„Fehmarnbelt“ wegen Sturm drei Tage später zum Hafenfest / Millimeterarbeit beim Anlegemanöver

Feuerschiff brachte gutes Wetter mit

+
Am Montag hat das Feuerschiff „Fehmarnbelt“ im Hafen festgemacht. Passgenau schob der kleine Hafenschlepper „Albert“, mit dem erfahrenen DGzRS-Mann Manfred Pfeiffer am Ruder, den Riesen in die Lücke am Kai.

HEILIGENHAFEN · Die Hafenfesttage ohne das Feuerschiff „Fehmarnbelt“? – undenkbar. Seit 21 Jahren gehört dieser Zeuge maritimer Seefahrtsgeschichte zum größten Fest der Warderstadt. Am Montag verfolgten viele Schaulustige das Anlegemanöver des Feuerschiffes, das der kleine Heiligenhafener Hafenschlepper „Albert“, mit Manfred Pfeiffer von der DGzRS, einem erfahrener Seemann am Ruder, millimetergenau in die vorgesehene Lücke am Kai geschoben wurde. Und auch die Sonne blickte mal durch die Wolkendecke, als wollte sie beim Anlegen zuschauen.

Eigentlich wurde die „Fehmarnbelt“ schon am Freitag zur Eröffnung der Hafenfesttage in ihrem „zweiten Heimathafen“ Heiligenhafen erwartet. Doch Windstärken um acht Beaufort machten es unmöglich, durch den Fehmarnbelt zu kommen, zumal hier auch noch fünf Knoten Strom gegenan liefen. Doch Seeleute müssen mit dem Wetter leben. Zu einer guten Seemannschaft gehört es auch, Gefahren rechtzeitig zu erkennen und sich darauf einzustellen. So hatte Stabskapitän Christoph Rüdiger von der „Fehmarnbelt“ am Freitag entschieden, wegen des Sturmes, der mit acht Windstärken aus Westen über die Ostsee fegte, den Nothafen Neustadt anzulaufen und hier die Passagiere, die von Lübeck mit nach Heiligenhafen reisen wollten, von Bord gehen zu lassen.

Mal nach Backbord mal nach Steuerbord: Ballettreif und schön anzustehen war das Spiel des Hafenschleppers „Albert“, um den Kurs des Feuerschiffs zu stabilisieren.

Um so größer war die Freude in der Warderstadt, als das Feuerschiff dann am Montag im Kommunalhafen festmachte. Das Anlegemanöver sah aus wie der berühmte Kampf „David gegen Goliath“. Der kleine Hafenschlepper „Albert“ leistete dabei Schwerstarbeit, als er den Riesen im Vorhafen drehte und rückwärts in den Kommunalhafen zog. Mal nach Steuerbord, mal nach Backbord zog der Schlepper, um den Kurs der „Fehmarnbelt“ zu stabilisieren. Zum Schluss drückte die „Albert“ das große Feuerschiff mit der „Nase“ passgenau in die Lücke am Hafenkai.

Eine logistische Meisterleistung

Auch für Hafenmeister Sven Schwarck eine logistische Meisterleistung, denn er muss die vielen Schiffe, die zu den Hafenfesttagen kommen, im Hafen unterbringen. Für das Anlegen der „Fehmarnbelt“ wurden die Sicherungsboote einige Meter nach Osten verholt, um mehr Platz für das Anlegemanöver zu schaffen. Dann schlossen die „Munster“ und „Putlos“ wieder auf, so weit, das sprichwörtlich nur eine Hand noch zwischen die Schiffe passte. „Jetzt habe ich auch noch Platz für die drei Schiffe der dänischen Marineheimwehr, die heute im Hafen erwartet werden“, sagte ein erleichterter Hafenmeister. Fachmännisch beäugt wurde das Anlegemanöver des Feuerschiffes von den Kapitänen und Mannschaften an Bord der Sicherungsboote; sie zollten den Akteuren ihre Hochachtung.

Auch in diesem Jahr ist das Feuerschiff voll in die Aktionen der Hafenfesttage eingebunden. In der „Außenstelle“ des Heiligenhafener Standesamtes wird es in diesem Jahr acht Trauungen an Bord geben. Wie die Standesbeamtin Nicole Uwis berichtet, waren die Trauungen schon Im Februar ausgebucht. Beim „Open Ship“ haben Einheimische und Gäste zudem Gelegenheit, die „Fehmarnbelt“ zu besichtigen. · ft

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.