Tankstelle Oil! in der Bergstraße in Heiligenhafen
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Der Blick auf den Preismast der Tankstellen lässt Autofahrern derzeit keine Ruhe. Die Kunden der hiesigen Tankstellen nehmen die deftigen Preise jedoch relativ gelassen hin.

Tankstellenmitarbeiter sehen Lage noch entspannt

Spritpreise ziehen weiter an

  • Hans-Jörg Meckes
    VonHans-Jörg Meckes
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Überall an den Tankstellen schnellen derzeit die Spritpreise in die Höhe. Auch in Heiligenhafen und der Umgebung bleiben Autofahrer nicht davon verschont. Die Mitarbeiter sehen die Lage an der Kasse aber noch relativ entspannt.

  • Viele Kunden vergleichen die Spritpreise mit ihren Apps auf dem Smartphone.
  • Der Preis wird nicht von den Tankstellen selbst bestimmt.
  • Über ungehaltene Kunden kann sich momentan noch keiner beschweren.

Heiligenhafen/Gremersdorf – Der Griff zur Zapfpistole ist für Autofahrer derzeit eine schmerzhafte Erfahrung. Überall sind die Spritpreise in die Höhe gestiegen. Der monatliche Durchschnittspreis für den Liter Super E10 lag laut ADAC im September mit 1,56 Euro bislang auf dem höchsten Niveau des Jahres 2021. Ebenso verhält es sich mit dem Diesel-Preis, der im vorigen Monat bei 1,41 Euro pro Liter lag. Im Oktober zogen die Spritpreise nochmals kräftig an. Gestern lag der Diesel-Preis in Heiligenhafen bei 1,52 Euro pro Liter, Super lag bei 1,76 Euro pro Liter.

Unsere Zeitung sprach mit den hiesigen Tankstellen-Betreibern in Heiligenhafen und Gremersdorf und erkundigte sich nach den aktuellen Eindrücken der Mitarbeiter im Kontakt mit den Kunden.

„Die Kunden gucken alle auf ihre App“

Für Erhard Kiehl, Betreiber der Tankstelle Oil! Heiligenhafen in der Bergstraße, ist es eine noch nie dagewesene Situation. „Die Kunden gucken alle auf ihre App auf dem Smartphone und vergleichen die Preise.“ Wenn die Spritpreise bei ihm niedrig sind, bemerke Kiehl sehr deutlich, dass viele Autofahrer zu ihm kommen und volltanken würden. Andersherum mache sich ein hoher Preis allerdings auch bemerkbar. „Wenn er hoch ist, tanken sie nicht voll“, so Kiehl. Die Frage, ob Kunden sich momentan über die Preise beschweren, kann er allerdings verneinen. Hin und wieder werde das Thema zwar erwähnt, aber mit ungehaltenen oder pöbelnden Kunden hatte er noch nicht zu tun.

Auch der Preismast bei der Tankstelle bft Willer in Gremersdorf zeigt momentan wie überall hohe Spritpreise an.

Auch bei der Avia Tankstelle im Heiligenhafener Sundweg sagen die Betreiber, dass die Kunden noch völlig normal ihren Sprit bezahlen würden. Freuen würde sich über die hohen Preise jedoch keiner. Einfluss darauf hätten die Tankstellen selbst zudem keinen, denn die Preise würden nicht von ihnen bestimmt. Die Tankstelle biete Rabattkarten an, mit denen Kunden bis zu zwei Cent billiger tanken könnten, erklärte die Mitarbeiterin.

Als „ganz normal“ beschreibt ebenso eine Mitarbeiterin von der Tankstelle bft Willer in Gremersdorf ihren Arbeitsalltag trotz der hohen Spritpreise. Sie bemerke im Umgang mit den Kunden aktuell keinen Unterschied zu der Zeit, als die Preise noch niedriger waren. Die Menge beim Tanken empfindet sie genauso wie sonst auch.

Warum sind die Spritpreise so hoch?

Die Hauptursache für den starken Preisanstieg beim Sprit sind laut ADAC die deutlich höheren Rohölpreise. So koste ein Barrel Rohöl der Sorte Brent auf dem Weltmarkt aktuell rund 83 US-Dollar. Der Dieselpreis steigt aktuell sogar noch stärker. Der ADAC erklärt das mit der aktuellen Jahreszeit, da im Herbst die Nachfrage nach Heizöl für gewöhnlich am höchsten sei.

Ein weiterer Faktor sei der CO2-Preis, der seit Januar 2021 mit 25 Euro pro Tonne bezahlt werden müsse. Zudem soll der CO2-Preis bis 2025 in Schritten bis auf 55 Euro pro Tonne ansteigen. Durch diesen Anstieg sollen Anreize erhöht werden, die CO2-Emissionen im Straßenverkehr zu verringern.

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