Heiligenhafens Bürgermeister tot in seinem Haus gefunden

Heiko Müller ist verstorben

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Bürgermeister Heiko Müller verstarb am Mittwoch (30. Oktober) im Alter von 64 Jahren.

Heiligenhafen -ra- Trauer um Heiligenhafens Bürgermeister: Völlig unerwartet ist Heiko Müller am Mittwochvormittag in seinem Haus in der Osterweide verstorben. Der Verwaltungschef, der die vergangenen Monate krankgeschrieben war, ist 64 Jahre alt geworden. Am kommenden Sonntag (3. November) hätte er Geburtstag gehabt.

Die Nachricht vom Tod des Heiligenhafener Rathauschefs verbreitete sich am Mittwochnachmittag wie ein Lauffeuer in der Stadt und löste tiefe Bestürzung und Trauer aus. Folkert Loose (CDU), 1. Stadtrat und Vertreter Heiko Müllers, bestätigte die Geschehnisse schließlich offiziell. „Ich bin geschockt und fassungslos. Am Freitag habe ich ihn noch beim Einkaufen getroffen, wir haben einen Termin zum Thema Ärztehaus abgesprochen“, so Loose. Am frühen Nachmittag gab es im Heiligenhafener Rathaus eine Personalversammlung. Der Büroleitende Beamte der Stadt, Kai-Uwe Maurer, informierte die Kollegen über den plötzlichen Tod des parteilosen Bürgermeisters.

Für Heiko Müller kam am Mittwochvormittag jede Hilfe zu spät. Die Heiligenhafener Feuerwehr wurde für eine Türöffnung in die Osterweide gerufen und fand den leblosen Bürgermeister, der sich in den vergangenen Monaten von einem Sturz im August erholen musste. Müller hatte eine schwere Kopfverletzung davongetragen, befand sich zuletzt aber auf dem Weg der Besserung. Schon zu Jahresbeginn hatte Folkert Loose den Bürgermeister von Januar bis Mai krankheitsbedingt vertreten müssen. 

Heiko Müller war seit Mai 2004 Verwaltungschef in Heiligenhafen, im März 2016 war er von den Bürgern in seine dritte Amtszeit gewählt worden, die erst am 30. April 2022 ausgelaufen wäre. Er galt stets als bürgernaher Verwaltungschef mit hohem Unterhaltungswert, der nie um einen lockeren Spruch verlegen war, aber gleichzeitig auch polarisierte. Querelen und Streitigkeiten zwischen ihm und der Stadtvertretung, aber auch mit der Geschäftsführung der Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) gab es immer wieder und prägten so manche Ausschuss- oder Stadtvertretersitzung. Und dennoch: Man wird Heiko Müller immer eng mit dem Aufschwung Heiligenhafens der vergangenen Jahre in Verbindung bringen. Die Warderstadt liebte er, und nicht selten kam er auf die Anekdote zu sprechen, wie er das Kleinod an der Ostsee auf der Rückfahrt nach einem Skandinavien-Urlaub zufällig kennengelernt hatte. „Heiko Müller wird eine große Lücke hinterlassen. Er war ein sehr präsenter Bürgermeister, der sich für seine Stadt eingesetzt hat, mit dem es aber natürlich auch Reibungspunkte gab. Es wird dauern, bis wir alle realisiert haben, dass er nie wieder im Sitzungssaal anwesend sein wird“, sagte Heiligenhafens Bürgervorsteherin Petra Kowoll (CDU), die geschockt auf die Nachricht des plötzlichen Ablebens Heiko Müllers reagiert hat.

Die Amtsgeschäfte führt bis auf Weiteres Folkert Loose weiter. „Wir trauern um Heiko, der ein guter Freund war und den ich schon vor seiner Zeit als Bürgermeister kannte“, erklärte Kai-Uwe Maurer. Dennoch müsse man auch den Blick nach vorne richten und die Stelle nach der Trauerfeier zeitnah ausschreiben. Voraussichtlich im Frühjahr 2020, zwei Jahre vor dem eigentlichen Termin, wird es eine Bürgermeisterwahl in Heiligenhafen geben. 

Patrick Rahlf

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