Prof. Dr. Mojib Latif und Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen sprachen zum Klimawandel

Hochkarätiger Besuch auf Neujahrsempfang der BÄKO

Joachim Jonsson und Bäckermeisterin Anja Klausberger überreichen Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen ein frisches Riesenbrot.

LÜTJENBURG (st)  • „So manch einer in diesem Saal hat die ersten 16 Tage dieses Jahres wohl zu einem großen Teil auf Neujahrsempfängen zugebracht“, begrüßte Hans-Peter Kröger vom geschäftsführenden Vorstand der BÄKO Schleswig-Holstein eG die Gäste aus Politik und Gesellschaft auf dem 25.

Neujahrsempfang der Bäckereigenossenschaft und der Bäckerinnung Ostholstein / Plön. Doch war dieser Empfang kein Empfang wie jeder andere. Nicht nur die mit dem Klimaforscher Prof. Dr. Mojib Latif und Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen prominenten Redner, auch das Thema der Veranstaltung unterschied sie von vielen anderen ihrer Art. Wie sollte dieses Thema bei der Anwesenheit des hochkarätigen Experten Prof. Dr. Latif anders lauten als „Klimawandel“.

Gerade auch die backenden Handwerke hätten erhebliche Möglichkeiten zur Reduzierung des Ausstoßes an dem Treibhausgas Kohlendioxid, ermunterte Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen die anwesenden Bäcker zum Handeln: „Stromintensive Handwerksbereiche wie die Backbetriebe können massiv dazu beitragen, die Kohlendioxidemissionen zu senken.“

Jeder Betrieb müsse seinen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels leisten. Moderne Öfen – möglicherweise in Verbindung mit Wärmerückgewinnungsanlagen – würden sich nicht nur in Bezug auf das Klima auszahlen. Eine effizientere Produktion würde sich auch auf den Gewinn auswirken, denn „keiner produziert seine Brötchen, weil er beim Roten Kreuz ist. Es muss sich lohnen“, so der Ministerpräsident.

Dass ein jeder seinen Beitrag leisten müsse, bestätigte auch der Kieler Klimaexperte Prof. Dr. Mojib Latif, der in seinem erfreulich kurzen und doch aufschlussreichen Vortrag der Diskussion eine wissenschaftliche Grundlage gab. Allein die USA und China seien für 40 Prozent des weltweiten Kohlendioxid-Ausstoßes verantwortlich. Würde man diese nicht ins Boot bekommen, wären alle Bemühungen in Deutschland überflüssig, der Klimawandel nicht aufzuhalten.

Ein Zeitfenster von gut 50 Jahren gibt der Wissenschaftler den Menschen, in denen sie die nötigen Schritte zur Verhinderung einer drohenden dramatischen Erderwärmung einleiten müssten. Der Umstieg auf erneuerbare Energien sei dabei ein wichtiger Schritt.

Der Energiegewinnung aus pflanzlichen Rohstoffen beispielsweise stimmen auch die Bäcker grundsätzlich zu, doch dürften nicht die Lebensmittelpreise steigen, weil Getreide zu Biodiesel verarbeitet oder in Biogasanlagen verbraucht wird. „Mobil aber hungrig, das darf nicht die Perspektive der staatlichen Förderung sein“, stellte Hans-Peter Kröger klar. Damit war er auf einer Linie mit Peter-Harry Carstensen: „Wenn das in Konkurrenz zur Lebensmittelversorgung steht, kann ich das nicht vertreten.“

Die Schlussworte standen dann dem Obermeister der Bäckerinnung Ostholstein/Plön, Joachim Jonsson, zu, der zusammenfasste: „Die Zeit zum Handeln ist jetzt gekommen, um das Klima auf einem Niveau zu halten, das unsere Lebensgrundlage nicht ernsthaft gefährdet.“ Im Anschluss bedankte er sich im Namen der Veranstalter bei den Gastrednern mit einem frischen Riesenbrot. Der lange Tisch mit den ausgestellten Backwaren durfte nach dem offiziellen Teil von den Gästen geplündert werden. Von süßen Küchlein bis hin zum gehaltvollen Körnerbrot war alles dabei.

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