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Heiligenhafener Familienbetrieb wird 75

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Von: Patrick Rahlf

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Der Mitarbeiterstab des Heiligenhafener Bestattungsunternehmens: Angelina Möhlmann (v.l.), Hanspeter Reiner sowie Karin und Heiko Möhlmann.
Der Mitarbeiterstab des Heiligenhafener Bestattungsunternehmens: Angelina Möhlmann (v.l.), Hanspeter Reiner sowie Karin und Heiko Möhlmann. © Rahlf

Auf eine 75-jährige Firmengeschichte kann das Heiligenhafener Bestattungsunternehmen W. Möhlmann in diesem Herbst zurückblicken. Mit Heiko Möhlmann führt seit 2012 die dritte Generation den Betrieb, die vierte steht bereits in den Startlöchern: Tochter Angelina ist zur Freude des Vaters ebenfalls in die Firma eingestiegen. 

Heiligenhafen – 1947 hat Walter Möhlmann das Bestattungsunternehmen ins Leben gerufen und 30 Jahre später an seinen Sohn Wolfgang übergeben. Nach dessen Tod übernahm Ehefrau Ilona 1999 die Leitung und reichte den Staffelstab schließlich 2012 an ihren Sohn Heiko weiter. „Ich habe zunächst eine Tischlerlehre gemacht. Mein Einstieg in die Firma war lange Zeit nicht so sicher, wie viele glauben. Am Ende habe ich mich aber dennoch dafür entschieden“, sagt der heutige Chef, der seit 1990 im Betrieb tätig ist. 

Besonders in den vergangenen zehn bis 15 Jahren hätte sich die Bestattungskultur grundlegend gewandelt. „Mittlerweile werden 90 Prozent der Toten eingeäschert“, berichtet Heiko Möhlmann, der mit einem Krematorium in Stade zusammenarbeitet. „Die Särge werden abgeholt, und gute sieben bis zehn Tage später erhalten wir die Urnen“, beschreibt der Firmeninhaber den Ablauf. Doch damit ist die Arbeit noch lange nicht getan. „Wir unterstützen, wo wir können. Wir nehmen Abmeldungen vor, beantragen die Sterbeurkunde, kümmern uns um die Zeitungsanzeige, kontaktieren die Kirche oder bestellen einen freien Trauerredner.“ Mit größtem Respekt würden zudem die Toten behandelt werden, die für ihre letzte Reise fertiggemacht werden. „Selbstverständlich können die Familien bei uns Abschied nehmen“, sagt Heiko Möhlmann. 

Auch bei der letzten Ruhestätte hätte es einen großen Wandel gegeben. „Die Urnenbeisetzung im Kolumbarium wird immer häufiger gewählt“, so der Bestattungsunternehmer. Voraussetzung für eine Beisetzung im Kolumbarium ist die Einäscherung der verstorbenen Person, sprich eine Feuerbestattung. 

„Dienst den Lebenden – Ehre den Toten. Das ist seit 75 Jahren unser Firmencredo – und daran werden wir immer festhalten.“  

Heiko Möhlmann

Der alteingesessene Betrieb, der in der Kirchhofstraße 1 zu Hause ist, kommt unterdessen alle paar Wochen bei der HP vorbei, um sich mit alten Zeitungsausgaben einzudecken. „Wir schreddern diese und haben dann aufsaugendes Material für die Särge. Früher haben wir Stroh benutzt, seit vielen Jahren werden die Toten auf alten HP-Ausgaben gebettet“, erklärt Möhlmann, der neben seiner Tochter auch von Ehefrau Karin im Betrieb unterstützt wird. Seit vielen Jahren ist auch Hanspeter Reiner im Heiligenhafener Betrieb tätig, der sich allerdings zeitnah in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden wird. Zwei Aushilfen runden Heiko Möhlmanns Mitarbeiterstab ab. „Dienst den Lebenden – Ehre den Toten. Das ist seit 75 Jahren unser Firmencredo – und daran werden wir immer festhalten.“  

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