Warder-Speeldeel mit gelungener Premiere / Lachen vorprogrammiert

„Villa Fideel“ - das Künstler-Altenheim

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Turbulent und witzig geht es im Künstler-Altenheim, der „Villa Fideel“ zu. Das neue plattdeutsche Theaterstück der Warder-Speeldeel hatte am Mittwoch Premiere.

HEILIGENHAFEN · Wer Bedenken zu Altenheimen hat, wird diese nach einem Besuch des neuen plattdeutschen Theaterstückes der Warder-Speeldeel über Bord werfen müssen. Denn das Leben im Künstler-Altenheim „Villa Fideel“ ist an Lebensfreude nicht zu überbieten. Erfolgreich wehren sich die „ergrauten Künstler“ auch gegen die Übernahme ihres Altenheims durch den Immobilien-Hai Schlemmer (Rainer Klinkerfuß). Doch schließlich kann die HP-Reporterin (Johanna Knorr) helfen und mit einer geplanten Veröffentlichung den Altenheim-Killer unter Druck setzen und ihn sogar zu einer 10 000 Euro-Spende bewegen.

Ein Stück aus dem Leben gegriffen, wobei Lachen vorprogrammiert ist. Regie führte wieder Speelboos Marlene Knorr, die im Alter von 78 Jahren auch die Begrüßung der Gäste im Festsaal der Ameos-Klinik übernahm. Marlene Knorr gehört zu den Gründungsmitglieder der Warder-Speeldeel und hatte wesentlichen Anteil an der Gründung der plattdeutschen Theatergruppe im Jahre 1980. Als aktives Gründungsmitglied spielt Anita Eckert in diesem Stück die vergessliche Heimbewohnerin „Alma“ und auch ihr Mann Bernd Eckert gehört zu den Gründungsmitgliedern. Er zeichnet sich seit Jahren für das Bühnenbild verantwortlich. Auch Kurt Engler gehört zu den Männern der ersten Stunde und hat viel für das plattdeutsche Theater in Heiligenhafen getan.

Seit nun mehr 31 Jahren sorgt die Warder-Speeldeel mit lustigen plattdeutschen Stücken, dass die Heiligenhafener und ihre Gäste herzlich lachen können. So war es auch bei der Premiere am Mittwoch, wo die Heimbewohner „Alma“ (Anita Eckert), „Frieda“ (Anja Rüscher), „Else“ (Johanna Knorr) und „Erna“ (Gisela Klinkerfuß) für manche Überraschung sorgten und bei einem ausgelassenen Stepptanz zeigten, dass alte Menschen nicht zum alten Eisen gehören und als „Künstler“ durchaus Erfolg haben können.

Auch Theater-„Jungvolk“ konnte überzeugen

Auch Eberhard Mühltal (Norbert Koch), der für die Schlemmer-Gruppe das Heim ausspionieren sollte, wurde schließlich das Handwerk gelegt. Die Premiere ihrer Bühnenlaufbahn wurde für „Almas“ Enkelin „Beate“ (Beryl Kühl), die zum ersten Mal auf der Bühne stand und einen tollen Part hinlegte, zu einem großen Erfolg. Zum „Jungvolk“ der Warder-Speeldeel gehören zudem Anja Rüscher und Johanna Knorr, die als junge Laienschauspieler, hervorragend ihre Rolle spielten. Ein „alter Hase“ auf der Bühne ist Hermann Heisler, der sich als Chef der „Villa Fideel“ präsentierte und es so richtig verstand, mit den „alten Damen“ umzugehen, auch wenn „Alma“ die Wurst am Frühstückstisch vermisste und Enkelin Beate überrascht war, als „Alma“ statt eines Geldscheins eine Scheibe Wurst aus ihrer Handtasche holte. Premiere hatte auch Toseggersch Karin Hopp, die aus dem Souffleurkasten für einen reibungslosen Dialog auf der Bühne sorgte.

Freuen Sie sich auf ein turbulentes, witziges und zugleich auch nachdenkliches Stück übers Altwerden und über die Kunst, dabei sehr lebendig zu bleiben! Weitere Aufführungen gibt es am Sonntag 10. Juli (16 Uhr), Donnerstag 14. Juli (19.30 Uhr), Donnerstag 11. August (19.30 Uhr), Montag 15. August (19.30 Uhr), Dienstag 30. August (19.30 Uhr), Dienstag 6. September (19.30 Uhr) und am Sonntag 11. September (16 Uhr). · ft

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