Hitzige Einwohnerfragestunde / Kuno Brandt: Steinwarder-Südufer kein Badestrand

30-minütige Sitzung mit viel Zündstoff

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Steinwarder-Südufer: Die Erlebnisfläche, die kein Badestrand sein soll.

HEILIGENHAFEN -ra- Exakt 30 Minuten hat am Donnerstagabend die Sitzung der Heiligenhafener Stadtvertretung gedauert, an der lediglich 14 Kommunalpolitiker teilnahmen. Fast die Hälfte der Zeit nahm die Einwohnerfragestunde in Anspruch, bei der es zum Ende hin hitzig zuging. 

Im Mittelpunkt stand einmal mehr der frühere Bürgermeister-Kandidat Niclas Boldt, der gleich eingangs kritisierte, warum es im vergangenen Wirtschaftsausschuss keine Einwohnerfragestunde gab. Kai-Uwe Maurer von der Stadt Heiligenhafen hielt es dabei nicht lange auf seinem Stuhl. „Vor den Ausschüssen kann so etwas gemacht werden, es muss aber nicht. Anders ist es bei der Stadtvertretung. Hier ist so etwas gesetzlich zwingend vorgesehen.“ Ihm sei es wichtig, das klarzustellen, „denn so langsam kommt hier ein gewisser Geschmack rein“, so der Büroleitende Beamte. Das Öko-Punktekonto der Stadt Heiligenhafen, grobe Fehler bei der Planung des Binnensee-Südufers und intransparent durchgeführte Projekte waren weitere Themen, die Niclas Boldt in der Folgezeit anschnitt. Der Ton wurde rauer. „Intransparent stimmt nicht. Das ist Ihre Bewertung, die Sie nicht belegen. Hier läuft alles über die Stadtvertretung und den HVB-Aufsichtsrat“, entgegnete CDU-Fraktionssprecher Stephan Karschnick. Auch Bürgervorsteher Gottfried Grönwald (BfH) meldete sich zu Wort. „Ich habe deine Bedenken dem Planungsbüro der neuen Binnensee-Fläche mitgeteilt. Deine Bedenken basieren auf falschen Fakten, die nicht stimmen. Das Thema ist damit erledigt für mich.“ 

Man werde auch zukünftig gerne Boldts Fragen beantworten, allerdings müsse er aufhören, „permanent Unterstellungen und persönliche Angriffe“ einfließen zu lassen, so Grönwald. „Wir kommen hier alle langsam unter die Räder und verlieren das Gleichgewicht“, sagte Boldt, der lediglich das Interesse Heiligenhafens im Sinn hätte. Die Gemüter erhitzten in der Folgezeit auf beiden Seiten immer mehr, es wurde laut, das Wortgefecht nahm seinen Lauf. 

Politik wurde im Anschluss auch noch gemacht. Einstimmig wurde der Auftrag für den Abriss des früheren KTM-Shops in der Wendstraße vergeben, in diesem Zusammenhang werden auch die Gebäude Thulboden 18-22 weichen. Dort sollen erst einmal Parkplätze entstehen. Heiligenhafens Bauamtsleiter Roland Pfündl rechnet mit dem Beginn der Abrissarbeiten spätestens Ende Oktober dieses Jahres. Kostenpunkt: rund 110000 Euro. Ebenfalls wurde der Auftrag für die Tiefbauarbeiten des zweiten Bauabschnitts der Regenwasserkanalisation zum Hochwasserschutz im Altstadtbereich vergeben. Hier geht es um ein Auftragsvolumen von insgesamt 1,2 Millionen Euro. Ziel der Baumaßnahmen ist eine bauliche Neuorientierung der Regenwasserkanäle zur Bündelung und Sammlung anfallenden Regenwassers in einem großen Sammelschacht. An diesen soll eine bereits angeschaffte Hochleistungspumpe zur Entlastung des Kanalnetzes – bei zeitlich zusammenfallendem Regen- und Hochwasserereignis – angeschlossen werden. Mit den Arbeiten soll Mitte Oktober begonnen werden.

SPD-Sprecherin Monika Rübenkamp griff unter Anfragen und Verschiedenes den am Mittwoch in der HP erschienenen Leserbrief auf. Der Verfasser hatte zu bedenken gegeben, dass am neu geschaffenen Binnensee-Nordufer die Besucher baden gehen würden und deshalb eine Bewachung durch die DLRG unumgänglich sei. „Wie gehen wir damit um? Wir wollen nicht schuld sein, wenn etwas passiert“, so Rübenkamps Einwurf. Rechtlich sei die Stadt auf der sicheren Seite, klärte Kuno Brandt, Leiter der Bau- und Ordnungsverwaltung, auf. „Es handelt sich bei dem neuen Areal um keinen Badestrand, sondern um eine Erlebnisfläche. Das Baden ist dort nicht vorgesehen.“ Stephan Karschnick entgegnete, dass Urlauber hierbei aber keinen Unterschied sehen würden. „Für die sieht das alles super aus und ist bei gutem Wetter ein Badestrand.“ Der von der SPD eingeworfene Vorschlag, Schilder aufzustellen, fand Donnerstagabend vorläufig keine Mehrheit. Die Diskussion versandete. 

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