Beate Rinck setzt sich für würdevollen Lebensabend ein / Ländlicher Raum unterversorgt

Ein Hospiz für die Region?

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Beate Rinck setzt sich für ein Hospiz in der Region Wagrien-Fehmarn ein.

Ostholstein –Von Mareike Falz Der Tod ist auch heutzutage noch ein häufiges Tabuthema in der Gesellschaft, über das niemand gerne spricht – schon gar nicht über den eigenen Tod. Doch leider gibt es genügend Menschen, die sich, beispielsweise nach einer schweren Diagnose, genau mit diesem Thema befassen müssen. Das weiß auch Beate Rinck, die 40 Jahre im Gesundheitswesen gearbeitet hat und häufig miterleben durfte und musste, wie Menschen auf die Welt kamen und wie sie von dieser gegangen sind. „Es ist mir ein Anliegen, dass jeder Mensch die Welt in Würde verlassen kann“, sagte die Ethikberaterin, die aus Erfahrung berichtete, dass in Krankenhäusern ein schneller Durchlauf herrsche und es oft nicht die Möglichkeit gebe, jeden Sterbenden in einem passenden Raum und Rahmen zu verabschieden.

Seit 2015 gibt es ein Gesetz, das besagt, dass jeder Mensch das Recht auf eine würdige Versorgung am Lebensende hat. Nur ist leider dazu nicht immer die Möglichkeit gegeben – und da kommen Hospize ins Spiel. „In den großen Städten in ganz Deutschland gibt es eine gute Hospiz-Versorgung. Nur hier auf dem Land ist das schwierig“, sagte Rinck, die weiter erzählte, dass gerade der Bereich Wagrien-Fehmarn „einen weißen Fleck“ darstelle, was die Versorgung in diesem Bereich angehe. Die nächsten Hospize sind in Lübeck und Kiel und ein paar Palliativbetten gebe es im Eutiner Krankenhaus, aber auch die seien übermäßig ausgelastet. „Oft gibt es hier lange Wartezeiten und manchmal überlebt man die Wartezeiten einfach nicht“, so Rinck, die diesem Problem entgegenwirken möchte. Gemeinsam mit der Aktivregion Wagrien-Fehmarn und den einst dafür gegründeten Arbeitsgruppen plant die Heringsdorferin, ein Hospiz für die Region zu bauen. Standort dafür soll voraussichtlich Oldenburg werden. Laut Gesetz darf ein Hospiz zwischen acht und 16 Betten haben, für das hiesige Projekt sind etwa zwölf Betten angedacht. Auch eine Unterbringung für Angehörige soll berücksichtigt werden. Die Kosten für das Vorhaben belaufen sich auf geschätzte 3,5 bis vier Millionen Euro. Die Kosten für die Bewohner des Hospizes werden zu 95 Prozent von den Krankenkassen getragen.

Den nächsten Schritt, den Beate Rinck gehen möchte, ist die Gründung eines Fördervereins. Mit dessen Hilfe die restlichen fünf Prozent der Kosten getragen werden könnten. Für die Finanzierung des Neubaus habe das Sozialministerium bereits erhebliche Zuschüsse zugesagt, freute sich die Initiatorin über die versprochene Unterstützung.

Derzeit ist Rinck dabei, das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen, um möglichst viele Menschen mit ins Boot zu holen. Das ihre Bemühungen Wellen schlagen, merkt Rinck schon daran, dass bereits jetzt viele Interessenten, auch immer mehr aus Heiligenhafen, zu den Veranstaltungen kommen. Außerdem ist das Projekt „Hospiz“ das am stärksten nachgefragte aller Projekte der Aktivregion. Auf der nächsten Veranstaltung am 16. Mai werden dann die Ergebnisse der Arbeitsgruppen vorgestellt, um mit den Anwesenden über das Thema einen Dialog aufzunehmen.

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