Politik setzt auf Stadtentwicklungskonzept / Vereine nutzen die Gelegenheit, sich zu präsentieren

Initiativen gegen die Leerstände

Mit großer Begeisterung und Ausdauer malten die Nachwuchskünstler (v.r.n.l.) wie Momo (12), Lisa (8), Molly (4) und Wilken (7) am Montag im Pavillon am Binnensee im Stil des Pop-Art-Künstlers James Rizzi. ·

HEILIGENHAFEN · Wer sehenden Auges durch die Innenstadt Heiligenhafens geht, dem fallen die Leerstände in der Bergstraße und auch im Thulboden auf. Einige Gebäude sind schon seit Jahren verwaist wie die ehemalige Gaststätte „Zum Bitburger“ oder auch die seit 2007 im städtischen Besitz befindlichen Häuser 18 bis 22 im Thulboden.

Auf Beschluss der Stadtvertretung ist im Juni für 45 800 Euro ein Stadtentwicklungskonzept in Auftrag gegeben worden, damit die Altstadt mit der aufstrebenden Entwicklung im Yachthafen- und Steinwarderbereich mithalten kann. Wann nun die Ergebnisse dieser Studie vorliegen, steht noch nicht fest. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass das Konzept 2013 vorgelegt wird.

Wann und ob sich die vor allem von Bürgermeister Heiko Müller favorisierte Erschließung des hinteren Thulbodens und der Wendstraße durch ein innenstadtnahes Einkaufszentrum realisieren lässt, ist weiterhin offen. Eigens zu diesem Zweck hatte die Stadt die maroden Gebäude im Thulboden angekauft. Laut Müller hielten sich Investoren derzeit aber zurück.

Vor zwei Jahren hatte die Stadt die Außenwände der Gebäude mit einem farbigen Anstrich versehen, mittlerweile bröckelt die Fassade. Da helfen keine Farbe und kein Pinsel mehr.

Um dem trostlosen Anblick, den die Immobilien vermitteln, etwas an Schärfe zu nehmen, sind jetzt zwei Vereine aktiv geworden. Zum einen die Modellbaugruppe Heiligenhafen, zum anderen der KulturVerein Heiligenhafen.

Die Modellbauer haben seit Juni einige ihrer aus Holz oder Papier erbauten Schiffsmodelle im Thulboden 22 ausgestellt. „Die Idee, unsere Modelle hier der Öffentlichkeit vorzustellen, geht auf den Stadtvertreter Claus Meyer zurück“, so Modellbauer Herbert Becker, der sich gleichzeitig bei der Stadtverwaltung bedankt, dass der Verein sich auf diese Weise präsentieren kann. So werde möglicherweise auch der eine oder andere, der Interesse am Modellbau hat, auf uns aufmerksam, ergänzt Becker.

Die Modellbaugruppe hat mittlerweile auch eine neue Bleibe gefunden. Nachdem sie zunächst im Jugendzentrum und dann in der Theodor-Storm-Schule an der Weidestraße untergebracht war, steht nun ein Raum in der Franz-Böttger-Schule am Lütjenburger Weg zur Verfügung. Hier treffen sich die Modellbauer jeweils mittwochs von 19 bis 21 Uhr, zusätzlich sonntags um 11 Uhr am Binnensee, um ferngesteuerte Schiffe übers Wasser zu schicken.

Ebenfalls mit unverkennbarem Engagement dabei, die Innenstadt mit Leben zu erfüllen, ist der KunstVerein. Dieser hat das Projekt „GeÖffnet“ ins Leben gerufen, mit dem er kreative Ideen sammeln möchte, die zur Innenstadtbelebung beitragen (wir berichteten). Die Vorschläge sollen schließlich zur Kult(o)urnacht am 25. August mithilfe einer in den leerstehenden Schaufenstern installierten Videoprojektion über einen Zeitraum von zwei Wochen vorgestellt werden.

Zu sehen sein werden auch Bilder, welche Kinder an diesem Montag im Rahmen einer Malaktion erstellt haben. Unter Anleitung der Heiligenhafener Malerin Wiebke Meier griffen die Kinder mit großer Begeisterung zu Farbe und Pinsel, um unter dem Motto „Wenn Häuser Gefühle hätten...“ nach Pop-Art-Künstler James Rizzi bunte und fröhliche Bilder zu erstellen.

Weit über 20 Kinder nahmen das Angebot des KunstVerein Heiligenhafen wahr und ließen ungebremst ihrer Kreativität freien Lauf. Die im Vorwege angesetzten zwei Stunden reichten gar nicht aus, um die kleinen Kunstwerke fertigzustellen, sodass Wiebke Meier die Malaktion kurzerhand zeitlich verlängerte. - hö

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.