Steile Karriere vom Gildepolizisten zum Gildekönig / Königin Silvia freut sich mit ihrem „Wölfi“

Hoch lebe König Wolfgang

+
Nach dem Königsschuss wird Wolfgang Knorr auf den Schultern der Gildebrüder gefeiert.

HEILIGENHAFEN -ft- Um 18 Uhr sah es am Freitag noch so aus, als würde der Königsschuss in diesem Jahr spät fallen. Aber die Prophezeiungen des 1. Ältermannes Horst Sachau gingen auf, als er sagte: „Eine halbe Stunde noch für den rechten Flügel und zwanzig Minuten für den linken Flügel und dann ist das Schießen auf den Rumpf des Vogels freigegeben. Der Königsschuss fällt noch vor 20 Uhr.“

Und so war es auch. Ein Aufschrei kam um 19.34 Uhr von den Zuschauern und Gildebrüdern. Wolfgang Knorr hatte den entscheidenden Schuss auf den Rest des Gildevogels abgegeben. Minuten später wurde der neue König der Großen Bürgergilde auf den Schultern seiner Gildebrüder gefeiert. „Wir haben einen neuen König“, war aus der Menge der Gildebrüder zu hören.

Die Gratulationen rissen nicht ab. Von überall Händeschütteln und Glückwünsche. Silvia Knorr kam hinzu und fiel ihrem Mann in die Arme. „Das hat sich Wolfgang so gewünscht“, waren die ersten Worte der neuen Königin. Noch auf dem Höhepunkt des Adrenalinspiegels sagte die neue Majestät der HP: „Ich bin sehr glücklich und freue mich auf das Königsjahr.“ Im Kopf vorbereitet war die Sache bei Wolfgang Knorr schon, denn er hatte bisher auch das Amt von Gildepolizist Peter Krey übernommen. Noch während König Wolfgang im Glücksrausch über den gelungenen Königsschuss war, betrat ein neuer Gildepolizist in Person von Gildebruder Erwin Steuck den Schießplatz, um seinem Vorgänger, der nun König ist, zu gratulieren, aber auch um nach Recht und Ordnung zu sehen. Die Uniform seines Vorgängers passte wie angegossen nur die Pickelhaube schien etwas eingelaufen zu sein.

Das Schießen um die Königswürde wurde in diesem Jahr als Zweikampf ausgetragen. Von der linken Schießleiter feuerte Gildebruder Rolf Jankwitz Schüsse aus seinem Gildegewehr. An der rechten Schießleiter legte Wolfgang Knorr auf den Gildevogel an. Fast eine halbe Stunde dauerte der Schusswechsel der beiden Königsschützen bis Wolfgang Knorr den entscheidenden Schuss platzieren konnte. Es war kurz vor 20 Uhr als Ältermann Horst Sachau die Gildebrüder zur Königsproklamation auf dem Seebrückenvorplatz antreten lies. Dann überreichten die Ältermänner dem neuen König die schwere Königskette. Vorjahreskönig Michael Preuß ist nun Vizekönig und darf die kleine Königskette tragen.

Gemeinsam mit dem 1. Ältermann Horst Sachau schritt der neue König die Front der angetreten Gildebrüder ab, die der neuen Majestät zujubelte. Danach marschierten die Gildebrüder wieder in den Saal des Beach Motels ein, wo König Wolfgang Knorr die ersten Worte an das Gildevolk richtete. „Ich denke heute an meinen Vater, der auch Gildebruder war und mich als lütten Buttje zum Gildefest mitgenommen hatte. Damals habe ich schon das Gildeblut in mir aufgenommen. Weiter ging es mit der Gilde-Speeldeel, da war ich auch immer mit dabei. So habe ich eigentlich von lütt auf die Gilde miterlebt. Unter Ältermann Jens Schmütsch habe ich auch das Gillhus mit gebaut.“ Der Tag stand für Wolfgang Knorr unter einen glücklichen Stern, davon zeugten auch die Schwalben, die bei ihm zu Hause unterm Dach ihr Nest gebaut hatten.

Auch Königin Silvia richtete erste Worte an das Gildevolk und sagte: „Ich freue mich sehr, dass mein ‚Wölfi‘, unser Peter Krey, das geschafft und ohne zögern draufgehalten hat. So freue ich mich mit euch auf das Königsjahr, und ich bin gespannt, was dann so alles auf mich als Königin zukommt. Ich wünsche euch heute Abend viel Spaß und hoffe, euch morgen beim Königsball wiederzusehen.“ Zur Musik der Gildekapelle ließen Gildebrüder und Gäste im Beach Motel das neue Königspaar und den Vizekönig hochleben, bevor sich der Festzug formierte, um König Wolfgang und Königin Silvia nach Hause in die Lerchenstraße zu bringen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.