Hotelansiedlung an der Großenbroder Mole: Bürgerentscheid wurde abgelehnt

Eine turbulente Sitzung

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Klares Statement von Gegnern der Hotelansiedlung an der Großenbroder Mole.

Großenbrode -ra- Es war eine turbulente und teilweise auch äußerst skurrile Sitzung der Großenbroder Gemeindevertretung am Dienstagabend: Knapp 30 Zuschauer durften der Veranstaltung im „MeerHuus“ beiwohnen, während rund 100 weitere Personen draußen bleiben mussten und die Sitzung durch die Fensterscheibe verfolgten. Schwarz gekleidete Security-Mitarbeiter sind im Vorfeld von der Gemeinde engagiert worden, die das „MeerHuus“ abriegelten und ein wenig an einen Gerichtssaal erinnern ließen. Als eine ältere Frau während der Sitzung Bürgermeister Jens Reise (CDG) Zitronen auf den Tisch legte, um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen, wurde vor der Seiteneingangstür ebenfalls ein Security-Mitarbeiter postiert. So etwas hat es wohl noch nie gegeben in Großenbrode.

Die Mehrheit der Besucher war wegen des Tagesordnungspunktes 26 an diesem Abend erschienen. Die CDU-Fraktion hatte, im Zuge der Hotelpläne an der Mole, einen Bürgerentscheid angeregt. „Es ist unsere Pflicht, die Bürger zu fragen, ob sie ein 150-Zimmer-Hotel an diesem Standort haben möchten“, sagte Hans Sehmel. Die CDU macht sich dafür stark, die Fläche mit einem Bebauungsplan zu überziehen, sie aber dann die nächsten Jahre ruhen zu lassen. „Wenn das nicht geht, dann würden wir auch komplett darauf verzichten und sie grün lassen“, so Sehmel. „Und auf vier Millionen Euro verzichten?“, fragte Reise. Mit dem Geld könne man schließlich bezahlbaren Wohnraum in der Gemeinde schaffen, so der Bürgermeister, der sich bei der Abstimmung, ob die Bürger befragt werden sollen oder nicht, enthielt. Bei 6:6-Stimmen wurde der Antrag schließlich abgelehnt.

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