarbeiter der Kurverwaltung zu, denn es müssen viele Verträge von Gästebuchungen storniert werden.

Keine Gäste – wenig Arbeit

Was machen die Mitarbeiter der Kurverwaltung in Corona-Zeiten, wollte unsere Zeitung vom Tourismuschef wissen. Die Mitarbeiter des Aktiv-Hus, das bekanntlich geschlossen ist wie fast alles in Heiligenhafen, sind in Kurzarbeit, sagte Manfred Wohnrade und ergänzte: In der Tourismusinformation gäbe es momentan keine Kurzarbeit, weil man ja ein städtischer Betrieb sei und dafür könne man keine Kurzarbeit beantragen. Gearbeitet werde im Wechsel. Einige Mitarbeiter arbeiten im Homeoffice, einige haben auch Urlaub genommen. In der Kurverwaltung arbeitet immer eine Person in der Zimmervermittlung und eine Person, die die Leitung hat, im Wechsel. Für die Mitarbeiter im Strandresort habe man Kurzarbeitergeld beantragt, da die Vermietung der Ferienwohnungen und Ferienhäuser nicht möglich sei, weil keine Gäste anreisen. Wenn die Auflagen über den 20. April 2020 verlängert werden, müssten sich die Mitarbeiter mit den notwendigen Stornierungen beschäftigen, sagte Wohnrade.

Hafenbetreiber leiden unter Beschränkungen der Corona-Krise

Auch die Sportbootkapitäne und Hafenbetreiber leiden unter den Beschränkungen der Corona-Krise. Die Arbeiten in den Winterlagern sind fast alle abgeschlossen und die Boote fertig, um ins Wasser zu gehen. Jetzt haben die Hafenbetreiber in Ostholstein einen Brief an Wirtschaftsminister Bernd Buchholz in Kiel geschrieben und darum gebeten, dass Schiffe zu Wasser gebracht werden können. Zurzeit sind alle Häfen gesperrt. Auch Manfred Wohnrade habe als Tourismusleiter und HVB-Geschäftsführe r diesen Brief unterschrieben, berichtete er. „Wir würden es begrüßen, wenn die Schiffe ins Wasser und zu ihren Liegeplätzen gebracht werden könnten“, sagte Wohnrade.

Dazu müsse das Einlaufverbot in die Sportboothäfen gelockert werden, da viele Werften sich außerhalb der Häfen befinden. Heiligenhafen sei in der glücklichen Lage, dass man mit der Göttsch-Werft einen Betrieb habe, der sich in den Hafengrenzen befinde und kranen könne.

Die Hafenbetreiber haben den Wirtschaftsminister gebeten, darüber nachzudenken, ob Mitarbeiter der Werften die Schiffe zu den Liegeplätzen bringen könnten, weil es hier nur zu beschränktem Körperkontakt der Mitarbeiter käme, die ohnehin zusammen arbeiteten. Wenn dann irgendwann die Saison eröffnet werde, brauche man keine langen Vorlaufzeiten, da die Schiffe schon im Wasser seien. Auch beim Kranen würde ein Anstehen vermieden werden, so der Heiligenhafener Tourismuschef, der auch für den städtischen Sportboothafen zuständig ist.

Mit Blick in die Zukunft zeigte sich Manfred Wohnrade noch optimistisch. So habe man die Hafenfesttage im Juli noch nicht abgesagt. Aufgrund der Konstellation könne man hier auch kurzfristig reagieren.

Wie geht es mit dem Tourismus weiter?

Wie geht es weiter im Tourismus, fragte unsere Zeitung? Wenn alles vorbei sei, werde man in den ersten zwei Jahren eine große Tendenz zu Urlaub in Deutschland verspüren. Heiligenhafen sei darauf gut vorbereitet, denn die Warderstadt habe auf dem Weg zum Ganzjahrestourismus gute Fortschritte gemacht und den richtigen Weg beschritten. Die Leute, die bisher im Herbst und Winter kamen, würden sich daran erinnern, dass in Heiligenhafen die Infrastruktur in Ordnung ist. „Doch die Menschen vergessen schnell schlechte Zeiten, und so werden der Flugverkehr und auch der Urlaub im Ausland wieder zunehmen“, prophezeite Wohnrade.

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