Anzahl der Rettungsschwimmer muss deutlich reduziert werden / Saisonstart erst Ende Mai

Herausforderung Wachdienst

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Anderthalb Meter Abstand, wie hier der Zollstock demonstriert, sind mit mehreren Menschen auf engem Raum oft kaum einzuhalten. Das haben auch DLRG-Abschnittsleiter Hubertus Patzelt (l.) und HVB-Geschäftsführer Manfred Wohnrade im Frühstücksraum in der DLRG-Unterkunft festgestellt.

Heiligenhafen –Von Mareike Falz– In jedem anderen Jahr wäre am 15. Mai – also schon diesen Freitag – die Wachsaison gestartet. Aber dieses Jahr ist nicht wie jedes andere Jahr.

  • 30. Mai ist Saisonstart der DLRG-Wachsaison in Heiligenhafen
  • Abstandsregeln in Freizeit nur schwer einzuhalten
  • Teile des Strandes bleiben vielleicht unbewacht

Das musste auch DLRG-Abschnittsleiter Hubertus Patzelt schmerzlich feststellen. Für ihn und seine Rettungsschwimmer, die aus ganz Deutschland anreisen, startet die Wachsaison an Heiligenhafens Stränden erst ab dem 30. Mai (Freitag) und das auch nur mit Einhaltung sämtlicher Regeln. Doch die sind für den Abschnittsleiter und sein Team teilweise nur sehr schwierig umzusetzen.

Los geht es bereits mit der Reduzierung der Wachstärke. Normalerweise hat die Warderstadt Kapazität für 22 Rettungsschwimmer, die in der Sommersaison die Badenden im Blick behalten. Doch weil aus den Doppelzimmern in den Unterkünften Einzelzimmer werden müssen, kann nur etwa die Hälfte der Ehrenamtler in diesem Sommer anreisen. Lediglich Paare, die ohnehin in einem Haushalt leben, dürfen gemeinsam ein Doppelzimmer belegen. „Mit so wenig Personal können wir auch nicht alle Strandbereiche abdecken“, erklärte Patzelt, der weiter sagte: „Wir dürfen allerdings kein Badeverbot aussprechen, lediglich eine Empfehlung geben.“ Eine rote Flagge und ein Schild mit der Aufschrift „Achtung! Unbewachter Badeabschnitt“ sollen entsprechende Strandbereiche kennzeichnen.

Ausflüge in Heiligenhafen und nach Dänemark müssen ausfallen

Das größte Problem sieht Hubertus Patzelt allerdings nicht während des Wachdienstes, sondern davor und danach. „Tagsüber kannst du das mit den Abstandsregelungen alles dienstlich organisieren, aber nach dem Dienst wird sich alles stauen.“ Ausflüge nach Dänemark, der Besuch der Hafenfesttage oder gemeinsame Aktionen mit anderen Jugendorganisationen aus Heiligenhafen fallen in diesem Jahr zwar weg, aber ein Zusammensein in der Freizeit lasse sich dennoch kaum vermeiden. Generell habe Patzelt keine Angst vor der Herausforderung, nur dass jemand während des Aufenthaltes krank werden könnte, bereitet ihm Sorgen. „Denn dann müssen alle nach Hause.“

Umfangreiches Hygienekonzept

Um dieser Eventualität bestmöglich vorzubeugen, gibt es ein ausgereiftes Hygienekonzept. Nicht nur die Waschräume, sondern auch jedes einzelne Zimmer ist ab sofort mit Seife und Papiertüchern ausgestattet. Außerdem wird es im Tagesablauf einen anderen Rhythmus geben. Das Frühstück wird wohl zu verschiedenen Zeiten mit kleineren Gruppen stattfinden, und auch im Aufenthaltsraum können sich nur wenige Personen gleichzeitig aufhalten. Bei Behandlungen von Menschen, die von den Rettungsschwimmern Hilfe benötigen, müssen Nasen-Mund-Abdeckungen getragen werden. Und jede Person, die eines der DLRG-Gebäude betritt, muss dokumentiert werden. „Was die Hygiene angeht, sind wir in jedem Fall gut aufgestellt“, zeigt sich Patzelt positiv gestimmt. Auch HVB-Geschäftsführer Manfred Wohnrade ergänzt optimistisch: „Weil bei uns bereits ein gewisser Hygiene-Standard herrscht, sind die Umstellungen nicht all zu groß.“

Mit Blick auf mögliche Menschenansammlungen am Strand betonte Wohnrade: „Die Rettungsschwimmer sind auf jeden Fall nicht dafür da, um hier für Ordnung zu sorgen. Die, die herkommen, machen das freiwillig und ehrenamtlich. Dafür haben sie schon Respekt verdient.“ Letztendlich könne man nur eins machen, so Patzelt: „Aus den Erfahrungen lernen, die wir in diesem Jahr wohl machen.“

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