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Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise sieht die Hotelansiedlung an der Mole als riesigen Gewinn für die Gemeinde an.

Hotelansiedlung an der Mole: Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise bezieht Stellung

„Einstimmig grünes Licht erhalten"

Großenbrode -ra- Die Hotelansiedlung an der Mole sowie der Bau einer Adventure-Golfanlage vor der Appartementanlage „Vier Jahreszeiten“ waren in den vergangenen Wochen die beiden großen Themen in der Gemeinde Großenbrode. „Beide Projekte sind auf einstimmige Beschlüsse der Gemeindevertretung zurückzuführen, auch wenn das einige Gemeindevertreter gerne ignorieren. Ich als Bürgermeister habe damit einen klaren Auftrag erhalten“, sagte Jens Reise (CDG), der einige Dinge und Vorgänge klarstellen wollte, im Gespräch mit der HP.

Hinsichtlich des derzeit viel diskutierten Hotelprojektes am Kaiende verweist Jens Reise auf die öffentliche Sitzung der Gemeindevertretung vom 11. Dezember 2019. „An diesem Abend haben wir einstimmig grünes Licht erhalten.“ Reise habe danach Gespräche mit dem Kreis und dem Land aufgenommen, die beide von den Plänen grundsätzlich angetan waren, allerdings klare Rahmenbedingungen gesetzt hätten. „Von der Landesplanung hat es die deutliche Auflage gegeben, zeitnah einen Hotelinvestor zu suchen und einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf den Weg zu bringen. Das Grundstück nur mit einem einfachen Bebauungsplan zu sichern, war keine Option.“

Vier Investoren hätten schließlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihre Konzepte vorgestellt, Hotelier Rolf Seelige-Steinhoff hat die Mehrheit überzeugt. „Alleine aus Gründen des Datenschutzes hätte diese Präsentation, die auch Vertragsangelegenheiten beinhaltet hat, nicht öffentlich stattfinden dürfen. Nun haben wir einen sehr guten Investor, mit dem wir öffentlich in die Detailplanung gehen werden“, sagte Reise. Hierbei seien natürlich auch die Bürgerinnen und Bürger Großenbrodes gefragt, sich einzubringen. Rolf Seelige-Steinhoff wird seine Pläne am Mittwochabend (21. Oktober) um 18.30 Uhr öffentlich im „MeerHuus“ vorstellen. Die Präsentation wird auch draußen vor der „MeerBühne“ gezeigt – auch von dort aus sollen Bürger Fragen stellen dürfen. Jens Reise ist davon überzeugt, dass ein Hotel Großenbrode einen großen Schritt nach vorne bringe werde. „Neue Geschäfte und gastronomische Einrichtungen sind ein Segen für die Gemeinde. Rund 100 neue Arbeitsplätze sollen dort entstehen.“ Hotelinvestor Rolf Seelige-Steinhoff habe die Mehrheit der Gemeindevertreter mit einem familienfreundlichen Konzept überzeugt. Die Kernfakten: 138 Zimmer, Geschäfte im Erdgeschoss auf 3000 Quadratmetern Fläche, dazu Gastronomieeinheiten und als weiteres Highlight eine Brauerei. Dazu ein großer Spabereich mit Saunen und Schwimmbad, das auch der DLRG für die Schwimmausbildung zur Verfügung stehen soll. Das Gebäude hat eine Höhe von 14,5 Metern und umfasst vier Geschosse plus Staffelgeschoss.

Dass die CDU die Abstimmung über einen Bürgerentscheid auf die Tagesordnung der vergangenen Gemeindevertretersitzung gebracht hat, kann Jens Reise nur bedingt nachvollziehen und verweist auf das von einem unabhängigen Fachbüro erstellte Tourismusentwicklungskonzept der Gemeinde Großenbrode. „Hier wird uns ganz klar die Ansiedlung eines Hotels empfohlen. Zudem ist die Freifläche am Kai in dem Konzept mit einer A-Priorität gekennzeichnet – und das seit Jahren.“ Dass sich der Bürgermeister bei der Abstimmung über einen Bürgerentscheid enthalten habe, begründet er so: „Ich saß zwischen den Stühlen und wollte weder den Bürgern Großenbrodes in den Rücken fallen noch den Planern und Investoren, die schon sehr lange im Hintergrund an dem Projekt arbeiten.“ Für viele Großenbroder gehört der in den vergangenen Jahren bereits stark angestiegene Verkehr in der Gemeinde zu den größten Kritikpunkten des geplanten Hotelprojektes. „Das kann ich absolut verstehen. Wir müssen und werden die Strandstraße entlasten“, sagte Reise der HP. Ein Verkehrskonzept sei in Auftrag gegeben und werde 2021 ausgearbeitet. „Ohne eine Umgehungsstraße wird es nicht gehen, um das große Ziel, den Verkehr aus dem Dorf zu schaffen, zu realisieren. Dafür werde ich mich einsetzen.“ Reise rechnet mit einer Hoteleröffnung in frühestens vier Jahren, „bis dahin muss der Verkehr umgeleitet worden sein“. 

Ebenfalls nicht außer Acht lassen dürfe man den finanziellen Aspekt einer Hotelansiedlung. „Wir rechnen mit rund einer viertel Million Euro an Mehreinnahmen für die Gemeinde pro Jahr. Hinzu kommt der Verkauf des Grundstückes für mehr als vier Millionen Euro.“ Geld, das Großenbrode bei vor der Tür stehenden Projekten wie der Schaffung von bezahlbarem Mietwohnraum, dem Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses und dem Kulturzentrum in der Dorfmitte sehr gut gebrauchen könne.

Vorwürfe von Kritikern, wonach die Bildung einer Zählgemeinschaft innerhalb der Gemeindevertretung nicht mehr den Wählerwillen von 2018 widerspiegele, entgegnete Jens Reise. „Ich halte noch immer an dem CDU-Kurs von vor zwei Jahren fest. Aber natürlich ist das letzte halbe Jahr nicht spurlos an mir vorbeigegangen.“

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