Der geplante Hotelkomplex an der Großenbroder Mole soll ein Backsteinbau werden. Die großzügige Außengastronomie soll ebenso ein Highlight werden wie ein beheizter Infinity Pool auf der Dachterrasse. Ein noch größerer Pool ist im Spa-Bereich untergebracht.
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Der geplante Hotelkomplex an der Großenbroder Mole soll ein Backsteinbau werden. Die großzügige Außengastronomie soll ebenso ein Highlight werden wie ein beheizter Infinity Pool auf der Dachterrasse. Ein noch größerer Pool ist im Spa-Bereich untergebracht.

Investoren stellen 38-Millionen-Euro-Projekt für Großenbrode vor / Kaum kritische Stimmen

Hotelier-Duo mit großen Plänen

Großenbrode -ra- Mit Rolf Seelige-Steinhoff und Walter Neumann haben am Mittwochabend zwei Hotelinvestoren im „MeerHuus“ ihr Konzept vorgestellt, die vom Standort Großenbrode überzeugt sind. „Wir haben uns im Vorfeld lange mit dem Ort beschäftigt und sehen großes Potential. Wir planen langfristig und wollen gemeinsam mit den Einwohnern etwas Tolles entwickeln“, sagte Seelige-Steinhoff, Betreiber von 17 Hotels. Nummer 18 soll in Großenbrode entstehen – hierfür sollen in den kommenden Jahren rund 38 Millionen Euro an der Mole investiert werden, um dort ein Vier-Sterne-Haus mit 138 Zimmern zu errichten. „Wir würden gerne im Spätherbst kommenden Jahres mit dem Bau beginnen und rechnen mit einer Bauphase von rund zweieinhalb Jahren“, erklärte Rolf Seelige-Steinhoff.

Wie Bürgermeister Jens Reise (CDG) betonte, sei das Duo ein echter Glücksfall für die Gemeinde. „Es gab mehrere Bewerber für die Fläche, aber das Paket von Rolf Seelige-Steinhoff und Walter Neumann hat überzeugt. Die Investoren sind gleichzeitig auch die Betreiber, zudem spricht die jahrzehntelange Erfahrung als inhabergeführtes Familienunternehmen für sich.“ Großenbrodes Tourismuschef Ubbo Voss hob unterdessen hervor, dass sich im Tourismusentwicklungskonzept der Gemeinde, das 2016 in Auftrag gegeben worden war, zwölf Schlüsselmaßnahmen herauskristallisiert hätten. „Neben dem Promenadenneubau und den Spielplätzen wurde uns dringend eine Hotelansiedlung empfohlen“, so Voss, der auch von Planungen für eine Umgehungsstraße östlich des Sportplatzes berichtete, um die Strandstraße zukünftig zu entlasten. Fakt ist aber auch, und das betonte Jens Reise erneut, dass bis Mitte 2021 Bauplanungsrecht für das Hotel geschaffen werden müsse. „Sonst kann aus Küstenschutzgründen an der Mole kein Hotelbau mehr entstehen. Das hat die Landesplanung mehrfach betont.“ Die beiden Hotelbetreiber versuchten in einer kurzweiligen Vorstellungsrunde das Publikum, das verteilt im „MeerHuus“ und draußen vor der „MeerBühne“ saß, davon zu überzeugen, dass sie die richtigen Investoren für Großenbrode seien. „Dass es derzeit etwas Unruhe im Ort gibt, wissen wir. Aber wir sind keine Heuschrecken, die schnell wieder weg sind. Wir identifizieren uns mit all unseren Standorten und wollen auch Sie mitnehmen“, sagte Walter Neumann.

Apropos Mitnahme: Rolf Seelige-Steinhoff zeigte sich offen dafür, den Ort auch kulturell zu fördern. „Auf Usedom, wo wir ebenfalls ein Hotel betreiben, haben sich das Musikfestival und die Literaturtage mittlerweile fest etabliert und dienen der Saisonverlängerung“, sagte der Hotelier, der sich gegenüber Vorschlägen von Großenbrodern offen zeigte.

Die Kernfakten des 138-Zimmer-Hotels wurden den Besuchern natürlich auch nicht vorenthalten. Neben dem Hauptrestaurant soll es zusätzlich ein Fischrestaurant geben, dazu eine eigene Brauerei, wo das Bier vor Ort gebraut werden soll. Dazu kommen ein Café und mehrere Geschäftszeilen. „Ziel ist die Schaffung eines weiteren lebendigen Ortszentrums“, sagte Rolf Seelige-Steinhoff, der sich dafür ausspricht, die neue Promenade zu erweitern und bis zum Hafenbereich führen zu lassen.

Ebenfalls geplant ist eine Tiefgarage mit 170 Plätzen, außerdem sollen 20 Mitarbeiterwohnungen auf dem Areal entstehen. Ebenfalls integriert ist ein rund 900 Quadratmeter großer Wellnessbereich mit Saunen und einem rund 15 mal neun Meter großen Pool im dritten Stock – freier Ostseeblick inklusive. Der Pool soll unter der Woche zu festen Zeiten auch der DLRG für die Schwimmausbildung zur Verfügung gestellt werden. „Ein weiteres Highlight wird ein rund 40 Quadratmeter großer Infinity-Pool auf der Dachterrasse sein, der gut einen Meter über den Hotelrand hinausragen wird. Das könnte in den sozialen Medien für tolle Bilder sorgen“, ist Rolf Seelige-Steinhoff überzeugt, der mit einer ganzjährigen Öffnung des Hotelbetriebs plant.

„Wir bieten insgesamt zwölf Ausbildungsberufe an, auch im IT-Bereich oder im Marketing. Alleine auf Usedom haben in diesem Jahr 22 neue Azubis bei uns angefangen, die auch später die Chance haben, ein Führungskräfteprogramm zu durchlaufen“, erklärte Walter Neumann.

Ebenfalls gingen die beiden Investoren auf die Verkehrsbelastung ein und gewährten Einblicke in ihre Zahlen. Kalkuliert wird in der Anfangszeit mit einer durchschnittlichen Auslastung von jährlich 65 Prozent und 33000 verkauften Zimmern insgesamt. „Bei einer durchschnittlichen Verweildauer von 4,2 Tagen wären wir bei rund 8000 Anreisen jährlich. Das sind 21 Anreisen am Tag“, rechnete Seelige-Steinhoff vor. Die Erfahrung habe gezeigt, dass der Großteil der Urlauber das Auto während des Urlaubs in der Tiefgarage lasse. „Auch mit unserem Anlieferverkehr haben wir beispielsweise auf Usedom die Regelung gefunden, dass die Firmen uns ausschließlich in der Zeit von 10 bis 13 Uhr beliefern.“

Eine weitere Idee ist eine unterirdische Fernwärmeleitung von CP Kelco zum Hotel. Erste Gespräche haben mit Geschäftsführer Mathias Krause bereits stattgefunden. Ebenfalls habe es am Mittwoch ein „gutes Gespräch“ mit Segelschuleninhaber Tobias Michelsen gegeben, so Seelige-Steinhoff, der ebenfalls in Aussicht stellte, dass sich die Großenbroder mit einer Einlage am Hotel beteiligen können. „Es gibt dann eine Verzinsung.

Nachfragen von Besuchern gab es Mittwochabend lediglich zwei – und zwar von der BfG-Fraktion. Ansonsten gab es keine kritischen Stimmen oder gar Proteste.

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