Stefan Büttner, Volker Schranke und der siebenjährige Joshua.
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Für den siebenjährigen Joshua war es zum Einschulungstag etwas ganz Besonderes, Revierleiter Stefan Büttner (l.) und den stellvertretenden Dienstgruppenleiter Volker Schranke von der Polizei Heiligenhafen zu treffen.

Neuer Revierleiter in Heiligenhafen

Stefan Büttner stellt sich vor: Polizist zu sein, ist niemals ein Einzeljob

  • Hans-Jörg Meckes
    VonHans-Jörg Meckes
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Der neue Revierleiter des Polizeireviers in Heiligenhafen hat klare Prinzipien. Neben Weltoffenheit und Bürgernähe ist dem Polizeihauptkommissar vor allem ein geregelter Tagesablauf wichtig. In der Warderstadt gefällt es ihm bislang sehr gut.

  • Stefan Büttner hat seit 1. Juni Thorsten Ziehm als Revierleiter der Polizei in Heiligenhafen abgelöst.
  • Büttner ist Ostholsteiner und kennst sich in der Region gut aus.
  • Er sieht seinen Arbeitsplatz in Heiligenhafen mit der bald kommenden Fehmarnbeltquerung im Zentrum des Geschehens.

Heiligenhafen – Seit dem 1. Juni leitet Polizeihauptkommissar Stefan Büttner das Polizeirevier in Heiligenhafen. Er ist der Nachfolger des im Mai in den Ruhestand verabschiedeten Thorsten Ziehm. Besonders wichtig sind für Büttner Bürgernähe und ein geordneter Tagesablauf, verrät er im Gespräch mit der HP.

Gleich zur Einschulung der neuen Erstklässler bedeutet es Stefan Büttner viel, Präsenz und Bürgernähe zu zeigen. „Die Abc-Schützen sollen uns auch wahrnehmen“, sagt der Revierleiter, der zusammen mit dem stellvertretenden Dienstgruppenleiter Volker Schranke die Theodor-Storm-Schule besucht, um sowohl mit Kindern als auch mit Eltern ins Gespräch zu kommen. Am Tag der Einschulung zwei waschechten Heiligenhafener Polizisten über den Weg zu laufen, beeindruckt besonders den siebenjährigen Joshua, der sich mit seiner grünen Schultüte, auf der ein großer Streifenwagen prangt, als großer Fan der Hüter von Recht und Ordnung outet. Auf die Frage, was ihm besonders an der Polizei gefalle, muss der Erstklässler nicht lange überlegen und antwortet prompt: „Die Verbrecherjagd.“ Der Höhepunkt des Tages ist für den Schulanfänger dann ein gemeinsames Foto mit den beiden Polizisten.

Besonders in den nächsten Wochen, werde die Polizei verstärkt darauf achten, dass die jungen Abc-Schützen sicher im Straßenverkehr unterwegs sind, erklärt Büttner. Schon zur Einschulung klärt er Eltern darüber auf, dass die Kinder nicht nur mit dem Auto vor der Schule abgesetzt werden sollten und sie auch selbst lernen müssten, wie sie sich als Fußgänger im Straßenverkehr zu verhalten haben. „Die ganz jungen Schülerinnen und Schüler sollten noch nicht mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Das wird ihnen in der dritten und vierten Klasse bei der Fahrradprüfung beigebracht“, sagt der 56-Jährige.

Standort, an dem man in allen Belangen gefordert wird

Revierleiter in Heiligenhafen zu sein, sei gar nicht so einfach, muss Stefan Büttner zugeben. „Ich fühle mich in Heiligenhafen sehr wohl. Das hier ist ein Standort, wo man in allen polizeilichen Belangen gefordert wird.“ Als Revierleiter in der Warderstadt sind ihm die Standorte in Burg, Großenbrode, Oldenburg und Lensahn nachgeordnet. In Heiligenhafen stehen ihm 22 Kollegen zur Verfügung. Die anderen Standorte verfügen insgesamt über 54 Mitarbeiter. Doch völlig neu ist die Umgebung direkt an der Ostsee für ihn nicht. „Ich bin Ostholsteiner, ich kenne mich hier aus“, sagt der zweifache Familienvater, der in Niendorf wohnt und privat gern Angeln geht. Er habe die typische Polizeikarriere hinter sich und war vorher bereits in der Polizeidirektion Lübeck, einer großen Direktion mit 1200 Mitarbeitern, beschäftigt. Privat publiziert Stefan Büttner auch Bücher über das Polizeirecht.

Als typische Einsätze in Heiligenhafen und der Umgebung nennt er Verkehrskontrollen. Eine klassische Situation sei beispielsweise, dass ein versteckter Ermittler sich als normaler Fußgänger auf der Straße tarnt und per Funk seine 300 Meter entfernten Kollegen darüber informiere, ob jemand mit dem Handy am Steuer unterwegs ist. Letzte Woche gab es Geschwindigkeitskontrollen auf Fehmarn hinter dem Fähranleger Puttgarden, bei denen innerhalb von einer Stunde 24 Teilnehmer angehalten worden seien, die zu schnell unterwegs waren, beschreibt der neue Revierleiter. „Aber wir haben in dieser Region auch viele Naturschutzthemen, weil wir hier viele Naturschutzgebiete haben“, fügt Büttner hinzu. So habe die Polizei auch oft mit wildem Camping zu tun.

Tourismus-Hotspot macht sich in Heiligenhafen deutlich bemerkbar

„Der Fremdenverkehrs-Hotspot macht sich für uns als Polizei deutlich bemerkbar durch die hohen Einsatzzahlen“, sagt der 56-Jährige. Derzeit würden den Beamten aber 14 sogenannte Bäderdienstler, die zur Verstärkung gekommen sind, die Arbeit erleichtern. 

Auch für die Zukunft sieht Stefan Büttner spannende Zeiten in Heiligenhafen auf sich zukommen, denn mit der kommenden Fehmarnbeltquerung sieht sich der Revierleiter direkt im Zentrum des Geschehens. Lobende Worte hat der Polizeihauptkommissar auch für die Kollegen in Burg, mit denen die Zusammenarbeit sehr gut funktioniere.

Als Polizist ist es Büttner wichtig, eine weltoffene Haltung auszustrahlen und einen organisierten Tagesablauf zu haben. Das sei seiner Ansicht nach für den Beruf sehr vorteilhaft. „Hobbys sollten dem Dienst zuträglich sein“, betont er. So sei sportliche Fitness genauso wesentlich, wie sich kontinuierlich fortzubilden, denn neue Gesetze und Verordnungen würden ständig hinzukommen. Unbedingt erforderlich sei für den polizeilichen Dienst auch die soziale Kompetenz, ergänzt der Revierleiter: „Polizei ist niemals ein Einzeljob. Es kann nur als Arbeit im Team funktionieren.“

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