Einer der größten Arbeitgeber der Region / Über 4800 fördernde Mitglieder

50 Jahre ASB in Ostholstein

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Zu den großen Sponsoren des ASB gehörte der Heiligenhafener Reeder Kapitän Willy Freter (Mitte). 1976 übergab Freter den ersten von drei neuen Krankenwagen an den damaligen ASB-Vorsitzenden Otto Sommerfeldt (2.v.r).

Heiligenhafen –Von Peter Foth– Sehr groß war die Zahl der Gratulanten, die am Freitag beim Festakt „50 Jahre ASB in Ostholstein“ ihre Glückwünsche überbrachten. Der stellvertretende Landrat Timo Gaarz übermittelte die Grüße des Kreistages und der Bürger Ostholsteins. Gaarz fand lobende Worte für die Arbeit der Rettungssanitäter und forderte härtere Strafen für Gaffer und andere orientierungslose Zeitgenossen, die Rettungskräfte bei Einsätzen beschimpfen oder sogar angreifen würden. „Sie müssen sich als Rettungskräfte nicht rechtfertigen. Sie sind die Guten. Sie zu schützen und Ihnen vernünftiges Arbeitsmaterial an die Hand zu geben, das ist die staatliche Aufgabe aller Ebenen“, sagte Gaarz.

Heiligenhafens Bürgervorsteherin Petra Kowoll überbrachte die Grüße der Stadt Heiligenhafen, ihrer Stadtvertreter und Bürger. Der Arbeiter-Samariter-Bund sei da, wenn man ihn brauche, und das 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche. Dafür dankte die Bürgervorsteherin allen Helfern.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens bedankte sich seinerseits für die Einladung und erinnerte an die Schneekatastrophe 1978/‘79. Damals seien Heiligenhafen, Großenbrode, Oldenburg und die Insel Fehmarn aufgrund der Schneemassen völlig von der Außenwelt abgeschnitten gewesen. Als Soldat gehörte Gädechens zum Katastrophenschutz, der mit dem Schneepflug der Bundeswehr ein Durchkommen nach Staberdorf ermöglichen sollte. Dies sei jedoch nicht gelungen.

Gädechens sagte: „Willst du froh und glücklich leben, lass ein Ehrenamt dir geben.“ Dieser Satz habe für die, die sich im Ehrenamt engagierten, eine hohe Bedeutung. Das sei gelebte und erlebte Kameradschaft. Dafür gelte den Freiwilligen ein riesiges Dankeschön von allen politischen Ebenen und die notwendige Unterstützung der Kommunen, des Kreises und des Landes sowie des Bundes.

Glückwünsche kamen auch vom Revierleiter der Polizei, Thorsten Ziehm, der sich für 50 Jahre gute Zusammenarbeit bedankte. Auch der ASB-Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch hatte sich auf den Weg nach Heiligenhafen gemacht, um Danke zu sagen und die Arbeit des ASB zu würdigen. Ebenso fand der ASB-Landesvorsitzende Thomas Elvers lobende Wort für die Arbeit des ASB-Regionalverbandes, der einer der größten und aktivsten auf Landesebene sei. Anschließend überreichte Elvers einen Scheck in Höhe von 1700 Euro für Anschaffungen des Regionalverbandes. Der Geldsegen ging weiter mit Scheckübergaben der Sparkasse Holstein und der VR-Bank Ostholstein Nord-Plön in Höhe von jeweils 500 Euro.

Zu Beginn der Feier hatte der Vorsitzende des ASB-Regionalverbandes, Jörg Bochnik, in Wort und Bild die 50-jährige Geschichte der Hilfsorganisation noch einmal Revue passieren lassen. Im Rahmen des Zivilen Bevölkerungsschutzes war 1959 in Heiligenhafen die 3. Luftschutz-Sanitätsbereitschaft Schleswig-Holstein stationiert. Diese Bundeseinheit sollte im Verteidigungsfall als überörtliche Reserve zum Einsatz kommen. Als der Bund sich 1968 aus der Verantwortung zog, sollten sich die Verbände den Hilfsorganisationen anschließen.

So kam die über hundert Mann starke Sanitätstruppe zum ASB. In Heiligenhafen gab es zu dieser Zeit keinen Krankenwagen, und so sahen es die Samariter als ihre Aufgabe an, hier Abhilfe zu schaffen. Spenden wurden gesammelt, ein gebrauchter Kleinbus wurde zum Krankenwagen umgebaut. Die Retter versahen ihren Dienst von zu Hause und fuhren Rettungseinsätze in ihrer Freizeit.

1972 wurde bei Avendorf an der früheren E4 eine Station für den Straßenrettungsdienst betrieben. Um an Gelder zu kommen, gab es Wohltätigkeitsfeste. Ein Glücksfall war für die Samariter der Reeder Willy Freter sen., der drei neue Krankenwagen kaufte und dem ASB übergab. Dies bildete die Grundlage des erfolgreichen Rettungsdienstes. 1975 wurden über die neuen Jugendgruppen und das Sommerlager in Dänemark auch Kontakte zu dänischen Schwesterorganisationen geknüpft. Die guten Beziehungen nach Dänemark gibt es immer noch. Sie haben ihren Fortbestand in den „Beltsamaritern“. So war auch eine Gruppe dänischer Samariter beim Jubiläum vertreten.

Krisenstimmung habe es 1986 gegeben, ließ Bochnik wissen, als nach dem Rücktritt des damaligen Vorsitzenden ein Loch entstanden sei, das man aber gemeinsam mit einem neuen Vorstand flicken konnte. So sei es wieder aufwärts gegangen und 1989, im Jahr der Wiedervereinigung und der Grenzöffnung, sei es der ASB gewesen, der die ersten Besucher aus der DDR bei ihrer Ankunft in Heiligenhafen versorgte. Die Heiligenhafener Samariter waren schließlich behilflich bei den ASB- Neugründungen in Anklam und Bad Doberan.

1992 nahm die neue ASB-Rettungswache am Krankenhaus in Burg ihren Dienst auf. Zusätzlich zum Rettungsdienst wurden 1994 das Hausnotruf-System und die Ambulante Pflege in Heiligenhafen ins Leben gerufen. 2010 wurde auch auf Fehmarn die Ambulante Pflege eingeführt und eine Jugendgruppe gegründet. 2012 fiel der Startschuss für das von der EU geförderte Projekt „Beltsamariter“. 2014 wurde der Regionalverband gegründet und das soziale Angebot des ASB weit über die Grenzen Heiligenhafens hinaus ausgedehnt. Die Kita „Kunterbunt“ in Groß Meinsdorf kam dazu. Eine Besuchshundegruppe wurde ins Leben gerufen. Mit dem Wechsel des engagierten Geschäftsführers Udo Glauflügel in den Ruhestand übernahm Elke Sönnichsen diese Aufgabe und setzt so den Erfolgskurs des ASB in Ostholstein fort. Mit Blick in die Zukunft ließ Bochnik wissen, dass man am Stammsitz des ASB in der Tollbrettkoppel ein angrenzendes Grundstück erwerben könne, um Platz für eine Erweiterung zu schaffen. Die neue, zweite, Rettungswache im ehemaligen Sparkassengebäude in Petersdorf soll noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden, kündigte Jörg Bochnik an. Heute ist der ASB mit über 120 hauptamtlichen Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Region.

Freitagabend wurde das 50. ASB-Jubiläum mit einem Mitarbeiterfest im Beach Motel Heiligenhafen gefeiert.


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