Heiligenhafens Polizeichef Horst Sachau scheidet nach 44 Jahren aus dem Berufsleben aus

Vorfreude auf den Ruhestand

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Horst Sachau freut sich auf die Zeit als Pensionär.

Von Patrick RahlfHEILIGENHAFEN - Horst Sachau, mehr als 17 Jahre lang Leiter der Heiligenhafener Polizeizentralstation, hat sich in den Ruhestand verabschiedet. „Ich bin meinem Beruf immer sehr gerne nachgegangen“, erklärt der 60-Jährige, der sich zukünftig noch intensiver seinen Hobbys widmen will. Zeit nehmen seine Posten als Vorsitzender des Heiligenhafener Tennisclubs und als 1. Ältermann der Großen Bürgergilde durchaus in Anspruch.

Rückblickend überwiegen für den Pensionär in seinen vielen Dienstjahren deutlich die positiven Erlebnisse, auch wenn das Verhältnis zu seinen Vorgesetzten in Lübeck zum Schluss angespannt war. „Es lagen unterschiedliche Auffassungen vor, wie es mit der Polizei in Heiligenhafen weitergehen soll“, berichtet Horst Sachau im HP-Gespräch. Zunächst war geplant, dass er die Zentralstation die kommenden zwei Jahre weiterführen sollte, doch diese Verlängerung hat Sachau auf eigenen Wunsch zurückgezogen. „Ich habe meine Altersgrenze schließlich erreicht.“ Gerade einmal 15 Jahre war Horst Sachau alt, als er am 1. September 1969 mit seiner Polizeiausbildung in Eutin begann. „Damit war ich der jüngste Polizist in Schleswig-Holstein und wohl auch in ganz Deutschland.“ Eigentlich wollte er Fernsehtechniker werden, doch kurz vor dem Antritt der Lehrstelle hatte sich diese Möglichkeit zerschlagen. Als Alternative kam nur die Polizei in Frage. „Ich war gesund, fit und habe wohl die richtige Einstellung gezeigt“, sagt Sachau rückblickend über seine Aufnahme in den Polizeidienst.

Nach der dreijährigen Ausbildung gelangte er 1972 über einige Umwege zurück nach Heiligenhafen. An seiner Heimatstadt hängt noch heute sein Herz, und auch während seiner 44 Dienstjahre hatte er seinen Lebensmittelpunkt immer in der Warderstadt. „Ich wollte mein Standbein hier niemals aufgeben.“ Gerne denkt er heute an seine ersten Erfahrungen als Polizist in Heiligenhafen zurück: Als Schutzmann auf der Straße hat er sich immer wohl gefühlt. „Das habe ich unheimlich gerne gemacht.“ Doch Stillstand ist für Horst Sachau Rückschritt: Zweieinhalb Jahre lang studierte er ab April 1986 an der Verwaltungsfachhochschule Kiel-Altenholz, um sich für den gehobenen Polizeidienst zu qualifizieren. Stellen als Einsatzleiter und Einstellungsberater in Eutin sowie als Revieroberbeamter in Neustadt folgten, bevor es am 1. August 1996 beruflich zurück in die Heimat ging. Sachau bekam die Zusage für die Stelle als Leiter der Heiligenhafener Polizeistation. Er denkt noch heute gerne an den von ihm mitorganisierten „Tag der Landespolizei“ im Jahr 2006 zurück, der seinerzeit in Heiligenhafen veranstaltet worden ist. „Viele Kollegen haben mir damals gesagt, dass der Tag zu den besten Veranstaltungen gehört hat.“

Doch nicht immer war alles nur spaßig: Autounfälle mit Toten oder der Flugzeugabsturz im Jahr 1971 in Hasloh bei Hamburg prägen eine Polizisten-Seele. „Ich habe es aber immer geschafft, so etwas nicht allzu nah an mich heranzulassen.“ In den vergangenen Jahren haben sich seine Aufgaben auf den administrativen Bereich beschränkt, doch auch an seinem Schreibtisch hat sich Horst Sachau immer wohl gefühlt. „Das Wichtigste ist, dass ich noch immer fit und gesund bin“, freut sich der Familienvater. Geführt wird die Zentralstation vorübergehend von Hauptkommissar Stefan Newe (wir berichteten). Wie es zukünftig weitergeht, darüber erteilt die Polizeidirektion Lübeck keine Auskünfte. Auch Horst Sachau will sich nach seinem Abschied nicht an Spekulationen beteiligen.

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