Corona-Auftrittsverbot: Berufssängerin Barbara Vorbeck baut sich ein zweites Standbein auf

Zum Nichtstun verdammt

So kennen und lieben die Fans Barbara Vorbeck, wie hier bei einem Konzert auf den Heiligenhafener Hafenfesttagen.
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So kennen und lieben die Fans Barbara Vorbeck, wie hier bei einem Konzert auf den Heiligenhafener Hafenfesttagen.

Mehr als fünf Monate dauert die unfreiwillige Auszeit der Heiligenhafener Berufssängerin Barbara Vorbeck, die zu den bekanntesten Helene-Fischer-Doubles Deutschlands zählt, nun schon an. Das Coronavirus hat sie mit voller Wucht erwischt, ihr gesamter Terminkalender ist hinfällig.

  • Coronavirus sorgt seit fünf Monaten für Arbeitsverbot
  • Finanziell keine leichte Zeit für Künstler
  • Heiligenhafenerin Barbara Vorberg lässt sich Optimismus nicht nehmen

„Anfang März gingen auf einmal die Veranstaltungsabsagen los. Erst waren es nur wenige, dann immer mehr. Ich stand seitdem nicht mehr auf der Bühne, Corona hat für ein komplettes Arbeitsverbot für mich gesorgt“, berichtet Barbara Vorbeck im Gespräch mit der HP.

Die Veranstaltungs- und Kulturbranche hat das Virus besonders hart getroffen. „Und zwar mit aller Wucht. Das Schlimmste ist, dass kein Ende in Sicht ist – diese Perspektivlosigkeit tut mir einfach weh.“ Im August wäre die Sängerin eigentlich nur selten in Heiligenhafen anzutreffen. Stadtfeste, Jubiläumsfeiern, Geschäftsneueröffnungen oder Open-Air-Konzerte würden deutschlandweit und im europäischen Ausland normalerweise anstehen, Barbara Vorbeck war fest engagiert. Doch alle Events wurden abgesagt. „Mir fehlen mein Beruf, die Bühne, die Emotionen und natürlich die glücklichen feiernden Menschen.“

Und nicht zuletzt müsse man als selbstständige Künstlerin auch die Finanzen im Auge behalten. „2020 wird ein Jahr fast ohne Einnahmen für mich. Teilweise sollen ausgefallene Events 2021 nachgeholt werden, das Geld für dieses Jahr gibt mir aber keiner wieder“, so Vorbeck. Sie habe zwar eine Soforthilfe beantragt und auch erhalten, diese sei aber gering gewesen und „lediglich dafür da, um berufliche Fixkosten zu decken“.

„Unsere ganze Branche ist gefährdet“

Die Vollblutmusikerin und ihre Berufskollegen fühlen sich von der Regierung im Stich gelassen. „Unsere ganze Branche ist gefährdet, Unterstützung bekommen wir aber nur wenig. Es fehlen ein klares Konzept und Antworten auf sehr viele Fragen. Leid tut es mir auch für die Clubs und Discotheken.“

Berufssängerin Barbara Vorbeck, die schon vor mehr als 8000 Zuschauern in der Alsterdorfer Sporthalle auf der Bühne stand, will unterdessen nicht länger warten, bis die Landesregierung ihr wieder erlaubt, ihrem Beruf nachzugehen. „Diese Ungewissheit belastet mich, aber meinen Optimismus lasse ich mir trotzdem nicht nehmen. Jammern ist keine Option und hilft auch nicht weiter. Ich will wieder das Mikrofon in den Händen halten und glückliche Menschen sehen.“ Die Sängerin steht ab sofort auch für private Veranstaltungen im kleineren Rahmen, die unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsvorschriften erlaubt sind, zur Verfügung. „Gerne auch als Überraschungsgast mit Livemusik auf einer Geburtstags- oder Gartenparty“, sagt Vorbeck. Eine Vorbereitung sei dafür nicht notwendig, sie bringe ihr benötigtes Equipment selbst mit. „Außerdem kann ich nicht nur Helene“, so die Sängerin augenzwinkernd. Anfragen sind möglich unter 04362 5069573.

Ausbildung startet noch diesen Monat

Zudem will sich die Heiligenhafenerin ein zweites Standbein neben der Musik aufbauen. „Ich weiß nicht, wann ich wieder richtig durchstarten kann, deshalb habe ich mich zu diesem Schritt entschieden.“ Vorbeck will noch in diesem Monat mit einer Ausbildung im kosmetischen Bereich beginnen, um so schnell wie möglich wieder arbeiten zu können. Denn die fünfmonatige Pause dauerte schon viel zu lange.

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