Heiko Müller: Kreis sollte sich an den Kosten der Schneeräumung beteiligen

Hochwasserbollwerke hielten Stand

HEILIGENHAFEN (ft) • „Ein Glück, dass die Küstenschutzmaßnahmen auf dem Steinwarder sowie zwischen Orthmühle und Strandhusen schon abgeschlossen waren, denn hier konnte die Wucht der Wellen und des Eises erfolgreich gebrochen werden“, sagte Heiligenhafens Bürgermeister Heiko Müller, der mit einem Mitarbeiter des Ordnungsamtes zwei Tage fast rund um die Uhr im Einsatz war, um nach der Hochwasserentwicklung und den Sturmschäden Ausschau zu halten.

Müller zeigte sich erleichtert, dass die Küstenschutzmaßnahmen Wirkung zeigten. Der Winterdienst sei rund um die Uhr im Einsatz gewesen. Heiko Müller dankte den Männern vom Bauhof und der HVB, die bei der Schneeräumung übermenschliches geleistet hätten.

Die orkanartigen Ostwinde hatten für eine extreme Hochwassergefahr auf den Wardern, am Binnensee und im Hafen gesorgt. Nachdem der Deutsche Wetterdienst in einer Hochwasserwarnung am Sonntag ein auflaufendes Wasser von über einem Meter angekündigt hatte, wurden per Handzettel die Benutzer des Wohnmobilplatzes aufgefordert den Platz zu räumen. Informiert über die Gefahrenlage wurden auch die Bewohner der Graswarder-Häuser.

In den Außenbezirken von Heiligenhafen waren es die Schneeverwehungen, die den Bürgermeistern von Großenbrode und dem Amt Oldenburg Land schwer zu schaffen machten. Während Räumfahrzeuge die E 47 laufend vom Schnee befreiten, mussten auch auf dieser Fernstraße oft Frontlader aus Landwirtschaft und Bundeswehr eingesetzt werden, um meterhohe Schneeberge abzutragen. Auf den Nebenstraßen lief wenig oder gar nichts. So war die B 501 nach Grömitz lange gesperrt und auch die Kreisstraße nach Großenbrode war nicht passierbar. Auch hier mussten landwirtschaftliche Maschinen eingesetzt werden, um die Straßen zu räumen. Dazu kam noch ein Stromausfall, der jedoch nur kurze Zeit dauerte.

Wie Heiligenhafens Bürgermeister sagte, war man in der Warderstadt in der glücklichen Lage, gleich zwei Schaufellader vom Bauhof und der HVB einsetzen zu können.

Heiko Müller berichtete auch von einem Vorfall bei CP-Kelco in Großenbrode, wo es nach Anlaufen eines Notstromaggregats ein Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst wurde. Die Leitstelle in Eutin hätte die Feuerwehren aus Heiligenhafen und Großenbrode schon alarmiert, konnte den Einsatz aber wieder abbrechen. Wie Heiko Müller betonte, war zu diesem Zeitpunkt die Kreistrasse über Lütjenbrode nicht passierbar und an der Nordzufahrt von Großenbode befand sich eine große Schneewehe. An der Famila-Kreuzung behinderten Schneemassen den Verkehr. Heiligenhafen habe noch Glück gehabt und sei mit dieser extremen Wetterlage mit Hochwasser noch glimpflich davon gekommen. Trotzdem habe die Schneeräumung hohe Kosten verursacht, die die Kommunen nicht alleine tragen können, denn schließlich sei die Räumung der Kreistrassen Aufgabe der Kreisverwaltung, sagte Müller.

hp-online vom 13. Januar 2010

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