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Heringsdorf: Der Deich in Süssau ist wegen Fahrschäden gesperrt

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Von: Hans-Jörg Meckes

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Heringsdorfs Bürgermeister Udo Scholz zeigt die Bügel auf der Deichkrone in Süssau
Bügel sollen das Befahren der Deichkrone verhindern: Heringsdorfs Bürgermeister Udo Scholz zeigt die Maßnahmen, die zum Schutz der Grasnarbe ergriffen wurden. © Hans-Jörg Meckes

Im Heringsdorfer Ortsteil Süssau ist der Deich am Strand für Fahrradfahrer gesperrt. Bei der letztjährigen Deichschau wurden Schäden durch Fahrspuren festgestellt. Eine Ausweichmöglichkeit bietet momentan noch der danebenliegende Weg.

Heringsdorf – Etwas eigenartig wirken die in einem Meter Abstand aufgesteckten roten und gelben Bügel auf der Deichkrone des Heringsdorfer Ortsteils Süssau. Doch die wie kleine Tore wirkenden Teile, die Heringsdorfs Bürgermeister Udo Scholz (CDU) zeigt, sind keine Einladung zu einem Krocket-Spiel, sondern sollen dafür sorgen, dass Fahrradfahrer den Deichkronenweg nicht mehr benutzen. Nach einer Besichtigung im Zuge der Deichschau im letzten Jahr seien hier Mängel festgestellt worden.

Fahrradweg am Süssauer Strand
Auf diesem Weg können Radfahrer aktuell neben dem Deich auf eigene Gefahr fahren. Die weitere Nutzung ist allerdings wegen der links unter Naturschutz stehenden Dünen unsicher. © Hans-Jörg Meckes

„Das Problem ist der Weg, der oben ausgefahren wurde. Die Grasnarbe ist hier beschädigt und die Rasenfläche komplett weg“, erklärt Udo Scholz. Wenn es künftig zu Hochwasser kommt, könne sich das Wasser hier sammeln. Dabei stehe auch die Gefahr eines Deichbruchs auf der circa 500 Meter langen Strecke im Raum, so Scholz weiter. „Der Wasser- und Bodenverband Heringsdorf, der den Deich zwischen Siggener Busch und Rosenfelde unterhält, möchte nicht mehr, dass dort gefahren wird.“ Auch ein Schild, das auf die Schäden der Deichkrone hinweist und die Befahrung untersagt, wurde aufgestellt. Doch damit allein ist nicht gesichert, dass sich alle daran halten. Deshalb habe der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) nun Bügel geliefert, die über die Deichkrone in den Boden gesteckt wurden, „damit ein Befahren nicht mehr möglich ist“, sagt Heringsdorfs Bürgermeister. Zusätzlich hat die Gemeinde auch Weidezaunpfähle neben die Deichkrone in den Boden gesteckt, damit auch in der Dunkelheit klar ist, dass dieser Weg nicht befahren werden darf, schildert Scholz weiter. Jedoch gebe es noch Klärungsbedarf, ob dieser Zaun dort bleiben kann, da der Jäger, der die Jagdpacht dort innehat, anmerkte, dass sich Dammwild davon angezogen fühle und mit dem Geweih verfangen könnte.

Sanierung ist Anfang 2023 geplant

Anfang 2023 will der Wasser- und Bodenverband die Deichkrone voraussichtlich überarbeiten, sagt Scholz. „Bis dahin sollen die Fahrradfahrer erst mal im Vordeichbereich fahren. Dieser wildgewachsene Radweg ist allerdings nicht im Radwegenetz verzeichnet, weshalb hier noch ein Schild hin muss, das auf die Benutzung auf eigene Gefahr hinweist.“ Es gebe allerdings auch ein Problem mit dem Weg: „Vor dem Deich ist die Düne in den Naturschutz eingebunden“, erklärt Udo Scholz. Er hoffe vor allem für die am Süssauer Strand ansässigen Gastronomen, dass der Weg weiterhin benutzt werden kann, denn er verbinde den Ortsteil auch mit der Gemeinde Grömitz, aus der viele Touristen kommen. „Ich sehe für den Strandbereich negative Einflüsse, wenn die Fahrradquerung dort nicht mehr sein darf. Der Süssauer Strand wird sonst komplett vom Radtourismus abgeklemmt.“

Ein weiteres Problem, um das sich die Gemeinde kümmern muss, ist die Schranke direkt vor der Promenade, deren Sensorik nur bei Autos funktioniert, nicht aber bei Fußgängern oder Radfahrern. Wenn etwa ein Fußgänger nach einem Auto unter der Schranke durchlaufen würde, könnte es zu einem Unfall kommen, wenn diese herunterklappt, erklärt der Bürgermeister. Die Gemeinde sei zusammen mit den Betreibern der Campingplätze auch Betreiber der Schranke und wolle sich bald in einem Gespräch mit diesen beraten, wie das Gerät künftig erneuert werden soll, erklärte Scholz abschließend.

Schranke vor der Strandpromenade in Süssau
Die Schranke vor der Promenade in Süssau erkennt keine Fußgänger und stellt deshalb eine Gefahr dar. © Hans-Jörg Meckes

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